„Kriminelle, Drecksäcke, Verbrecher“ Calmund mit Wut-Rede gegen Super League

Calli-League

Reiner Calmund (hier in der ZDF-Show „Da kommst du nie drauf“) ist entsetzt von den Fußball-Plänen.

Köln – Zwölf europäische Topklubs haben die Gründung einer Super League beschlossen und ein Erdbeben im internationalen Fußball ausgelöst. Der Alleingang von den Vereinen entsetzt Fans wie Fußball-Fachleute gleichermaßen. Auch Manager-Legende Reiner Calmund (72) kann den Schritt nicht verstehen.

  • Reiner Calmund mit Wutrede gegen neue Super League
  • Manager-Legende verlangt Ausschluss der Vereine
  • Rückendeckung durch Rudi Völler und RB Leipzig

„Diese Raffkes, diese Geld-Haie wollen unseren schönen Fußball kaputt machen. Da schießen mir die Tränen in die Augen“, sagt der frühere XXL-Manager zum EXPRESS. „Das sind Kriminelle, Drecksäcke, Verbrecher. Die müssen wir rausjagen, die haben nichts mehr in unseren Wettbewerben zu suchen. Abflug, Briefmarke auf den Hintern. Ich schaue mir doch keine Operetten-Liga an, da schaltet doch keine Sau ein.“

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UEFA-Boss Aleksander Ceferin (53) will die abtrünnigen Klubs und ihre Spieler von allen Wettbewerben ausschließen. Calmunds Segen hat er dafür. „Diesen Vereinen muss man jetzt knallhart zeigen, wo der Hammer hängt. Dieses Verhalten ist dermaßen hirnverbrannt. Sollen diese Kapitalunternehmen jetzt den kompletten Fußball bestimmen? Da sehe ich aber schwarz.“

Reiner Calmund: In Deutschland sind Fachleute am Ruder

Deutsche Vereine sind nicht beteiligt. Borussia Dortmund lehnt die Super League ab und setzt auf eine reformierte Champions League. Bayern Trainer Hansi Flick (56) meinte, eine Super League wäre „nicht gut für den europäischen Fußball“.

„Dass sich die deutschen Vereine nicht daran beteiligen, verwundert mich nicht. Da sind ja auch richtige Fachleute am Ruder. Dazu kann ich Juventus-Präsident Andrea Agnelli nicht mehr zählen. Sein Vater Umberto würde sich im Grabe umdrehen, wenn er mitbekommen würde, was mit der stolzen „alten Dame“ unter der Führung solcher Amateure passiert“, sagt Calmund.

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Liverpool-Fans brachten am Montag am Stadion Plakate gegen die Pläne ihres Vereins an, an der Super League teilzunehmen.

Dafür wollen Traditionsvereine wie der FC Liverpool ihren eigenen Wettbewerb. „Diesen Vereinen geht es nicht mehr um Sportlichkeit, Fairness, Solidarität. In Liverpool singen sie ´You’ll never walk alone‘ und über dem Stadion kreisen nur noch die raffgierigen Geier“, schimpft das Manager-Schwergewicht.

„Für mich ist jetzt der Punkt gekommen, wo ich sagen muss: Mit diesen Klubs kann ich mich nicht mehr identifizieren. Wenn die nun vorhaben, ihre eigene Elite-Liga zu bilden, dann muss man da knallhart gegen vorgehen. Es muss nun eben gelingen, auch ohne diese Vereine einen interessanten Wettbewerb zu bieten. Da sind ja auch Vereine dabei, die nicht mehr zu der absoluten Spitze zählen. Die kriegen aber den Hals nicht voll.“

Auch Rudi Völler fordert knallharten Ausschluss der Vereine

Calmunds Meinung deckt sich so mit der von Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler (61). „Wer ins dieser Liga mitspielen will, muss aus allen nationalen Ligen aussortiert werden. Mit allen Mannschaften. Die Jugend, die Frauen – alle müssen dann raus“, sagte er „Bild“.

Und selbst Oliver Mintzlaff (45), Geschäftsführer des ebenfalls umstrittenen RB Leipzig, hat eine klare Haltung: „Wir sind Verfechter des sportlichen Wettbewerbs. Und der sportliche Wettbewerb im Profifußball sieht vor, dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt. Für uns steht es überhaupt nicht zur Debatte, hieran etwas zu ändern. Die Pläne zur Gründung einer Super League lehnen wir ab.“

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