Super League, Champions League, EM Der ausgestreckte Mittelfinger Richtung Fans

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Zinedine Zidane (l.) und Jürgen Klopp begrüßen sich am 6. April 2021 vor dem Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool.

Köln – In der Nacht von Sonntag auf Montag haben zwölf hochkarätige Klubs des europäischen Spitzenfußballs die Gründung der Super League bekannt gegeben. Es ist eine elitäre Liga, welche die teilnehmenden Klubs nur aus einem Grund gegründet haben: Es garantiert den Vereinen, die nicht aus dem Wettbewerb absteigen können, ein kontinuierlich hohes Preisgeld. Die Super League ist die Perversion des modernen Fußballs. Ein Kommentar.

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Nun ist es so weit: Lange wurde über die Pläne der Gründung einer Super League berichtet, am frühen Montagmorgen (19. April 2021) machten zwölf Spitzenklubs Nägel mit Köpfen. Liverpool, Manchester United, Manchester City, Tottenham Hotspur, Arsenal, Chelsea, Real Madrid, Atletico Madrid, Barcelona, Juventus Turin, Inter Mailand und die AC Mailand wollen „so bald wie möglich“ in ihrer eigenen Super League spielen. Zu den zwölf Klubs sollen noch drei weitere als Gründungsteams hinzustoßen, fünf weitere sollen die Liga komplettieren.

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Es ist ein elitärer Wettbewerb, bei welchem die 15 Gründerteams immer qualifiziert sind – Abstieg ausgeschlossen. Die Perversion des modernen Fußballs. Es ist ein Wettbewerb, der dem sportlichen Gedanken widerspricht, nachdem Leistung belohnt wird und sich die Teilnahme an Wettbewerben erarbeitet werden muss. Es ist ein Tritt ins Gesicht der gesamten restlichen Fußballwelt, die den Gründerteams mit ihrer Struktur ihren Status erst ermöglicht haben.

Super League ist ausgestreckter Mittelfinger Richtung Fans

Klubs, die „You´ll never walk alone“ skandieren (FC Liverpool) oder „Football is nothing without fans“ (zu Deutsch: Fußball ist nichts ohne Fans/Manchester United) als Schriftzug in ihren Stadien platzieren, zeigen, wie sehr sie sich in Wahrheit um andere kümmern: Gar nicht. Es ist der ausgestreckte Mittelfinger Richtung Fans.

Dieser Montag ist insgesamt ein schwarzer Tag für den Fußball. Während die UEFA über Reformpläne für die Champions League brütet, kommt die Kriegserklärung des prominenten Vereins-Dutzends. Noch mehr Vereine, noch mehr Spiele, noch mehr Geld lautet eigentlich der Plan für das Aushängeschild des europäischen Klubfußballs. Auch den UEFA-Bossen geht es seit Jahren um Gewinnmaximierung.

UEFA will mehr Profit durch Reform der Champions League

Eine Champions League, also eine Liga der Titelträger, ist das schon lange nicht mehr. In der K.o.-Runde sehen sich regelmäßig die gleichen Vereine wieder, in der Vorrunde braucht’s ein wenig Lametta durch kleinere Klubs, um den Spielplan aufzublähen. Die Androhung der UEFA, die Super-League-Klubs nicht mehr an deren nationalen Wettbewerben teilnehmen zu lassen, ist zunächst nur ein Drohgebärde. Auf beiden Seiten wird mit den Muskeln gespielt.

Bei Super League geht es um Garantien – für Millionen

Am Ende wollen die zwölf Abtrünnigen nichts anderes als die UEFA: Startplatzgarantien mit garantierten Millionen – losgelöst vom sportlichen Abschneiden in den Ligen. Die Vereine und vor allem ihre Investoren wollen mit Einnahmen planen können. Für romantische Träumereien ist kein Platz mehr.

Passend zum Gezanke um die europäischen Milliarden, wird auch noch die EM im Sommer trotz aller Pandemie-Probleme durchgepeitscht. Der Spitzenfußball war noch nie so weit von seinen Anhängern entfernt wie in diesen Zeiten.

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