Löw-Nachfolger gesucht Calmund fordert Task-Force statt Bierhoff-Alleingang

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Immer noch gut vernetzt: Reiner Calmund beim Interview-Termin mit EXPRESS in Köln.

Köln – Seit einer Woche ist nun bekannt, dass Joachim Löw (61) nach der Europameisterschaft im Sommer als Trainer der Nationalmannschaft aufhört. Wie geht es danach weiter? DFB-Direktor Oliver Bierhoff (52) ist mit der Suche eines Nachfolgers beauftragt. Der frühere Bundesliga-Top-Manager Reiner Calmund (72) hat am Montag (15. März) im EXPRESS-Gespräch einen klaren Vorschlag unterbreitet.

  • Joachim Löw hört im Sommer als Bundestrainer auf
  • Oliver Bierhoff ist auf der Suche nach einem Nachfolger
  • Reiner Calmund hat speziellen Vorschlag

Für den früheren XXL-Manager ist nach wie vor Jürgen Klopp (53) der beste Kandidat auf den Bundestrainer-Job, auch wenn dieser zuletzt auf seinen laufenden Liverpool-Vertrag verwiesen und sogar ein Sabbatjahr im Anschluss angedeutet hatte. „Die Ideallösung ist und bleibt Jürgen Klopp“, sagt „Don Calli“. „Natürlich wird das schwer, aber da muss der DFB ein wenig baggern und kämpfen.“

Reiner Calmund sieht noch Chancen beim Kampf um Jürgen Klopp

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Klopps Aussagen sind für Calmund nur der noch laufenden Saison geschuldet. „Dass er aktuell keine andere Erklärung abgibt, ist klar. Aber: Einen Champions-League-Platz wird er in dieser Saison mit Liverpool nicht mehr so einfach erreichen. Dann lässt die Begeisterung schon mal ein bisschen nach. Nationaltrainer zu werden, wäre doch für Jürgen ein Ritterschlag, eine Kaiserkrönung. Das wäre für den gesamten Fußball hervorragend. Ich halte das nach wie vor für realistisch.“

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DFB-Präsident Fritz Keller und Bundestrainer Joachim Löw bei der Pressekonferenz am 11. März.

Auch die Anmerkung, dass er nach seinem Liverpool-Engagement erst einmal eine Auszeit brauche, ist für Calmund kein K.o.-Kriterium. „Ende Mai ist die Saison vorbei. Dann könnte er sich im Juni, Juli und August von seiner Ulla auf Sylt die Füße massieren lassen. Danach wird ihm sowieso langweilig, so dass er im September den Job antreten könnte. Ihm liegt doch ganz Fußball-Deutschland zu Füßen. Das muss doch einem, der selbst gar nicht so gut spielen konnte, aber immer ein Top-Trainer war, runter gehen wie Öl. Er alleine kann entscheiden, ob er Bundestrainer werden will. Das gab’s zuletzt bei Franz Beckenbauer.“

Reiner Calmund: Task-Force soll bei Bundestrainer-Suche helfen

Sollte der Klopp-Plan aber doch nicht realisierbar sein, dann plädiert Calmund für eine andere Lösung. „Ich will Fritz Keller oder das DFB-Präsidium nicht diskreditieren. Aber wenn es Jürgen wirklich nicht macht, würde ich zwingend eine Task-Force aus erfahrenen Ex-Nationalspielern und Liga-Fachleuten gründen“, fordert er. „Experten und große Spielerpersönlichkeiten wie Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß, Rudi Völler, Michael Zorc oder Matthias Sammer, Max Eberl und Fredi Bobic sollten gemeinsam mit Oliver Bierhoff besprechen und festlegen, wen man stattdessen nehmen sollte. Dann kann man das mal sachlich in einem übersichtlichen Gremium analysieren.“

Task-Force statt Bierhoff-Alleingang lautet Calmunds Devise. „Wenn sich solch ein kompetentes Gremium auf einen neuen Bundestrainer einigt, hat dieser doch gleich ein ganz neues Entree in den Job und startet mit viel mehr Rückenwind aus der Liga, als wenn es nur eine im stillen DFB-Kämmerlein erdachte Lösung ist.“

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff (hier bei der Pressekonferenz am 11. März) soll einen Nachfolger für Joachim Löw suchen.

Oliver Bierhoff sieht die Lage anders: „Es ist ja nicht so, dass ich irgendwann einen Kandidaten wie Kai aus der Kiste ziehe. Wir sind im ständigen Austausch mit dem Präsidialausschuss. Für mich ist es auch wichtig, mit Leuten aus der Liga zu sprechen, mir ein paar Eindrücke zu holen. Dann ist es ein flüssiger Prozess, den man dann Richtung Entscheidungsfindung dem Präsidium vorstellen wird“.

Oliver Bierhoff diskutiert mit dem DFB-Präsidialausschuss

DFB-Präsident Fritz Keller (63) skizziert den Prozess auch wie folgt: „Letztendlich wird das Präsidium entscheiden. Wir sind im offenen Austausch. Vorher wird der Präsidialausschuss darüber sprechen.“

Bleibt nur die Frage, ob im Präsidialausschuss nach dem Rückzug von DFL-Boss Christian Seifert (51) mit Präsident Keller, den beiden Vize-Präsidenten Rainer Koch (62) und Peter Peters (58) sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge (50) und Generalsekretär Friedrich Curtius (45) die richtigen Fachleute für diese Frage sitzen. Calmund hat mit seiner Erfahrung von 28 Jahren im Bundesliga-Zirkus da so seine Zweifel.

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