Kommentar zu den Zuschauer-Beschränkungen Lasst mehr Fans zum Bundesliga-Spektakel

Die Mannschaft des 1. FC Köln steht nach dem Spiel gegen RB Leipzig vor der Südkurve.

Die Mannschaft des 1. FC Köln feierte mit ihren Fans das tolle Spiel gegen RB Leipzig am 18. September 2021.

Weiterhin sind bei Bundesliga-Spielen nur maximal 25.000 Besucher zugelassen. Dabei fassen einige Stadien die dreifache Kapazität. Ein Kommentar zur Lage trotz 2G- oder 3G-Konzepten.

Köln. Nörgler werden beim Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga sicher schnell sagen, dass ja schon wieder alles so langweilig ist. Mit Bayern, Wolfsburg, Dortmund und Leverkusen führen vier Vereine das Tableau an, die man dort erwarten konnte, mit Bochum und Fürth stehen zwei Aufsteiger auf den Abstiegsplätzen.

Auch wenn sich das Feld offenbar schnell formiert hat, bietet die Liga doch reichlich Spektakel. Borussia Dortmunds Sturm-Wunder Erling Haaland präsentierte auch am Sonntag gegen Union Berlin wieder seine atemberaubenden Fähigkeiten. Leverkusens Spaß-Truppe um Super-Talent Florian Wirtz dreht auf. In Köln rieben sich die Besucher angesichts des leidenschaftlichen Fights gegen RB Leipzig verwundert die Augen. Und zumindest Bayern-Fans hatten ihren Spaß an der Tor-Party gegen Bochum.

Alle diese Knaller-Partien durften jedoch nur von 25.000 Fans besucht werden. Dabei passen in die Arenen in Dortmund und München 81.000 beziehungsweise 75.000 Besucher. Da wirken die 25.000 zugelassenen Fans einfach willkürlich. Das Argument, wegen der Corona-Pandemie noch keine Vollauslastung der Stadien zuzulassen, greift nicht mehr. Wenn dann – wie in Köln – in einzelnen Blöcken jeder Sitz besetzt ist und dafür andere Blöcke nahezu leer sind, greift auch der Wunsch nach Abständen nicht mehr.

Erling Haaland erzielt ein Tor für Borussia Dortmund gegen Union Berlin.

Dortmunds Erling Haaland erzielte mit diesem Kunstschuss ein Tor gegen Union Berlin am 19. September 2021.

„Wer jedes noch so minimale Risiko ausschließen will, der müsste sich in den eigenen vier Wänden einschließen“, sagte jüngst Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke (62) und nannte vollere Stadien ein „verantwortbares Risiko“. Schließlich betreiben die Vereine einen extrem hohen Aufwand, um maximal sichere Veranstaltungen durchzuführen, ergänzte er.

Die Behörden müssen mit ihren beliebig und scheinbar ausgewürfelten Kapazitätsgrenzen Schluss machen. Bei vernünftiger 2G- oder 3G-Zugangsregelung gibt es keine Gründe mehr für weitere Restriktionen. Die Impfungen sollten der Schlüssel zur Rückkehr ins frühere Leben sein. Nach erfolgter Impfung oder Genesung gibt es keinen Grund, den Menschen ein Stadion- oder auch Kultur-Ereignis vorzuenthalten.

Die Bundesliga-Vereine sind engagiert, bieten Impfangebote rund um die Stadien und rühren die Werbetrommel, um die Zweifler zum Impfen zu bewegen. Trotzdem pauschal die Stadion-Kapazitäten auf 25.000 zu begrenzen, ist eine unverständliche Einschränkung und passt nicht mehr zum Versprechen, der Bevölkerung zurück in die Normalität zu helfen. Das Liga-Spektakel hätte jedenfalls mehr Zuschauer verdient.

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