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Im „Doppelpass“Wilde Diskussion wegen FC-Szene: „Bei allem Respekt, das ist ein Elfmeter“

Die Hand-Szene von Eric Martel im Spiel des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen sorgt für mächtig Diskussionen. Auch im Sport1-„Doppelpass“ am Sonntag.

Mal wieder Schiedsrichter- und VAR-Ärger beim 1. FC Köln – das war am Sonntag (26. April 2026) auch im Sport1-„Doppelpass“ ein Thema.

Der FC hatte am Samstag mit 1:2 gegen Bayer Leverkusen verloren, scheiterte dabei vor allem an seiner eigenen Schwäche vor dem Tor. Zu viele Chancen ließen die Kölner liegen, allen voran Said El Mala (19), der in der ersten Halbzeit das leere Tor nicht traf.

Patrick Ittrich zofft sich mit Felix Magath

Aber auch mit einer Schiedsrichter-Entscheidung hatten die FC-Verantwortlichen, -Spieler und -Fans wieder mal so richtig zu hadern. Kurz nach der vergebenen Mega-Chance durch El Mala entschied Schiri Robert Hartmann auf Elfmeter, weil Eric Martel den Ball vermeintlich mit dem Arm spielte.

Der war aber nicht nur komplett am Körper angelegt, sondern sogar größtenteils hinter den Rücken gezogen. Der VAR schritt allerdings nicht ein, Hartmann blieb somit bei seiner Entscheidung. „Ich glaube, jeder, der das Bild sieht, wird da nicht die Meinung des Schiedsrichters teilen“, sagte FC-Boss Thomas Kessler (40) nach dem Spiel. Hartmann selber ruderte sogar noch zurück, hätte den Elfmeter nach Ansicht der Bilder (erst nach der Partie) lieber nicht gegeben. Sky-Experte Didi Hamann (52) verstand daraufhin die Welt nicht mehr.

Im Sport1-„Doppelpass“ diskutierte die Runde diese Szene auch ausführlich – Klarheit brachte die Diskussion aber nicht. Ganz im Gegenteil: Niemand weiß mehr, was bei Handspiel richtig ist und was nicht!

Im „Doppelpass“ war Transfer-Insider Florian Plettenberg (38) zu „100 Prozent“ für Elfmeter, für Noch-Bundesliga-Schiri Patrick Ittrich (47, hört nach der Saison auf) war es „laut Regelwerk eher kein Elfer“ und Ex-Profi Stefan Effenberg (57) wundert sich, warum sich Hartmann selber korrigierte. Etliche Meinungen, aber keine Klarheit.

Ittrich sagte zur Martel-Szene: „Also hier ist es so: Das Regelwerk – das wurde ganz gut beschrieben, das ist ja das, was es ausmacht: Wir haben einmal die Absicht und wir haben die Verbreitung der Körperfläche.“ Moderator Florian König (58) fragte ungläubig nach: „Das ist eine Verbreitung der Körperfläche?“

Ittrich kam aber gar nicht dazu, zu antworten, weil Magath plötzlich sehr aufgebracht und hochemotional dazwischenpreschte: „Es ist nicht das Regelwerk! Es ist die Auslegung des Regelwerks! Das Regelwerk ist ja überall gleich. Wir sind uns doch einig, dass in England in der Premier League anders gepfiffen wird.“ Ittrich entgegnete kurz und knapp: „Nein, das stimmt nicht.“ Magath antwortete etwas beleidigt: „Also gut, dann gucke ich keine Premier League mehr.“

König lenkte das Thema dann wieder zurück auf die Martel-Szene. Ittrich ordnete ein: „Es gibt Dinge, die für Handspiel und gegen Handspiel sprechen. Einmal spricht für Handspiel, dass er sich in den Schuss mit dem Körper reindreht, mit dem Arm am Körper. Und man kann sagen, er (Martel, Anm. d. Red.) nutzt jetzt diesen Arm mit, um diese Fläche zu verbreitern, ja. Auf der anderen Seite könnte man sagen: Wo soll er mit dem Arm hin? So, und deswegen ist das auch keine Szene für den Videoassistenten.“

Stefan Effenberg: „Das verstehe ich nicht“

Magath verstand die Welt nicht mehr: „Uns hat doch gerade Mario Basler im Einspieler gelehrt, der Spieler soll sich nicht abdrehen. So, jetzt geht er zum Ball mit dem Oberkörper, er dreht sich nicht ab. Jetzt sagst du, es ist eher kein Handspiel.“

Dann schaltete sich auch Plettenberg ein und wandte sich direkt an den neben ihm sitzenden Ittrich: „Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Wir reden ja nur über die Szene, bei der der Schiedsrichter nach Rücksprache dann entscheidet, komm wir machen den Elfmeter und nach dem Spiel stellt er sich hin und sagt: ‚Mensch, also eigentlich wäre es doch keiner gewesen.‘“

Was die Zuschauer aber wohl überhaupt nicht verstanden, war anschließend Plettenbergs Meinung zur Martel-Szene: „Spreizt der den Arm ab, der Martel? Ja, er spreizt den Arm ab. Zu 100 Prozent. Und wenn ich so da reingehe ... Bei allem Respekt, das ist doch ein Elfmeter.“ Ittrich versuchte, seinen aufgebrachten Nebenmann zu beruhigen.

Jetzt war aber Effenberg dran, der Ex-Profi widersprach Plettenberg zunächst: „Einen abgespreizten Arm sehe ich nicht.“ Danach pflichtete er dem Transfer-Insider aber bei: „Aber ich finde in dieser Situation, der Pass wird gespielt und er versucht schon in der Bewegung den Schuss, natürlich clever wie er ist, angelehnter Arm, eben zu unterbinden, was ihm gelingt im Strafraum. Der Schiedsrichter hat einen perfekten Stand, einen perfekten Blick. Er sieht die Bewegung, entscheidet auf Elfmeter, dass er sich dann natürlich danach hinstellt und sagt: ‚Wenn ich das jetzt sehe ...‘ Das verstehe ich nicht, dass die Schiedsrichter eben nicht in der Lage sind, in dieser Situation, die sie einwandfrei sehen können, zu entscheiden auf Elfmeter oder nicht.“

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