Der 1. FC Köln haderte nach der 1:2-Pleite gegen Leverkusen mit der nächsten Schiedsrichter-Entscheidung. Es war nicht das erste Mal, dass sich die Kölner benachteiligt fühlten. Eine Chronik der strittigen Entscheidungen.
Hand-Ärger gegen LeverkusenSo oft wurde der FC schon vom VAR benachteiligt
Aktualisiert:
Der 1. FC Köln und die Schiedsrichter-Entscheidungen – in der Saison 2025/26 alles andere als eine harmonische Beziehung!
In der laufenden Spielzeit hatte der FC schon an vielen strittigen Entscheidungen gegen sich zu knabbern. Das neueste Beispiel ist der Hand-Ärger im Nachbarschaftsduell gegen Bayer Leverkusen.
1. FC Köln schon oft mit Schiri-Ärger
Die FC-Wut ist mal wieder groß, ein weiteres Mal meinten es der Schiedsrichter und der VAR nicht gut mit den Kölnern. Inzwischen hat sich eine Menge Frust am Geißbockheim angestaut, da es nicht das erste Mal in dieser Saison war, dass enge Entscheidungen GEGEN den FC getroffen wurden.
- 3. Spieltag: VfL Wolfsburg - 1. FC Köln (3:3)
Los ging es bereits früh in der Saison gegen den VfL Wolfsburg. Da wurde dem FC ein Tor aberkannt, weil Schmied Gegenspieler Wimmer umgestoßen hatte. So weit, so gut, aber auf der Gegenseite wurde ein ähnliches Vergehen nicht geahndet. Vor dem 1:1 wurde Hübers von Souza umgestoßen, da schaltete sich der VAR allerdings nicht ein.
Innerhalb eines Spieles wurde dort mit zweierlei Maß gemessen. „Joel hat den Spieler umgestoßen. Vor ihrem Tor wird Hübers auch weggestoßen. Das ist ärgerlich“, sagte Marius Bülter damals.
- 5. Spieltag: 1. FC Köln - VfB Stuttgart (1:2)
Gegen Stuttgart kochte die Wut dann das erste Mal so richtig hoch. Da äußerte Kwasniok das erste Mal seine tiefe Abneigung gegen die Technik. „Ich war kein Freund, bin kein Freund und werde nie ein Freund des VAR sein“, polterte Ex-FC-Trainer Lukas Kwasniok (44).
Marvin Schwäbe hatte VfB-Stürmer Demirovic nach einer schlechten Ballannahme im Sechzehner getroffen. Schiedsrichter Jöllenbeck, der gut stand, ließ die Szene zunächst weiterlaufen, wurde dann aber vom VAR an die Seitenlinie geschickt.
„Wie sich Günter Perl, der über 500 Spiele geleitet hat, als VAR auf diese Szene stürzen und den Schiedsrichter herausschicken kann, ist für mich ein völliges Rätsel“, schimpfte Sport-Boss Thomas Kessler damals über die „spielentscheidende Szene“.
„Mich würde sehr interessieren, ob so eine Situation auch in einem Spiel zwischen den Bayern und Dortmund um die Deutsche Meisterschaft so genauso bewertet wird. Hier wird die Situation ganz klar auf dem Rücken des 1. FC Köln bewertet“, sagte der Geschäftsführer.
- 10. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln (3:1)
Im Derby gegen Gladbach lief auch einiges schief, auch da beteiligt: Videoschiedsrichter Benjamin Cortus, der dem FC in dieser Saison offenbar nicht wohlgesonnen ist. Nach der Partie konkretisierte Kwasniok seine Kritik, sagte: „Ich mag den VAR nicht nur nicht, ich hasse ihn.“ Grund waren zwei strittige Elfer für Gladbach.
Vor dem 0:1 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam es im Strafraum zu einem Zusammenprall zwischen Kölns Kristoffer Lund und Franck Honorat. Das Fohlen fiel theatralisch hin, Lund wurde zuvor von Joe Scally auch etwas geschoben. Schiedsrichter Deniz Aytekin ließ zunächst weiterspielen, zeigte Honorat an, doch bitte wieder aufzustehen. Doch der VAR Benjamin Cortus meldete sich aus dem Kölner Keller. Aytekin musste raus und korrigierte seine Entscheidung. Zwar parierte Marvin Schwäbe den Tabakovic-Strafstoß, doch die anschließende Ecke brachte das 1:0 für die Gastgeber.
Nach 61 Minuten dann ähnliches Vorgehen: Lund sprang der Ball an die Hand. Dabei war Aytekin zunächst klar, dass es keine aktive Bewegung war und damit kein Strafstoß. Wieder meldete sich der VAR und Aytekin korrigierte seine Entscheidung erneut. Diesmal vollstreckte Kevin Diks zum 2:0. Immerhin: Der FC bekam ebenfalls einen Elfmeter zugesprochen, der keiner war.
- 16. Spieltag: 1. FC Heidenheim - 1. FC Köln (2:2)
In Heidenheim ging eine Szene fast unter, die aber durchaus Einfluss auf das Ergebnis nahm. Vor dem 1:2 bekam Castro-Montes im Laufduell den Ellbogen von Dorsch ins Gesicht. Der Belgier ging zu Boden und blieb liegen, Schröder pfiff nicht und Heidenheim konterte. Der anschließende Eckball, bei dem Castro-Montes dann fehlte, führte zum zwischenzeitlichen 1:2. Eine Ecke, die es nicht hätte geben dürfen, die aber vom VAR nicht hätte zurückgenommen werden können. Dennoch bitter für den FC!
- 19. Spieltag: SC Freiburg - 1. FC Köln (2:1)
Im Spiel gegen den SC Freiburg bekam Castro-Montes den Ball von der Hüfte an den ausgestreckten Arm. Laut Regel also kein Vergehen, wenn er von einem anderen Körperteil an die Hand springt. Doch Schiedsrichter Bastian Dankert zeigte auf den Punkt und wurde auch nicht vom VAR umgestimmt oder an den Monitor zitiert.
- 21. Spieltag: 1. FC Köln - RB Leipzig (1:2)
Gegen Leipzig krachte es dann wieder so richtig. Eine Szene sorgte dabei bundesweit für Schlagzeilen. Leipzigs Baumgartner klärte einen Thielmann-Schuss in bester Torwart-Manier mit der Hand auf der Linie. Es wäre das 2:2 für Köln gewesen. Doch anstatt einer Roten Karte für Baumgartner und Elfmeter für Köln gab es nach über sechs Minuten Beratungszeit von Schiedsrichter Frank Willenborg eine Millimeter-Abseitsentscheidung.
Dabei kam es allerdings auf die Deutung eines Kopfballs von Leipzigs Raum an. Wenn er den Ball vorher kontrolliert rausgeköpft hat, wäre eine neue Spielsituation entstanden – also kein Abseits. „Jeder, der mal am Kopfballpendel war, kann beurteilen, ob ein Nationalspieler den Ball da rausköpfen kann. Das ist einfach bitter“, polterte Kwasniok.
Im gleichen Spiel regte er sich noch über einen nicht gegebenen Elfer an Ache auf. „Wenn man sich die Situation gegen Ache in der ersten Halbzeit anschaut: Da haben die Leipziger ihm das Trikot zerrissen und unten noch das Bein weggeflext. Das soll kein Elfer sein?“, fragte der FC-Coach.
- 22. Spieltag: VfB Stuttgart - 1. FC Köln (3:1)
Der FC-Angreifer hat ohnehin einen schweren Stand bei den Schiedsrichtern. Auch beim Rückspiel gegen Stuttgart wurde ihm ein Strafstoß untersagt, nachdem Mittelstädt ihm in der Luft einen Schubser verpasst hatte. Wieder ein knappes Ding, wieder eine Entscheidung gegen den FC. „Das war ein Elfmeter. All diese Momente bekommen wir nicht gepfiffen“, sagte Kwasniok.
- 25. Spieltag: 1. FC Köln - Borussia Dortmund (1:2)
Großen Hand-Ärger gab es im Duell gegen Borussia Dortmund. BVB-Verteidiger Couto sprang der Ball in der Nachspielzeit im Strafraum an den ausgestreckten Arm, Videoschiedsrichter Benjamin Cortus schaltete sich dennoch nicht ein. Für den FC wäre der Elfmeter die große Chance auf das 2:2 und einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gewesen.
„Der liebe Gott ist im Tiefschlaf. Er meint es nicht gut mit uns“, sagte Ex-FC-Trainer Lukas Kwasniok damals nach der Partie. Zumal der FC sich den Punkt damit sogar in Unterzahl erkämpft hatte. Jahmai Simpson-Pusey sah kurz vor der Pause für seinen Tritt gegen Beier (zu Recht) Rot. Aber: Was oft fehlt, ist ein klares Muster oder eine einheitliche Linie. Nico Schlotterbeck wurde eine Woche zuvor gegen die Bayern für ein ähnliches Vergehen mit offener Sohle verschont.
„Mal greifen sie ein, mal nicht“, sagte Kwasniok: „Der VAR macht Sinn bei Schwarz-Weiß-Entscheidungen, aber nicht bei dynamischen Situationen. Es bleibt eine subjektive Entscheidung. Es gibt jetzt nur mehr Menschen, die etwas zu sagen haben, aber immer weniger Klarheit.“
- 26. Spieltag: Hamburger SV - 1. FC Köln (1:1)
Apropos weniger Klarheit: Nur eine Woche nach dem BVB-Spiel gab es eine ähnliche Szene wie die von Simpson-Pusey gegen Beier. Hamburgs William Mikelbrencis ging an der eigenen Grundlinie von hinten gegen Kristoffer Lund in den Zweikampf. Nach der Szene entschied Schiedsrichter Tobias Welz auf Eckball.
Doch in der Zeitlupe war ganz klar zu erkennen, dass der Franzose den FC-Profi mit offener Sohle an der Achillessehne erwischte. Der Unterschied ist, dass der VAR am Samstagabend stumm blieb und sich nicht einschaltete. Das war unter anderem auch für Sky-Experte Lothar Matthäus (65) unverständlich: „Letzte Woche in Köln hat es dafür eine Rote Karte gegeben. Da war es auch keine Absicht. Als Schiedsrichter ist es nicht einfach, und wir verstehen dann eben einiges nicht, weil jede Situation, die ähnlich aussieht, doch grob unterschiedlich bewertet wird.“
- 31. Spieltag: 1. FC Köln - Bayer Leverkusen (1:2)
Im kleinen Derby gegen die Werkself gab es wieder Hand-Diskussionen. Eric Martel wollte einen Pass im eigenen Strafraum blocken, hatte den Arm dafür nicht nur direkt an seinen Körper gelegt, sondern sogar noch größtenteils auf seinen Rücken gelegt. Der FC-Profi lehnte sich etwas runter und blockte den Ball – laut Schiedsrichter Robert Hartmann zunächst strafbar mit der Hand. Das war aber auch in den Wiederholungen nicht zu erkennen.
Aber auch der VAR gab Hartmann nicht einmal die Rückmeldung, sich die Szene zumindest am Spielfeldrand auf dem Bildschirm noch einmal anzuschauen. Während Sky-Experte Didi Hamann (52) kurioserweise ein vollkommen absichtliches Handspiel erkannt haben will, ruderte Hartmann nach der Partie zurück.
„Wenn ich jetzt mit ein bisschen Abstand nach dem Spiel auf die Bilder gucke, muss ich sagen: Der Arm ist schon sehr, sehr nah am Körper“, gestand Hartmann bei Sky ein, ergänzte: „Ich würde mich jetzt nach dem Spiel besser fühlen, wenn ich hier auf Weiterspielen entschieden hätte.“

