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„Wie gutes Fernsehen“Warum immer mehr erfolgreiche Podcasts jetzt auch als Video laufen

«Take Me Späti»-Moderatorin Sara Arslan sahnte beim Deutschen Podcast Award ab.

Copyright: Soeren Stache/dpa

«Take Me Späti»-Moderatorin Sara Arslan sahnte beim Deutschen Podcast Award ab.

Podcasts nicht mehr nur zum Hören: Was hinter dem Hype steckt

Podcasts nicht mehr nur für die Ohren! Felix Lobrecht und Tommi Schmitt zeigen sich jetzt vor der Kamera und lösen einen riesigen Hype aus. Was hinter dem Video-Trend steckt und warum selbst das Fernsehen aufhorcht.

Deutschlands beliebtester Podcast ist nicht mehr nur ein Hörerlebnis. Seit eineinhalb Jahren gibt es „Gemischtes Hack“ auch visuell. In einem kompakten Studio in Berlin sind die Kameras ständig an und erfassen jede Bewegung. Damit hat das Duo eine Bewegung losgetreten, die immer größer wird: Audio-Formate gibt es jetzt auch mit Bild.

Vom Hören zum Sehen: Der neue Podcast-Hype

Was einst als nette Dreingabe begann, hat sich zu einem massiven Hype entwickelt. Insbesondere Plattformen wie YouTube befeuern diese Entwicklung. Visuelle Elemente wie Mimik, eingeblendete Informationen oder Schaubilder machen Unterhaltungen häufig dynamischer und leichter nachvollziehbar.

Verleihung des Deutschen Podcast Awards

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Senna Gammour und Bahar Kizil sind in ihrem Podcast zu hören - und zu sehen.

„Du siehst die Mimik und Gestik im Bild. Das ist einfach schön zu sehen. Das ist wie gutes Fernsehen, so wie es einst mal war“, meint Senna Gammour (46). Die frühere Sängerin der Popgruppe Monrose („Hot Summer“) produziert gemeinsam mit ihrer damaligen Band-Partnerin Bahar Kizil den Podcast „Recall“ – selbstverständlich ebenfalls als Videoformat.

Ein wesentlicher Treiber dieses Aufschwungs ist das veränderte Medienkonsumverhalten. Die Leute möchten die Freiheit haben, je nach Situation zwischen Ton und Bild zu wählen. Wer daheim oder in der Bahn entspannt, schaut sich die Sendung an. Im Fitnesscenter oder beim Autofahren wird hingegen eher die reine Tonspur bevorzugt. Das Prinzip erinnert an Streamingdienste wie Netflix, wo es um die größtmögliche Wahlfreiheit für den Nutzer geht.

Späti-Talk wird zum Millionen-Hit

Ein anderes Erfolgsmodell, das besonders bei jungen Leuten extrem gut ankommt, ist „Take Me Späti“. In der Kulisse eines typischen Berliner Kiosks unterhält sich die Macherin Sara Arslan (Mitte 20) mit bekannten Persönlichkeiten, darunter der Rapper Cro oder der Sänger Mark Forster. Erst vor Kurzem erhielt die Show zwei Auszeichnungen beim Deutschen Podcast Award.

Das Konzept hat seinen Ursprung in einer Show aus Großbritannien auf YouTube, aber Arslan verleiht dem Ganzen ihre persönliche Note. Mal schenkt sie ihren Gesprächspartnern ein bezauberndes Lächeln, dann verdreht sie die Augen und notiert unentwegt Dinge mit einem flauschigen Stift in ein pinkes Plüschnotizbuch. Feinheiten, die man beim reinen Zuhören niemals mitbekommen würde.

„Mein eigener Podcast lebt ja von der Mimik, den kann man sich sehr gut auch einfach nur angucken“, erklärte die aus Hamburg stammende Creatorin gegenüber der dpa. Der Erfolg bestätigt sie: Seit Mitte März haben die Episode mit Mark Forster mehr als 700.000 Leute auf Spotify und zusätzlich 400.000 auf YouTube gesehen oder gehört.

Mehr als nur Inhalt: Wie eine Marke entsteht

Der entscheidende Pluspunkt von Bewegtbild: Produzenten haben die Möglichkeit, die besten Momente und kurze Ausschnitte für Plattformen wie Instagram und TikTok zu erstellen. Ein humorvoller Clip aus „Take Me Späti“ mit dem Unterhalter Mo Douzi erhielt auf Instagram mehr als 650.000 Likes. Auf diese Weise wird ein Millionenpublikum auf das Format aufmerksam gemacht.

Tobias Schiwek, der Chef der Medienfirma We Are Era, erläutert den Unterschied: „Wenn du auf einer Plattform und in einem Genre stattfindest, ist es wahrscheinlich Content. Wenn du über mehrere Plattformen gehst, ist es erst wirklich eine Marke und ein Format.“

Allerdings bringt der Video-Hype auch Nachteile mit sich. Die Herstellung ist kostspieliger und mit mehr Mühe verbunden. Man benötigt zusätzliche Ausrüstung, Beleuchtung und investiert mehr Zeit. Ferner existiert das Risiko, dass die Unterhaltungen vor laufender Kamera zu sehr auf Show getrimmt werden – eine Schwierigkeit, die aus dem traditionellen TV-Programm bekannt ist.

TV und Podcast: Werden die Grenzen bald unsichtbar?

Wie stark diese beiden Medienbereiche inzwischen ineinander übergehen, wird auch dadurch deutlich, dass zunehmend Fernsehsendungen als Audio-Version zum späteren Anhören bereitstehen. Beispiele dafür sind der „ARD Presseclub“, die Sendung „Doppelpass“ von Sport1 oder Talkformate wie „Maischberger“.

Verleihung des Deutschen Podcast Awards

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Pinar Atalay: Ihre TV-Sendung gibt es auch zum Nachhören als Podcast.

„Ich glaube in der Tat, dass das immer mehr verschwimmt. Dennoch glaube ich noch an das gute alte Fernsehen“, äußerte Pinar Atalay gegenüber der dpa. Zahlreiche Menschen hätten abends das Bedürfnis, sich einfach unterhalten zu lassen. Mittlerweile funktioniert das aber genauso gut mit Shows wie „Take Me Späti“ auf dem TV-Bildschirm.

Ein erstaunlicher Fakt am Rande: Bereits im Jahr 2020 unternahm ProSieben einen Vorstoß und brachte Video-Podcasts ins Fernsehen, darunter „Baywatch Berlin“ mit Klaas Heufer-Umlauf sowie „Alle Wege führen nach Ruhm“ mit Joko Winterscheidt. Dieser Versuch misslang jedoch rasch. Möglicherweise ist es sechs Jahre danach reif für eine zweite Chance. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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