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Abriss am GroßmarktTierschützer fürchten um das Leben zahlreicher Tiere

Spatzen sitzen auf hohen Stapeln von Kisten und Europaletten nebeneinander.

Copyright: Stephanie Broch

Auch Spatzen leben und nisten auf dem ehemaligen Großmarktgelände. Sie stehen unter strengem gesetzlichem Artenschutz. 

Abriss am Kölner Großmarkt: Tierschützer fürchten nun um das Leben von zahlreichen Vögeln, Echsen und Fledermäusen.

Der Rückbau des Kölner Großmarkt-Areals in Raderberg steht bevor. Tierschützer sind alarmiert und fürchten, dass zahlreiche dort heimische Tiere durch die Demontage ums Leben kommen könnten.

Die Rettung der Katzen vom früheren Großmarktgelände in Raderberg war für die Tierschützer um Mania Leveringhaus eine Herzensangelegenheit. Doch ihr Einsatz ist damit nicht beendet.

Streit eskaliert: Aktivisten drohen mit Klage gegen Köln

Jetzt gilt ihre Sorge anderen Lebewesen, die auf dem Gelände zu Hause sind – und dem möglicherweise nahenden Beginn der Abbrucharbeiten. Leveringhaus stellt klar: „Es war von Anfang an klar, dass es auch um andere geschützte Tiere, die am Großmarkt leben, geht“.

Laut einer Artenschutzprüfung (ASP) der Stadt von 2024 handelt es sich dabei um diverse Fledermausarten, Mehlschwalben, Haussperlinge, Mauersegler sowie Zauneidechsen. Die Tierschützer gehen zudem von etwa 300 bis 500 Tauben aus, die auf dem Areal nisten. Ihre große Angst ist, dass diese Kreaturen verletzt werden, sobald die Stadt mit dem Abbruch der Hallen startet. „Es gibt zahlreiche Jungvögel, viele Vögel brüten zurzeit noch in den Hallen“, warnt Leveringhaus.

Die Tierschützer monieren, dass die Stadtverwaltung keine Auskunft über Studien und geplante Schutzvorkehrungen gibt. Schon Ende des letzten Jahres forderten sie Einsicht in Artenschutzprüfungen, deren Befunde und geplante Schritte. „Obwohl diese Informationen laut Gesetz öffentlich zugänglich gemacht werden müssen, haben wir keine Antwort erhalten“, kritisiert Leveringhaus. Die Initiative zog daraufhin im Dezember Konsequenzen und verklagte die Stadt. Der Rechtsstreit ist noch anhängig.

Die Stadtverwaltung weist diesen Vorwurf von sich. Die Aktivisten hätten jederzeit die Möglichkeit gehabt, die vorliegenden Daten einzusehen, heißt es von dort. „Das stimmt definitiv nicht“, kontert Leveringhaus. Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt die Stadt mit, dass sie schon 2024 eine Artenschutzprüfung (ASP) in Auftrag gegeben habe, um „eine erste Einschätzung der artenschutzrechtlichen Betroffenheiten zu erhalten“. Hierbei seien Populationen von Haussperlingen, Mauerseglern, Mehlschwalben, Fledermäusen und Mauereidechsen festgestellt worden.

Die Resultate einer weiteren ASP aus dem Jahr 2025 seien noch nicht herausgegeben worden, weil diese erst intern geprüft werden müssten. Die Dokumente sollen den Tierschützern aber bald zur Verfügung gestellt werden, so eine Mitteilung der Stadt. Für die anstehenden Abbrucharbeiten seien ohnehin zusätzliche artenschutzrechtliche Gutachten nötig. Auf dieser Basis werde entschieden, welche Schutzvorkehrungen getroffen werden müssen. Denkbar seien Ersatzquartiere, Nistkästen oder auch Regelungen zur Bauzeit. Für ein erstes Abbruchprojekt sei im Pionierpark schon ein Artenschutzhaus für Haussperlinge errichtet worden, so die Stadt.

Das Gesetz spricht eine klare Sprache

Tatsächlich schreibt das Bundesnaturschutzgesetz bei Eingriffen in die Lebensräume von geschützten Arten strikte Vorgaben vor. So muss beispielsweise ein Ersatz her, wenn Brutstätten von Sperlingen oder Schwalben weichen müssen. Zauneidechsen sind bei Bauvorhaben umzusiedeln und die Quartiere von Fledermäusen dürfen keinesfalls zerstört werden.

Kopfzerbrechen bereiten den Tierschützern auch die vielen Tauben auf dem Areal. Diese genießen zwar keinen besonderen Artenschutz, doch Leveringhaus und ihre Mitstreiter pochen auf das Tierschutzgesetz. „Tauben sind standorttreu. Sie fliegen nicht einfach weg, wenn am Großmarkt abgerissen wird“, macht Leveringhaus das Dilemma deutlich.

Um die Tauben zu retten, hat sie die Vereine Tierschutz Siebengebirge und Taubenhausmanagement an Bord geholt. Gemeinsam wurde der Stadt ein Konzept für eine Lösung vorgelegt, das betreute Futterplätze, den Austausch von Eiern, medizinische Betreuung und ein mobiles Taubenhaus umfasst. „Die Kosten für Futter und die medizinische Versorgung sollte anteilig die Stadt übernehmen, den Rest wollen wir über Spenden finanzieren und die ganze Arbeit – wie gehabt – ehrenamtlich leisten“, lautet der Vorschlag von Leveringhaus.

Die Stadtverwaltung erteilte dem Konzept Ende Mai eine Absage und verwehrt den Tierschützern den Zutritt zum mittlerweile abgeriegelten Areal. Die Begründung der Verwaltung: Die Population passe sich den neuen Gegebenheiten an, während eine Fütterung den Bestand nur festigen oder gar erhöhen würde. „Das stimmt so nicht. Aber ohne, dass uns die Stadt Zugang zum Gelände gewährt, können wir nichts für die Tiere machen“, sagt Leveringhaus. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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