Das Warten auf das versprochene Denkmal für die Opfer des NSU-Anschlags in der Kölner Keupstraße geht weiter. Eine Fertigstellung rückt in weite Ferne.
Kölner KeupstraßeMahnmal rückt in weite Ferne – nicht vor 2030

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Ein Papp-Fahrrad am Eingang der Keupstraße erinnerte 2024 an das NSU-Attentat aus dem Jahr 2004. Bis heute gibt es kein Mahnmal.
Ein herber Rückschlag für die Opfer und Anwohnende: Auch über 20 Jahre nach dem Nagelbombenanschlag des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gibt es in der Keupstraße noch immer keinen Gedenkort.
Aktuellen Berichten zufolge wird sich daran auch in naher Zukunft nichts ändern. Wie der WDR meldet, ist mit einem Baubeginn für das Mahnmal nicht vor 2030 zu rechnen.
Jahrelanges Warten und gebrochene Versprechen
Grund für die massive Verzögerung ist ein Bauprojekt auf dem Nachbargrundstück. Ein Investor benötigt die für das Denkmal vorgesehene Fläche als Baustelleneinrichtungsfläche. Erst nach Abschluss seines eigenen Bauvorhabens kann der Gedenkort realisiert werden.
Der Kölner Stadtrat hatte bereits 2014, zehn Jahre nach dem Anschlag, den Bau eines Denkmals beschlossen. 2016 wählte eine Jury den Entwurf des Künstlers Ulf Aminde aus, der einen Gedenkort mit Bodenplatte und multimedialen Elementen vorsieht.
Seitdem herrscht jedoch Stillstand, vor allem weil das Grundstück nahe dem Tatort lange in Privatbesitz war. Der Immobilienentwickler Gentes aus Düsseldorf hatte zwar 2021 zugesagt, der Stadt einen Teil des Areals für das Mahnmal zu überlassen, doch die Umsetzung verzögerte sich weiter.
Die damalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußerte bereits ihren Unmut über die schleppende Entwicklung: „Ich finde es schrecklich, dass wir es noch nicht geschafft haben, das Mahnmal zu errichten.“
Investor hat Probleme bei der Projektentwicklung
Statt eines Ortes der Erinnerung machte das Gelände zuletzt durch Verwahrlosung Schlagzeilen. Berichte über Müll, Obdachlosigkeit und Drogenkonsum häuften sich. Die alten Industriegebäude auf der Brache wurden laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ mittlerweile abgerissen.
Auf dem gesamten Areal plant Gentes die Errichtung von über 300 Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen. Das Projekt stagniert jedoch. Aufgrund der angespannten Lage am Immobilienmarkt findet der Investor derzeit keine Mieter oder Käufer für die geplanten Neubauten.
Diese Stagnation hat direkte Auswirkungen auf das Mahnmal. Der WDR zitiert den Bauträger, dass das Gelände „angesichts der 33 Monate dauernden Bauarbeiten [...] frühestens im Jahr 2030 zur Verfügung“ stehe. Für die Betroffenen und die Stadtgesellschaft ist dies eine enttäuschende Nachricht. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
