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Horror auf Kölner GroßmarktTierschützerin: „Wir fanden eine Art Scheiterhaufen“

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Die vergessenen Tiere vom Großmarktgelände in Köln-Raderthal: Jetzt hat Tierschützerin Mania Leveringhaus eine erschütternde Entdeckung gemacht.

Der Kölner Großmarkt ist seit Ende 2025 dicht. Jetzt beginnt der Abriss. Doch auf dem Gelände leben noch viele, zum Teil unter Artenschutz stehende Tiere. Umso größer der Schock für Tierschützerin Mania Leveringhaus (31) darüber, was sie bei einem Begehungstermin erleben musste.

„Es ist genau das passiert, wovor wir seit Monaten warnen“, erklärt die Kölnerin, die ehrenamtlich das Projekt „Großmarktkatzen Köln“ leitet, gegenüber EXPRESS.de.

Köln Großmarkt: Tierschützerin geschockt über das Grauen

Bei dem Vor-Ort-Termin ging es diesmal nicht um die zurückgebliebenen Katzen, sondern um Hilfe für die ebenfalls auf dem Gelände lebenden Tauben. Dabei sei ihnen, darunter auch Mitglieder eines Taubenschutzvereins, von einem Vertreter der Stadt eine Halle gezeigt worden, die demnächst abgerissen werden soll.

Aber nicht durch die Stadt, so Mania Leveringhaus, sondern durch den ehemaligen Pächter selbst. Die Tierschützerin: „Keiner von uns hat damit gerechnet, so etwas dort vorzufinden...“

Als Erstes hätten sie mit Schrecken festgestellt, dass das Wellblechdach der Halle schon entfernt worden sei, wovon die Stadt nichts gewusst habe. „Aber da brüten die Tauben ja, für sie ist das Dach existenziell“, beklagt Mania Leveringhaus. Was sie weiter vorfanden, sei an Grausamkeit kaum zu beschreiben, so die 31-Jährige. 

„Wir fanden zerstörte Nester, tote Tauben und eine Art Scheiterhaufen für Taubenbabys vor“, schildert sie. Mehrere verbrannte Küken seien auf einen Haufen gekehrt worden. Es habe zunächst wie ein normaler Müllhaufen ausgesehen. „Aber es waren Küken, man sah, dass die kleinen Körper Feuer ausgesetzt waren“, erzählt Mania Leveringhaus. „Ich sah allein 14 tote Tauben und etliche Schädel und Körperteile.“

Eine Frau steht vor einer Wellblechhalle.

Copyright: Leveringhaus

Tierschützerin Mania Leveringhaus (31) leitet ehrenamtlich das Projekt „Großmarktkatzen Köln“.

Die Tierschützerin: „Wir sind nicht bereit, über die vorgefundene Situation zu schweigen, und haben Strafanzeige bei der Kölner Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Pächter eingereicht.“

Sinan Sengöz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, bestätigt auf EXPRESS.de-Nachfrage, dass eine Strafanzeige wegen des Vorwurfs des mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet wurde. Es werde geprüft, ob ein tragfähiger Anfangsverdacht vorliegt, erklärt er. 

Laut Sabine Wotzlaw vom städtischen Presseamt sei der zuständige Amtsleiter unmittelbar über den Sachverhalt informiert worden. „Sollten staatsanwaltliche Ermittlungen erfolgen, wird die Stadt diese aktiv unterstützen“, so Wotzlaw. 

Kölner Tierschützerin: Auch Tauben fallen unter den Tierschutz

Auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Großmarktes stehen mehr als 35 Gebäude, die von zahlreichen Vögeln zur Brut und zum Unterschlupf genutzt werden. Neben Tauben auch Schwalben (vermutlich Mehl- und Rauchschwalben), Rabenvögel, diverse Singvögel und Fledermäuse.

Der Großteil des Abrisses wird durch die Stadt erfolgen. „Zwei der Händler haben sich aber entschieden, den Abriss privat durchzuführen“, erklärt Tierschützerin Mania Leveringhaus. Diese hätten von der Stadt einen Leitfaden an die Hand bekommen, wie sie dabei mit dem Tier- und Artenschutz umgehen müssen. 

Sie stellt klar: „Auch Tauben fallen unter den Tierschutz. Wenn sie brüten oder Babys haben, dürfen die Nester nicht entfernt werden.“

Die verbliebenen Tiere auf dem Großmarkt-Gelände: Was muss passieren? Schreibt uns eure Meinung!

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Die 31-Jährige hatte in einem erstellten Lösungskonzept deutlich gemacht, dass mit Blick auf den geplanten Abriss der Großmarkthallen auch tierschutzrechtlich verantwortliches Handeln erforderlich sei und man nicht nur den vielen verbliebenen Katzen, sondern auch den Tauben helfen müsse. 

Doch bevor man den Großmarkt-Tauben helfen konnte, fanden viele von ihnen jetzt grausam den Tod.

Auf EXPRESS.de-Nachfrage hieß es am Mittwoch (25. März 2026) seitens der Stadt, dass bereits die Abrissarbeiten sukzessive nach frei werden und Übergabe der einzelnen Gebäude durchgeführt werden. 

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