Chelsea-Star spricht Klartext Lukaku über Rassismus: Kniefall reicht nicht aus

Chelseas Romelu Lukaku kniet am Mittekreis.

Chelseas Romelu Lukaku geht vor dem Spiel gegen Aston Villa am 11. September 2021 auf die Knie.

Spätestens im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung hat der Kniefall als Symbol für den Kampf gegen Rassismus weltweit Bekanntschaft erlangt. Für Romelu Lukaku ist das aber zu wenig.

London. Der belgische Angreifer Romelu Lukaku (28) von Thomas Tuchels (48) FC Chelsea hat sich zur Rassismus-Problematik im Fußballkontext geäußert. Für den belgischen Sturm-Hünen ist klar: Ein Kniefall von Sportlerinnen und Sportlern reicht nicht aus, um den Hass zu beenden.

Der Kniefall ist für Romelu Lukaku nicht ausreiched

Der Kniefall wird in der Premier-League seit mehr als einem Jahr vor jedem Spiel durchgeführt. Spieler aller Nationen wollen damit ihre Solidarität mit Opfern rassistischer Gewalt demonstrieren. Hintergrund ist die sogenannte Black-Lives-Matter-Bewegung (Englisch für: „Schwarze Leben zählen“), die sich bereits 2013 in den USA formierte.

Youri Tielemans und Romelu Lukaku knien am Mittelkreis und heben die rechte Faust.

Belgiens Youri Tielemans (l.) und Romelu Lukaku demonstrieren vor dem EM-Viertelfinale gegen Italien am 2. Juli 2021 gegen Rassismus.

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„Wir könnten im Grunde eine stärkere Positionen einnehmen“, betonte Lukaku gegenüber dem Nachrichtensender CNN in Bezug auf den Kniefall und nahm vor allem den Hass in den sozialen Netzwerken in den Fokus: „Wir gehen auf die Knie und am Ende klatschen alle, nach dem Spiel liest man dann aber die nächste Beleidigung.“

Romelu Lukaku nimmt den FC Chelsea in die Pflicht

Laut Lukaku sei viel mehr Kommunikation im Kampf gegen Rassismus notwendig: „Wir sollten uns alle zusammensetzen und über die Dinge sprechen, die zum Schutz der Spieler angegangen werden müssen.“

Dabei nimmt er auch seinen Klub, den FC Chelsea, in die Pflicht: „Wir als Verein, vom Besitzer bis hin zu den Spielern, sollten gerade jetzt ein Statement abgeben und eine Position einnehmen, dass solche Dinge nicht toleriert werden.“

Lukakus Teamkollege, der Spanier Marcos Alonso (30), hatte zuletzt erklärt, auf den Kniefall verzichten zu wollen und stattdessen auf ein „No to Racism“-Zeichen auf seinem Trikot zu zeigen.

Rassismus in der italienischen Serie A

Romelu Lukaku wechselte vor der laufenden Saison von Inter Mailand nach Londonon. Sein jüngerer Bruder Jordan Lukaku (27) steht derweil noch immer in Italien unter Vertrag – und zwar bei Lazio Rom. Einigen Fans der „Laziali“ hängt hartnäckig ein Image als Faschisten und Rassisten an. So zum Beispiel die Ultras von Lazio mit dem Namen „Irriducibili“. Offiziell hat sich die Gruppe aufgelöst, ihre Mitglieder gehen jedoch weiterhin ins Stadion – mit unveränderter Ideologie.

Romelu Lukaku und Jordan Lukaku schlendern nach Spielende über den Platz.

Romelu Lukaku und sein Bruder Jordan Lukaku (r.) beim Länderspiel Belgiens am 1. September 2016 gegen Spanien.

Doch nicht nur bei Lazio gibt es immer wieder rassistische Eklats, nahezu alle italienischen Klubs haben damit zu kämpfen. Eine Antirassismus-Kampagne der Serie A im Jahr 2019 zur Bekämpfung dieses Phänomens ging derweil ordentlich in die Hose: Teil der Kampagne war ein Kunstwerk, das drei Affen zeigte. Bei den Zuschauern und im Netz löste dieses Motiv Empörung aus, immerhin werden dunkelhäutige Spieler von rassistischen Krakeelern oft mit Affenlautern verhöhnt.

Auch in Deutschland kommt es im Fußball-Umfeld noch immer zu rassistischen Parolen. Beispielsweise beim Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC im Februar 2020: Damals wurde Jordan Torunarigha (24) rassistisch von Zuschauern beleidigt. Torunarigha flippte aus und bekam von Schiedsrichter Harm Osmers (36) die zweite Gelbe Karte für den Ausraster – Torunarigha musste vom Feld, weil er die dauernden rassistischen Pöbeleien nicht mehr ertragen konnte.

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