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Rassismus-Eklat Deutscher Olympia-Test abgebrochen – Torunarigha attackiert

Jordan Torunarigha liegt bei einem Zweikampf im Training der deutschen Olympia-Auswahl am Boden.

Jordan Torunarigha (am Boden), hier beim Training der deutschen Olympia-Auswahl am 13. Juli, wurde beim Testspiel gegen Honduras rassistisch beleidigt.

Am Donnerstag (22. Juli) startet die deutsche Fußball-Auswahl in Olympia 2021 in Tokio. Die Generalprobe gegen Honduras wurde von rassistischen Beleidigungen gegen Hertha-Profi Torunarigha überschattet.

Wakayama. Das letzte Testspiel der deutschen Olympia-Fußballer für die Sommerspiele in Tokio ist von rassistsichen Beleidigungen überschattet und fünf Minuten vor dem Ende vorzeitig abgebrochen worden.

Nach Angaben des DFB wurde Verteidiger Jordan Torunarigha (23) im Spiel gegen Honduras am Samstag (17. Juli 2021) in Wakayama rassistisch beleidigt, die deutsche Mannschaft verließ daraufhin gemeinsam beim Stand von 1:1 das Feld. Die Generalprobe des Teams von Auswahl-Trainer Stefan Kuntz (58) fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weitere Details gab es zunächst nicht.

Olympia 2021: Kuntz über rassistische Beleidigungen gegen Torunarigha

„Wenn einer unserer Spieler rassistisch beleidigt wird, ist es für uns keine Option, weiterzuspielen“, erklärte Kuntz. „Fünf Minuten vor Ende kam es zu einem Gerangel. Ich bin gleich zu Jordan gelaufen, er war sehr aufgelöst und hat gesagt, dass er wiederholt rassistisch beleidigt worden ist“, sagte Kuntz und fügte an: „Das verletzt unsere Werte, das können wir nicht dulden. Daher haben wir uns entschieden, dass wir vom Platz gehen und das dem Schiedsrichter und dem Gegner mitgeteilt.“

Honduras' Verband sprach nach der Partie auf Twitter von einem „Missverständnis“. „Nachdem sich die Situation ein bisschen beruhigt hat, kam auch der gesamte Kader von Honduras rüber zu uns zur Bank und hat sich entschuldigt. Damit war das Thema für uns gegessen“, erkärte Kuntz weiter.

Das Team habe gemeinsam überlegt, ob der Angelegenheit noch weiter nachgegangen werden solle, sich aber dagegen entschieden. „Wir haben ein richtiges Statement gesetzt, wir haben richtig entschieden und gehandelt. Es war auch Jordans Wille, der gesagt hat, dass wir es damit gut sein wollen lassen“, sagte Maximilian Arnold (27) vom VfL Wolfsburg, der das Team bei Olympia als Kapitän anführen wird.

Olympia 2021: Generalprobe von DFB-Auswahl nach Rassismus-Attacke abgebrochen

Die Partie war über dreimal 30 Minuten angesetzt, der 23 Jahre alte Torunarigha von Hertha BSC stand sowohl im zweiten als auch im dritten Drittel auf dem Platz. Honduras war in den ersten 30 Minuten in Führung gegangen, der Augsburger Felix Uduokhai erzielte im letzten Drittel den Ausgleich.

Hertha-Profi Jordan Torunarigha war bereits im Februar 2020 beim Pokalspiel zwischen Schalke und Hertha mit rassistisch motivierten Beschimpfungen konfrontiert worden. In der Verlängerung hatte der sichtlich aufgebrachte Hertha-Verteidiger damals die Gelb-Rote Karte gesehen. Der 23-Jährige hatte später Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Olympia 2021 in Tokio: Deutsche Fußballer starten am Donnerstag in die Sommerspiele gegen Brasilien

Kuntz nutzte die Partie bis zum Abbruch zum kräftigen Rotieren und setzte alle 18 Spieler des Kaders ein. Zu Beginn baute der Coach auf Marco Richter (FC Augsburg), Max Kruse (1. FC Union Berlin) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) in der offensiven Dreierkette.

Das deutsche Team konnte nach zahlreichen Absagen nur mit 15 Feldspielern und drei Torhütern nach Japan reisen. Erlaubt ist ein Kader von 22 Spielern. Am Sonntag (10.00 Uhr) fliegt die deutsche Olympia-Auswahl nach Tokio und bezieht ihr Teamhotel in Yokohama.

Dort startet der Silbermedaillengewinner von Rio 2016 am Donnerstag (13.30 Uhr/ARD und Eurosport) gegen Olympiasieger Brasilien ins Turnier. Die weiteren Gruppen-Gegner sind am Sonntag kommender Woche Saudi-Arabien und drei Tage später die Elfenbeinküste. Die jeweils ersten beiden Teams der vier Vierergruppen erreichen das Viertelfinale. (dpa/sid)