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Zu wenig Kohle?HSV-Investor Kühne fordert: Hamburg soll auf EM-Austragung verzichten

Klaus-Michael Kühne, Mäzen und Präsident des Stiftungsrates der Kühne-Stiftung, sitzt auf der Pressekonferenz zum Logistik-Tag der Kühne-Stiftung.

Unternehmer Klaus-Michael Kühne rät von einer EM-Ausrichtung in Hamburg ab. Hier sitzt er bei einer Pressekonferenz der Kühne-Stiftung am 9. Februar 2018.

Das Volksparkstadion in Hamburg ist einer der zehn Austragungsorte der EM 2024 in Deutschland. Nun gibt es jedoch Diskussionen um einen Rückzug.

von Felix Stollenwerk (sto)

Fußball-Fest in Deutschland! Sommer-Märchen im eigenen Land! 2024 steht die Europameisterschaft in Deutschland auf dem Programm. Die Planungen der Städte und Vereine, die den Zuschlag als Austragungsort bekommen haben, laufen auf Hochtouren – auch in Hamburg.

Der Hamburger SV ist mit dem Volksparkstadion nämlich einer der zehn Spielorte des Turniers im Jahr 2024. Noch zumindest: Denn in Hamburg gibt es noch die ein oder andere Hürde zu bewältigen. Auch HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (85) äußerte sich nun – nicht zur Freude alle sportbegeisterten Hamburger.

Hohe Renovierungskosten – Kühne rät von EM-Ausrichtung ab

Denn Klaus-Michael Kühne rät dem Hamburger SV von einer Teilnahme an der EM 2024 als Austragungsort ab. „Ich empfehle der Stadt Hamburg und der HSV Fußball AG dringend, auf Europameisterschaftsspiele im Jahr 2024 zu verzichten, um die äußerst kostspielige und vom HSV nicht finanzierbare Stadionrenovierung zu vermeiden“, sagte der 85-Jährige der „Bild“.

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Mit der Stadionrenovierung meint der langjährige Investor des Vereins den Stadionumbau auf UEFA-Standards. Als Veranstalter der Europameisterschaft gibt der Verband strenge Richtlinien vor, an die ein Stadion angepasst werden muss, insofern es noch nicht den vorgegebenen Standards entspricht.

Dies ist offenbar auch im Volksparkstadion der Fall. Im Raum steht eine Summe von rund 35 Millionen Euro, die dem HSV fehlt, um die nötigen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten durchführen zu können. Deutlich zu viel für den Verein selbst, der auf Unterstützung von der Stadt Hamburg hofft. Doch auch dieser rät Kühne in seinem Statement von einer Investition ab.

Kühne: „Man muss auch einmal verzichten können“

Stattdessen solle man sich laut dem Investor lieber auf das sportliche Geschehen konzentrieren – da kann der HSV wiederum auch auf Geld des 85-Jährigen freuen: „In der jetzigen Situation müssen alle Kräfte darauf konzentriert werden, eine schlagkräftige HSV-Mannschaft aufzubauen, wofür ich in begrenztem Umfang Mittel zur Verfügung stelle.“ Dem Milliardär ist der Aufstieg des HSV in die Bundesliga wohl wichtiger als eine EM-Austragung.

Wolken ziehen über das Volksparkstadion.

Das Volksparkstadion in Hamburg am 6. Juli 2020.

Kühne betonte zudem: „Das Geld für Investitionen in das Stadion, außer für unvermeidbare Reparaturen, ist schlicht nicht vorhanden – man muss auch einmal verzichten können.“ Wenn es nach dem Unternehmer ginge, müssten die Sport-Fans in Hamburg also auf EM-Fußball im eigenen Stadion verzichten. Stand jetzt finden vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale im Volksparkstadion statt.

Sportstaatsrat Hamburg macht EM-Fans Hoffnung

Doch der Hamburger Sportstaatsrat Christoph Holstein (59) entgegnet den kursierenden Gerüchten um die hohen Millionenbeträge bei NDR 90,3 Folgendes: „Die Forderungen der UEFA betragen unseren Berechnungen nach einen kleinen einstelligen Millionenbetrag“, und macht damit allen EM-Fans Hoffnung auf EM-Fußball in Hamburg.

Demnach fordere die UEFA lediglich einen IT-Serverraum mit Kühlung und neuen Kabeln, ein Notstromaggregat für das Flutlicht und zusätzliche Drehkreuze. Anpassungen, die der HSV in Zusammenarbeit mit der Stadt wohl durchführen könnte. Schließlich wären laut dem Hamburger Abendblatt über zwei Millionen Euro Vertragsstrafe an die Stadt Hamburg fällig, wenn man den Stadion-Anforderungen der UEFA nicht gerecht wird.