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Playoffs für die Bundesliga? Klubs reagieren – FC-Lizenzspielerleiter Kessler äußert klare Meinung

Thomas Kessler beim Bundesliga-Spiel TSG Hoffenheim gegen 1. FC Köln

Kölns Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler am 15. Oktober 2021 in Sinsheim.

Die Diskussion über die Bundesliga nimmt Fahrt auf. Branchen-Primus FC Bayern München zeigt sich offen für eine Debatte über Playoffs. Der Rest der Liga reagiert verhalten, die Fans sind dagegen.

Wie kann man die gähnende Langeweile in der Bundesliga beenden? Ohne wirtschaftliche Umverteilung scheinen die Einführung von Playoffs die aussichtsreichste Option, die gesunkene Attraktivität der Bundesliga wieder zu steigen.

Weil die neue DFL-Chefin Donata Hopfen sich zuletzt offen für Veränderungen aussprach, nimmt das Thema Fahrt auf. Bayern-Chef Oliver Kahn findet „es spannend, über neue Modelle nachzudenken. Ein Modus mit Halbfinals und Finale würde Spannung für die Fans bedeuten. Es macht also Sinn, so einen Gedanken durchzuspielen.“ Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke warnte davor, irgendwelche Denkmodelle frühzeitig abzuschreiben.

Zweifel an einem fairen Wettbewerb durch Playoffs

Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung des 1. FC Köln, sagt: „Ich bin ein Kind der Bundesliga und im Hinblick auf diese Frage Traditionalist. Ich mag den Wettbewerb so wie er ist und finde ihn bis heute in diesem Format spannend.“

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Gladbach-Coach Adi Hütter sagte: „Wir haben es in Österreich ja schon länger, dass die Liga nach 22 Spielen geteilt wird in ein oberes und ein unteres Playoff. Grundsätzlich kann man alles mal überdenken und überlegen. Aber ich weiß nicht, ob es fair ist, wenn der Vierte, der nach 34 Runden vielleicht 15 Punkte hinter dem Ersten ist, noch Meister werden kann.“

Auch Freiburg-Trainer Christian Streich sprach sich gegen Playoffs in der Fußball-Bundesliga aus. „Ich finde es gut, das derjenige, der am Ende von 34 Spielen am meisten Punkte hat, auch Meister wird“, sagte der 56-Jährige: „Ich kann die Gedanken nachvollziehen, wie man die Liga attraktiver machen will. Aber ich finde es so, wie es ist, am gerechtesten und mit der größten Aussagekraft.“

Ex-Bayern-Direktor und Leverkusen-Manager Michael Reschke, inzwischen als Spielervermittler tätig, hatte Ende Januar einen anderen Vorschlag vorgebracht: „Jedes zweite Jahr – also in den Nicht-WM- und Nicht-EM-Jahren – beenden wir die Saison mit einem Playoff. Das Ganze in einer kurzen, knackigen Form. Der Erste spielt ein Halbfinale gegen den Vierten und hat selbstverständlich Heimrecht. Der Zweite spielt gegen den Dritten und dann gibt es ein Finale.“

Rudi Völler gegen einen Kulturbruch durch Bundesliga-Playoffs

Sein ehemaliger Chef Rudi Völlersieht das aber völlig anders: „Ich bin absolut dagegen. Das ist der völlig falsche Ansatz“, positioniert sich der Weltmeister von 1990 und frühere Bundestrainer deutlich. „Wäre es jedes Jahr eng, würden wir uns mit keinem Wort darüber unterhalten, weil wir alle diesen reinen Wettbewerb besser finden“, äußerte Bo Svensson vom FSV Mainz 05.

Die Diskussion steht an ihrem Anfang. Ex-DFL-Boss Christian Seifert hatte 2020 gesagt: „Playoffs wären in der Bundesliga ein Kulturbruch. Das müsste von der breiten Masse getragen werden, von Klubs und Fans.“

DFL kündigt eine tiefgreifende Diskussion in der Liga an

Dem Kicker erklärte die DFL, dass „einer so tiefgreifenden Entscheidung ein intensiver, strukturierter Dialog mit den Klubs und zuständigen Ligagremien unter Abwägung aller Argumente vorausgehen“ müsse.

Es ist bezeichnend, dass über ein neues Spielformat gesprochen wird, anstatt die tatsächlichen Probleme anzugehen, die zu einem fehlenden Wettbewerb an der Spitze führen“, sagte die Fanvereinigung „Unsere Kurve“. „Wir brauchen keine neuen Formate und Wettbewerbe, die durch noch mehr Vermarktung mehr Geld in den Fußball spülen.“

Das Geld kommt vor allem durch das Fernsehen und wegen der bestehenden Verträge könnte frühestens 2025/26 ein neuer Modus eingeführt werden.

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