„Außergewöhnliche Situation“ NRW ruft Notlage aus – wegen Energiekrise

BVB-Krise im Anmarsch? Terzic-Aussprache mit Mannschaft war „sehr laut“ und „sehr deutlich“

Dortmunds Trainer Edin Terzic (l) sehr erbost an der Seitenlinie. Davor ist Jude Bellingham zu sehen (r).

Beim BVB um Coach Edin Terzic läuft es noch nicht wirklich rund, wie hier bei der jüngsten Bundesliga-Niederlage beim 1. FC Union Berlin am vergangenen Sonntag (16. Oktober 2022). 

Der BVB macht derzeit keine leichte Phase durch. Viele Spieler hadern mit ihren Leistungen und denen ihrer Teamkollegen – Cheftrainer Edin Terzic will die Probleme jetzt bewusst anpacken.

Wackelige Abwehr, lahmende Offensive – bei Borussia Dortmund wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Im Falle eines Zweitrunden-Aus im Pokal am Mittwoch (19. Oktober 2022, 18 Uhr) bei Hannover 96 drohen richtig ungemütliche Zeiten.

Nach einem bisher enttäuschenden Saisonverlauf in der Bundesliga mit bereits vier Niederlagen nach zehn Partien steht das ins Mittelmaß abgerutschte Team von Edin Terzic (39) mächtig unter Druck. Der Fußball-Lehrer hofft auf die positive Wirkung einer lebhaften Aussprache mit der Mannschaft am Montag (17. Oktober): „Es war sehr laut, sehr deutlich und sehr offen. Wir hoffen, dass wir es schnellstmöglich besser machen können.“

Edin Terzic will vor Problemen nicht die Augen verschließen

Angesichts der jüngsten Rückschläge ist der Redebedarf bei Borussia Dortmund groß. „Ihr könnt euch sicher sein, dass die Jungs schon wissen, worum es geht“, antwortete der Coach auf Fragen nach der Teamsitzung, bei der die Patzer aus dem dürftigen Auftritt am Sonntag beim Tabellenführer 1. FC Union Berlin (0:2) aufgearbeitet werden sollten.

Alles zum Thema Fußball-Bundesliga

„Es ist nicht so, dass sie die Augen verschließen. Was uns daran stört ist, wenn man ihnen zuhört, dann hören wir die richtigen Dinge. Nur dann geht es darum, es auf dem Platz umzusetzen. Das ist jetzt die große Aufgabe“, erklärte Terzic die Herausforderung für die nahe Zukunft.

Der Frust über die Niederlage in Berlin sitzt bei allen schwarz-gelben Beteiligten tief. Nationalspieler Niklas Süle (27) fand noch vor der Rückreise nach Dortmund deutliche Worte: „Die Alarmglocken müssen bei uns schrillen. Wir können so nicht weitermachen und müssen das knallhart analysieren.“

Der dürftige Ertrag der vergangenen Wochen gibt dem Neuzugang aus München zu denken: „Wir werden jede Woche gelobt, was für Potenzial wir haben. Dann müssen wir aber auch mit Überzeugung spielen.“

Allein die nackten Zahlen dokumentieren das Dilemma. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison gab es acht Punkte und 14 Treffer weniger. Dass ein vermeintliches Spitzenteam nach zehn Spieltagen eine negative Tordifferenz aufweist (13:14), rundet das Bild ab.

Vor allem in den vergangenen drei Bundesliga-Auswärtsspielen in Leipzig (0:3), beim 1. FC Köln (2:3) und Berlin (0:2) mangelte es an Leidenschaft und Spielwitz. „Platz acht ist nicht unser Anspruch. Das ist nicht das, was wir erwarten. Mit der Kritik, die jetzt kommt, müssen wir daher leben“, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl (42) den „Ruhr Nachrichten“.

Hummels klagt über unnötige „Schlitzer“ seiner Teamkollegen

Es spricht für die unterschiedlichen Auffassungen im Team, dass Abwehrchef Mats Hummels (33) wiederholt Unmut über den „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“-Fußball einige Kader-Kollegen äußerte. Dass Karim Adeyemi (20) den Treffer zum 0:2 in Berlin mit einem missratenen Hackentrick einleitete, verleitete den Abwehrchef zu einem neuerlichen Kommentar.

„Manchmal ist der einfache 20-Meter-Rückpass die beste Lösung, auch wenn das danach nicht auf Social Media kommt“, kommentierte der 33 Jahre alte Weltmeister von 2014, ohne den Namen des Angreifers zu nennen. Terzic warb um Verständnis für die öffentliche Kritik von Hummels: „Mats geht vorweg und spricht die Themen an. Auch diesmal hat er im Wir gesprochen.“

Mit einer ähnlichen Einstellung wie zuletzt in Leipzig, Köln und Berlin dürfte es auch in Hannover schwer werden, die erhoffte Trendwende einzuleiten. Wie knifflig Pokalspiele bei einem Zweitligisten werden können, hatte die Borussia in der vergangenen Saison beim Achtelfinal-Knockout beim FC St. Pauli (1:2) zu spüren bekommen.

„Das wird keine leichte Aufgabe. Es ist wieder ein Zweitligist, es ist wieder eine spielstarke Mannschaft und es ist wieder ein K.o.-Spiel. Aber wir sind uns der Favoritenrolle bewusst und wollen ihr gerecht werden“, sagte Terzic. (dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.