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Rundumschlag nach Union-Pleite BVB-Stars gehen Neuzugang öffentlich an

Niklas Süle und Mats Hummels im Trikot von Borussia Dortmund.

Niklas Süle und Mats Hummels von Borussia Dortmund nach dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München am 8. Oktober 2022.

Borussia Dortmund hinkt den Erwartungen wieder einmal hinterher. Nach der 0:2-Niederlage bei Union Berlin am Sonntag (16. Oktober 2022) üben die BVB-Leitwölfe Mats Hummels und Niklas Süle offen Kritik an einem ihrer Mitspieler.

Vor „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ hatte Mats Hummels eindringlich gewarnt - und dann leitete ausgerechnet eine Hacken-Schluderei von Karim Adeyemi das entscheidende Gegentor für Borussia Dortmund bei Union Berlin ein. „Es wäre schöner, wenn es nicht passen würde“, brummte der BVB-Routinier nach dem 0:2 (0:2) säuerlich: „Aber es passt.“

Den Namen ihres Mitspielers sprachen weder Hummels noch der ebenfalls angefressene Niklas Süle aus. Der Adressat war ohnehin so eindeutig, wie er nur sein kann - und er bekam einen Rundumschlag des Veteranen gegen die Jugend von heute verpasst. Spätestens jetzt rumort es in der Kabine.

Süle: BVB hat sich Leben "wieder selbst schwer gemacht"

„Manchmal ist der einfache Zwanzig-Meter-Rückpass die beste Lösung“, sagte Hummels. „Auch wenn er danach nicht auf Social Media kommt.“ Das saß. Seit Jahren schon verfolge den Verein, nicht zu wissen, „wann man schnickt“, also rumtrickst, „und wann man nicht schnickt“. So habe sich die Borussia das 2:0 „ein bisschen auf die BVB-Art“ gefangen: Erst individuelle Fehler wie der Ausrutscher von Gregor Kobel vor dem 1:0, dann vergebliches Bemühen.

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Hummels' Anklage war eine passende Zustandsbeschreibung. Von herausragenden Käfig-Zauberern besitzen die Dortmunder einige: Umso seltener sind Säulen, die tragen und auch stehen, wenn der Druck unerträglich wird. „Wenn wir Woche für Woche gelobt werden, was für ein Potenzial wir vorne haben, dürfen wir erwarten, dass wir mit mehr Konstanz und Überzeugung spielen“, sagte Süle. Wieder kritisierte die Abwehr die Offensive.

BVB-Trainer Edin Terzic hatte immerhin alles gesehen, was eine Spitzenmannschaft ausmacht. Konsequenz, „viel Reife, einen geschlossenen Spielstil“. Ein „riesengroßes Kompliment“ sprach er aus - für den Gegner. Dortmund selbst, analysierte Süle, hatte sich das Leben „wieder selbst schwer gemacht“.

An Terzics Aussagen war das Unausgesprochene spannender als seine Sätze selbst. „Union hat sich über Jahre hinweg diese Position erarbeitet.“ Und der BVB? „Sie lassen ihre Mitspieler nicht allein.“ Und der BVB? „Sie lassen die Kugel super laufen.“ Und der BVB? Der liegt nach zehn Spielen sieben Punkte hinter dem Aufsteiger von 2019. Einen Effekt des im Überfluss bejubelten späten Ausgleichs gegen Bayern München (2:2) gibt es nicht.

Süle forderte vor dem Pokalspiel bei Hannover 96 am Mittwoch (18.00 Uhr/Sky) „eine knallharte Analyse“. Doch wie oft hat es die in den vergangenen Jahren (angeblich) gegeben? Weiterhin kann der BVB an einem Sahnetag zu Hause jeden Gegner auseinanderschrauben. Jederzeit kann er allerdings auch gegen jeden Liga-Gegner verlieren.

Die ewige Konstanzlosigkeit führt anscheinend inzwischen zu sinkenden Ansprüchen. „Die Gesamtsituation ist komischerweise irgendwie in Ordnung“, sagte Hummels fast verblüfft. „Es fühlt sich nicht gut an, aber auch nicht so schlecht, wie es die Statistiken aussagen müssten.“ (SID)

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