Wechsel zum FC-Rivalen Florian Wirtz: „Nicht wegen Juliane von Köln nach Leverkusen gegangen“

Florian Wirtz führt den Ball, Köln Dejan Ljubicic jagt ihm hinterher.

Das Riesentalent Florian Wirtz (r.) wechselte 2020 vom 1. FC Köln zu Bayer 04 Leverkusen. Nun äußerte er seine Gedanken zu diesem Karriere-Schritt. Das Bild stammt aus dem Duell gegen den FC am 24. Oktober 2021.

Juliane Wirtz und ihr Bruder Florian kickten einst für den Nachwuchs des 1. FC Köln und spielen nun beide in der Bundesliga – ausgerechnet für den FC-Rivalen aus Leverkusen.

Brüder in der Fußball-Bundesliga sind keine Seltenheit. Gedacht sei an Niko und Robert Kovac, Friedhelm und Wolfgang Funkel oder die Kremers-Zwillinge Helmut und Erwin. Aber auch Geschwister verschiedenen Geschlechts können mit außergewöhnlichem fußballerischen Können gesegnet sein.

So zum Beispiel Florian Wirtz (18) und dessen anderthalb Jahre ältere Schwester Juliane Wirtz (20). Beide spielen sogar für denselben Verein: Bayer 04 Leverkusen. Juliane bei den Damen, Florian bei den Herren.

Florian Wirtz: „Das hat mich nicht todtraurig gemacht“

Im Interview mit „11 Freunde“ sprachen die beiden unter anderem über ihren Karriereweg, der gemeinsam beim SV Grün-Weiß Brauweiler zur Mitte der Nuller-Jahre begann. 2011 wagten beide im noch jungen Alter den nächsten Schritt und schlossen sich den Jugendteams des 1. FC Köln an.

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Juliane Wirtz hat den Ball am Fuß, Nicole Anyomi versucht, sich zu nähern.

Im Spiel am 21. November 2021 entkommt Leverkusens Juliane Wirtz (l.) der Frankfurterin Nicole Anyomi.

Nach sieben Jahren beim FC entschied sich die damals fast 17-jährige Juliane für einen Wechsel zum Lokalrivalen aus Leverkusen, Florian zog zwei Jahre später, 2020, nach. Ihr jüngerer Bruder gab allerdings zu: „Ich bin nicht wegen Juliane von Köln nach Leverkusen gegangen. Ich habe hier bei Bayer 04 einfach bessere Perspektiven für mich gesehen.“

Florian Wirtz‘ Wechsel wurde beim FC und dessen Anhängern nicht sonderlich gut aufgenommen. „Da ist einiges auf mich eingeprasselt, das hat mich nicht todtraurig gemacht, doch natürlich berührt es einen, wenn man viele Jahre für den 1. FC Köln gespielt hat, dort Deutscher Jugendmeister geworden ist und dann im Stadion ausgepfiffen wird“, erklärte der 18-Jährige.

Juliane Wirtz: „Viele meiner Freunde sind FC-Fans“

Florian Wirtz sei klar gewesen, dass ein Wechsel aus der Domstadt ins benachbarte Leverkusen „nicht unproblematisch“ sei, dennoch habe er den Frust der Fans in diesem Ausmaße nicht kommen sehen.

Auch Juliane Wirtz bekam zu spüren, was der Wechsel ihres Bruders bedeutet. „Wir wohnen ja fast in Köln, und viele meiner Freunde sind FC-Fans. Da habe ich mir schon ein paar Sprüche anhören müssen“, erinnerte sie sich und schob hinterher, dass das „aber in Ordnung“ war.

Im letzten Jahr startete Florian Wirtz bei Bayer 04 so richtig durch, gehört aktuell mit fünf Toren und neun Vorlagen zu den besten Scorern der Bundesliga. Laut einem Bericht der „Sport Bild“ haben sich Bayer Leverkusen und der Nationalspieler darauf verständigt, den gemeinsamen Weg bis mindestens 2023 fortzuführen.

Florian steht mit Bayer auf Platz drei der Tabelle, Schwester Juliane rangiert mit den Leverkusener Frauen auf dem sechsten Platz. Juliane ist es wichtig, weiterhin für ihre Sache, den Frauenfußball und dessen Akzeptanz, einzustehen. Ihr Vorbild: Die deutsche Nationalspielerin Almuth Schult (30) vom VfL Wolfsburg.

Florian und Juliane Wirtz erlernten Zweikampfhärte im Wohnzimmer

Obwohl Florian und Juliane Geschwister sind und viele Tipps von ihrem Vater bekamen, sind sie sich fußballerisch überhaupt nicht ähnlich. „Ich wollte schon immer Tore schießen und Vorlagen geben“, erklärte Florian, während Juliane anmerkte, dass sie ihr „ganzes Leben auf der Sechs oder in der Innenverteidigung gespielt“ habe.

Dennoch konnten sie in ihrer Kindheit voneinander lernen. Florian Wirtz: „Das fängt schon damit an, dass wir früher auf engstem Raum im Wohnzimmer gespielt und gekämpft haben. Dadurch haben wir früh eine gewisse Zweikampfhärte bekommen.“ Eine Fähigkeit, die unter zehn (!) Geschwistern notwendig ist, um sich durchzusetzen. Neid oder Missgunst gab es zwischen den Geschwistern aber trotzdem nie.

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