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Einst Rekord-ProfiWunsch erfüllt: Hier spricht der erste FC-Engländer Tony Woodcock

Klaus Fischer (li.), Anthony Woodcock (2.v.li.) beim Einmarsch, dahinter Pierre Littbarski (hi.3.v.li.) und Klaus Allofs (alle 1. FC Köln).

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Tony Woodcock (vorne) am 19. September 1981 mit Klaus Fischer (li.), Pierre Littbarski und Klaus Allofs beim 1. FC Köln. 

Der 1. FC Köln hatte in seiner Historie lange Jahre nur einen Profi aus England. Jetzt spielen gleich drei Jungs von der Insel für den FC. Alle drei haben riesiges Potenzial. EXPRESS.de sprach mit dem ersten FC-Engländer Tony Woodcock über den Insel-Boom am Geißbockheim.

Das war Ende der 1970er Jahre eine riesengroße Nummer! Als der 1. FC Köln 1979 Tony Woodcock (heute 70) von Nottingham Forest verpflichtete, hatte dieser gerade mit seinem Klub den Europapokal der Landesmeister gewonnen.

Im Halbfinale konnten sich die Engländer in zwei Spielen knapp gegen den FC durchsetzen (3:3 und 1:0). Ein Linksfuß war dem damaligen FC-Trainer Hennes Weisweiler ins Auge gestochen: Woodcock! Ein überliefertes Zitat von damals: „Den will ich, koste es, was es wolle.“ Das war der Startschuss für Manager Karl-Heinz Thielen, der nach intensiven Verhandlungen tief in die Tasche greifen musste.

Woodock zum FC: „Holt Jungs aus England, das ist kein Risko“

Der FC gab für Woodcock die damalige Rekordablösesumme von 2.493.750 Millionen Mark aus (heute rund 1,25 Millionen Euro). Und der erste Engländer im FC-Trikot war eine Sensation: 4000 Fans aus der Kölner Region und 25 Journalisten aus England waren beim ersten Training am Geißbockheim dabei. Woodcock fühlte sich in Köln pudelwohl, auch wenn große Titel ausblieben (Vizemeister 1982 und Pokalfinalist 1980).

Von 1979 bis 1982 und von 1986 bis 1988 trug Woodcock den Geißbock auf der Brust, und machte in 155 Spielen für den FC 46 Tore. Er war jahrzehntelang der erste und einzige Engländer am Geißbockheim. Jetzt hat der FC plötzlich mit Jahmai Simpson-Pusey (20), Mikey Moore (19) und Reigan Heskey (18) gleich drei Engländer im Team.

Beim 1:4 in Stuttgart standen erstmals alle drei auf dem Platz. Vor allem Moore überzeugte in der zweiten Halbzeit mit einem beherzten Auftritt. Das macht Lust auf mehr!

Woodcock ist im Gespräch mit EXPRESS.de begeistert: „Ich freue mich sehr, dass der FC so starke Talente aus England für sich gewinnen konnte. Schon vor einigen Jahren habe ich den Verantwortlichen immer wieder gesagt: ‚Holt Jungs aus England, das ist kein Risiko.‘ Entweder sie schlagen ein, oder sie gehen für die gleiche Ablösesumme zurück in die Premier League.“

Auch Joachim Watzke (67) von Borussia Dortmund hatte Woodcock bei diversen Treffen junge Spieler aus der Premier League ans Herz gelegt. Jadon Sancho (26) war dann der erste, der beim BVB durchstarten konnte. Er wurde 2017 aus der Jugend von Manchester City für knapp acht Millionen Euro geholt. 2021 kaufte Manchester United ihn für 85 Millionen Euro.

Woodcock ist jetzt froh, dass FC-Sportchef Thomas Kessler (40) und Kaderplaner Tim Steidten (47) den englischen Markt für die Kölner entdeckt haben: „Klasse, dass der FC da jetzt aktiv geworden ist. Ich kenne Emile, den Vater von Reigan Heskey, sehr gut. Gerade die Jungs von Manchester City, Simpson-Pusey und Heskey, haben eine super Ausbildung genossen. Mit allem, was dazu gehört: Athletik, Technik, Taktik und Disziplin. Wenn sie jetzt auch Mut zeigen, sollten sie in Köln einschlagen.“

Die Ex-Spieler des 1. FC Köln Tony Woodcock und Dieter Prestin (r.) auf der Tribüne im Rhein-Energie-Stadion.

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Tony Woodcock im April 2024 auf der Tribüne beim 1. FC Köln mit Ex-Spieler Dieter Prestin (r.).

Auch Moore begeistert Woodcock: „Er ist ein wahrer Dribbelkönig. Die drei sollen sie jetzt in Köln in ein Zimmer stecken, sie zusammen Deutsch lernen lassen und dann werden sie auch auf dem Platz zusammen Gas geben und hoffentlich Spaß haben.“

Woodcock (lebt in Nord-London) selbst spricht hervorragend Deutsch. Nach seiner Zeit beim FC spielte er noch bei Fortuna Köln, und war dort auch Sportlicher Leiter. Als Trainer arbeitete er bei der Fortuna, dem SC Köln-Brück und dem VfB Leipzig. Anfang der 2000er war der ehemalige englische Nationalspieler dann noch Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt.

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Dem FC ist er bis heute verbunden geblieben: „Ich bin vier bis fünfmal im Jahr in Köln, schaue mir gerne die Spiele im Stadion an. Im Oktober bin ich wieder da, dann bin ich gespannt auf die drei Engländer.“

Einen Pflichttermin besucht er auch regelmäßig in Köln: die FC‑Karnevalssitzung. Doch er hat neben seinem erfüllten England-Wunsch einen weiteren Wunsch: „Früher waren noch mehr ehemalige Spieler dabei. Es wäre schön, wenn das künftig wieder so wäre. Ich halte es für wichtig, dass man seinen alten Klub auch nach der Karriere außerhalb des Platzes unterstützt.“

Zweikampf zwischen Ellyes Skhiri und Maximilian Mittelstädt.
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Ein FC-Wechsel nach VfB-Abreibung schon sicher?