Um kurz nach Mitternacht drückte Kölns Busfahrer Michael Liebetruth auf die Hupe. Das Zeichen zur Abfahrt. Der FC reiste mit einer 1:4-Packung im Gepäck aus Stuttgart zurück nach Köln.
1:4-Pleite beim VfBKessler-Klartext: „Auf dem Niveau nicht erlauben“

Es war ein Spiel, in dem der 1. FC Köln auch gut und gerne acht Dinger hätte schlucken können. Aber auch drei, vier eigene Treffer waren möglich. Doch die Viertelstunde Mut-Fußball unmittelbar nach der Pause war am Ende zu wenig, um bei einem Champions-League-Teilnehmer zu bestehen.
FC-Sportboss Thomas Kessler (40) fand in den Katakomben auch deutliche Worte, legte den Finger durchaus in die Wunde. Aber er wusste die Lage auch realistisch einzuschätzen.
Fehlerfestival beim FC vor der Halbzeit
Kessler ärgerte das Fehlerfestival in den ersten 45 Minuten: „Wir hatten in der ersten Halbzeit sicherlich den einen oder anderen Moment, wo wir einfach nicht gut verteidigt haben, vor allem weil wir mit dem Ball auch echt unsauber waren. Der Ball ist in einigen Situationen vielleicht zu weit weggesprungen, dann kannst du dir keine Torchancen erarbeiten.“
Teilweise verteidigte der FC grottig, schaute zu, ließ die Stuttgarter gewähren. Kessler fand das Resultat ernüchternd: „Wir kriegen dann mit relativ wenig Gegenwehr das 1:0, was du dir auf dem Niveau einfach nicht erlauben darfst.“
Am Ende fasste Kessler zusammen: „Der VfB war nicht unsere Kragenweite. Wir haben es in einigen Situationen nicht gut gemacht. Ich glaube auch nicht, dass jeder an sein Leistungsmaximum gekommen ist, was gegen einen starken Gegner auch nicht immer so einfach ist. Aber wir haben völlig verdient verloren.“ Doch Kessler hat auch viel Gutes gesehen. Und das will er mitnehmen und das Schlechte analysieren.
Was Kessler gefallen hat: „Wir kommen aus der Halbzeit und machen das dann sehr ordentlich. Die erste Viertelstunde, 20 Minuten haben wir viele Eckbälle rausgeholt, die ein oder andere Torchance gehabt. Und dann musst du natürlich aus dieser Phase was mitnehmen. Du musst irgendwie ein Tor machen, den Ausgleich machen. Dann kann so ein Spiel auch schon mal auf die andere Seite kippen.“
Hier die Leistung der FC-Spieler in Stuttgart benoten:
Eure Noten für die FC-Profis in Stuttgart
Bewertet hier die Leistungen der Kölner Spieler im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart.
Marvin Schwäbe
Kessler weiter: „Ich finde wir hätten drei, vier Tore schießen können. Wir können jetzt natürlich nicht immer davon ausgehen, dass jeder Schuss in der Bundesliga ein Treffer ist. Wir sollten nach diesem Abend klar ansprechen, dass wir die deutlich schlechtere Mannschaft waren. Der VfB ist aber auch in einem deutlich anderen Regal unterwegs. Es ist eine Champions-League-Mannschaft, da kann man auch mal mit drei Toren Unterschied ein Fußballspiel verlieren.“
Als „dramatisch“ wollte Kessler die Eindrücke aus Stuttgart daher nicht bewerten, blieb daher auch bei seinem abschließenden Fazit ausgewogen: „Ich habe viele gute Dinge gesehen, für die wir uns leider nicht belohnt haben. Ich habe aber auch gesehen, warum der VfB in der Champions League spielt – und wir nicht.“
