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Three Lions statt drei KönigeWagner erklärt Kölns England-Rausch

Tillmann Bockhorst (l.) und die FC-Profis Mikey Moore und Reigan Heskey.

Copyright: Uwe Bödeker

Kölns Athletiktrainer Tillmann Bockhorst (l.), mit Mikey Moore und Reigan Heskey auf dem Weg zum Training im Franz-Kremer-Stadion am 2. September 2026.

Beim 1. FC Köln wird neuerdings Englisch gesprochen! In diesem Sommer hat der Verein zahlreiche Spieler aus der Premier League ans Geißbockheim gelockt. Trainer René Wagner erklärt den England-Rausch beim FC.

Bislang ist Köln als Touristenattraktion für die Gebeine der Heiligen Drei Könige bekannt. Sie sollen ja bekanntlich im goldenen Schrein im Dom aufbewahrt werden. Doch jetzt kommen fitte Beine dazu: Three Lions statt drei Könige. Werden sie die neue Attraktion in Köln?

Der FC hat in dem zurückliegenden Sommer gleich drei hochtalentierte Profis aus der Premier League dazubekommen. Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey (20) wurde nach seinem Leihdeal und 13 Einsätzen im FC-Trikot (ab Januar 2026) von Manchester City fest verpflichtet (Vertrag bis 2030). Hinzu kamen die Stürmer Reigan Heskey (18, ManCity), der einen Vertrag bis 2031 erhielt (Manchester hat eine Rückkaufoption), und Mikey Moore (19, ausgeliehen von Tottenham Hotspur).

180-Grad-Wende beim FC seit Baumgart: Jetzt wird Englisch gesprochen

Mit Borna Sosa (28, Linksverteidiger) gab es ein weiteres Leihgeschäft aus der Premier League. Der Deutsch-Kroate kommt von Crystal Palace ans Geißbockheim. Der FC hat England als Markt entdeckt und findet dort überaus interessante Profis. Three Lions gab es noch nie in einem FC‑Team. Tony Woodcock (70) war bislang der einzige Engländer mit Geißbock auf der Brust. Zwischen 1979 und 1982 sowie 1986 und 1988 absolvierte der Angreifer 155 Spiele mit 46 Toren für den FC.  

FC-Trainer René Wagner erklärt den neuen England-Rausch der Kölner: „Die Mannschaften in der Premier League haben natürlich ein Spielermaterial, das teilweise unglaublich ist. Da sind viele, viele Jungs dabei, die für die Bundesliga natürlich interessant sind. Wir haben auch viele andere Beispiele gesehen, wo junge Spieler aus England in die Bundesliga kamen, wie Jadon Sancho oder die Bellingham-Brüder. Sie kamen nach Deutschland, hatten eine super Zeit, entwickelten sich weiter, haben dem Verein geholfen und gingen dann für größere Taten woandershin.“

Simpson-Pusey war der erste, den sich Köln jetzt angelte. Wagner: „Er hat das super gemacht. Wir hatten ihn im Winter in Heidenheim ins kalte Wasser geschmissen. Danach hat er sich leider verletzt. Er kam aber stärker wieder und hat jetzt die Vorbereitung komplett mitgemacht. Bei ihm sieht man, dass er nochmal einen Zacken fitter ist als letztes Jahr.“

Unter Coach Steffen Baumgart, als Wagner noch Co-Trainer war, wurde fast nur auf deutsche Spieler gesetzt. Auch weil Baumgart in seiner Muttersprache kommunizieren wollte. Beim FC hat sich das Blatt jetzt um 180 Grad gewendet. Im Training wird jetzt viel Englisch gesprochen. 

Wagner sagt: „Unser Kaderplaner Tim Steidetn hat selbst in England gearbeitet, ich habe meinen Fußballlehrer in England gemacht. Durch die Sprache habe ich noch einmal einen anderen Zugang zu den Spielern. Das hilft natürlich.“ 

Zwar setzt der FC weiterhin auf eigene Talente und hat die Region im Blick, aber im modernen Fußball muss man sich viel breiter aufstellen, wenn man noch eine Rolle spielen will. Auf England als Hauptzielmarkt möchte sich Wagner aber nicht festlegen. „Als FC müssen wir überall schauen, dass wir die besten Spieler bekommen. Das heißt nicht, dass sie Deutsch sprechen müssen. Wir wollen die Spieler bekommen, die bei uns am besten in den Kader passen. Ob die jetzt aus England oder aus dem nahen Ausland oder aus Deutschland kommen, ist für uns zweitrangig. Es geht nur um das beste Profil.“

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Von Heskey und Moore erwartet er einiges in Köln. „Da haben wir zwei Spieler dazubekommen mit einem riesigen Potenzial. Der eine hat es in seinem Jahr in Schottland schon nachgewiesen, der andere möchte es jetzt bei uns nachweisen. Ich freue mich auf die beiden und dass Jahmai jetzt fest bei uns ist“, so Wagner.

Moore war in der vergangenen Spielzeit an die Glasgow Rangers ausgeliehen und hat dort in 28 Premiership-Spielen sechs Treffer erzielt. Zudem lief er siebenmal in der Europa League auf. Er könnte sofort beim Auswärtsspiel in Stuttgart (Freitag, 4. September, 20.30 Uhr, Liveticker auf EXPRESS.de) zu Spielzeit kommen. Bei Heskey sieht Wagner aktuell allerdings noch deutlichen Bedarf, im Training aufzuholen.

Reigan Heskey im Duell mit Elias Bakatukanda.
Wagner deutlich
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