Show von Giovanni Zarrella „Mehr Schwulst, aber...“: Ist er der bessere Florian Silbereisen?

Der italienische Musiker Giovanni Zarrella (hier 2019 beim Semperopernball in München) begeistert mit seiner neuen Show ein Millionenpublikum.

„Giovanni Zarrella Show“ ist ein riesiger Erfolgt – mit Recht. Der italienische Musiker Giovanni Zarrella (hier 2019 beim Semperopernball in München) begeistert mit seiner neuen Show ein Millionenpublikum.

Giovanni Zarrella, er ist der neue Star am Himmel der Schlager-Shows: Seine zweite Live-Sendung am Samstag, 13. November 2021, legte quotenmäßig noch einmal richtig zu. Ist er der bessere Silbereisen? Eine Kritik.

München/Köln. Es ist einer dieser Momente, die Giovianni Zarrellas Show so besonders machen: Im Gespräch mit Michael Flatley, dem Gesicht der irischen Tanzgruppe „Lord of the Dance“, spricht er darüber, wie es ist, ein Kind von Migranten zu sein. Auf der einen Seite der italienische Sänger, in Schwaben geboren. Auf der anderen Seite Flatley, der US-Star mit irischen Wurzeln.

„Meine Eltern haben Irland 1947 verlassen und sie hatten nichts außer ihrem Traum. Sie haben sieben Tage in der Woche gearbeitet und haben alles gemacht, um mir die Chance zu ermöglichen, die ich hatte. Ich danke meinen Eltern ganz, ganz herlich, ich war gesegnet. So wie du.“ 

Ein rühriger Augenblick, sowohl Flatley als auch Zarrella sind in diesem Moment bewegt. Zarrella, er ist modern, er hat ein gewaltiges Herz und er gibt dem Schlager-TV-Karussell einen völlig neuen Drive. Er ist der bessere Florian Silbereisen, besser als Stefan Mross und Co.

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Schon in seiner ersten Sendung 2021 wurde den Zuschauern schnell klar: Bei Giovanni Zarrella läuft alles etwas anders. Der Italo-Schwabe hat die erste halbe Stunde nur dafür verwendet, seine Familie zu grüßen. Mit Tränen in den Augen grüßt er seine Eltern, Clementina und Bruno Zarrella, die im Publikum sitzen. Seinen Bruder. Seine Frau Jana Ina.

Dass die Familie ihm so wichtig ist, betont Zarrella immer wieder. Doch gleich zu Beginn seiner Show wird klar, wie ernst es ihm damit ist. Später steht Papa Bruno mit seinem Sohn auf der Bühne, sitzt mit ihm auf Barhockern. Der Zuschauer fühlt sich, als sitze er mit ihnen in der Pizzeria der Familie.

„Giovanni Zarrella Show“: Alles andere als perfekt - aber deswegen so gut

Klar, Schlager ist eine große Familie. Das betonen auch Silbereisen, Mross & Co. bei jeder Gelegenheit in ihren Shows. Doch während die Sendungen bei den routinierten TV-Größen einstudiert und dröge wirken – und das liegt nicht nur an den vielen Playback-Auftritten – sorgt Zarrella für neue Frische: Hier gibt es einen schnellen Kuss für seine Frau im Vorbeigehen. Dort gibt es eine süße Anekdote über die Kinder. Und seine Live-Gesangseinlagen sind alles andere als perfekt, die Stimme schmiert ab, die Töne sitzen nicht immer – und das ist gut so. 

Zarrella wirkt oft aufgeregt, verhaspelt sich mal, macht Fehler – und genau das macht seine Show so sympathisch. Während andere Schlager-Shows ein einziger leerblasser Automatismus sind, sorgt Zarrella für jede Menge Abwechslung.

„Giovanni Zarrella Show“: Gäste werden wie Freunde empfangen

Seine Gäste empfängt Zarrella wie alte Freunde, herzlicher geht es kaum. Auf der Couch wird geplaudert, es ist zwar nicht immer tiefgründig, manchmal verteilt Zarrella auch einfach nur verbale Streicheleinheiten. Aber das sorgt für etwas entspannte Abwechslung zwischen den Auftritten. 

Florian Silbereisen, Stefan Mross – das ist deutsche Weißwurst mit Schunkeln. Das ist Rätselheft und Schlager-Platte. Viel Patina und Pathos, viel verbindliches Lächeln. Zarrella aber ist dynamischer, neuer, frischer, jugendlicher – so wie der Schlager selbst ist auch seine Sendung moderner. Zarrella ist etwas mehr Schwulst, durchaus, aber eben auch mehr Ehrlichkeit.

Ob er am Ende wirklich der neue Silbereisen wird, bleibt abzuwarten. Die Gunst der Zuschauer jedenfalls hat er sicher: Die zweite Folge der „Giovanni Zarrella Show“ gewann gegenüber der ersten Sendung im September rund eine Million Zuschauer hinzu – beim Publikum ab drei Jahren kam das rund dreistündige Format auf starke 18,0 Prozent Marktanteil. Damit ist er schon jetzt eine ernsthafte Konkurrenz für die bisherigen Schlager-Show-Größen. 

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