Wer kennt es nicht - das berühmte Schiller-Gedicht „Das Lied von der Glocke“? Peinlicherweise lautete die Antwort auf diese eigentlich rethorische Frage am Montagabend: eine Deutschlehrerin. Sie scheiterte früh bei „Wer wird Millionär?“.
„Schlimmer geht's nicht!“ Deutsch-Lehrerin scheitert bei „Wer wird Millionär?“ an Schiller-Frage

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Lehrerin Johanna Waskewitz stolperte bei „Wer wird Millionär?“ ausgerechnet über ein Schiller-Gedicht. (Bild: RTL)
Johanna Waskewitz lebt in Quedlinburg im Harz. Sie arbeitet als Lehrerin für Deutsch und Mathe an einer Förderschule. Waskewitz ist ledig, aber liiert. Zur seelischen Unterstützung hatte sie ihren Partner mit in die am Montag ausgestrahlte „Wer wird Millionär?“-Sendung gebracht. Diese Unterstützung sollte sie bald benötigen ...
Reich gesegnet mit vier Jokern ging die Kandidatin ins Rennen um die Million. Die ersten Frage-Stufen meisterte sie problemlos. Alle Joker waren noch verfügbar, als sie die 2.000er-Marke erreichte. Eine Stufe im „Wer wird Millionär?“-System, auf der die Fragen in der Regel noch recht einfach zu meistern sind.
Johanna Waskewitz hatte sogar noch das vermeintliche Glück, dass ihre Frage zu ihrem Beruf passte: Es ging um den nicht ganz unbekannten Dichter Friedrich Schiller und sein ebenso bekanntes Gedicht „Das Lied von der Glocke“.
Günther Jauch will nicht helfen: „Pf! Ich bin raus.“

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Günther Jauch warnte noch, doch seine Kandidatin folgte den knappen und leider falschen Publikumsvoting. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
„'Festgemauert in der Erden steht' laut Schiller ...?“ Zur Wahl standen: der Turm, die Farm, der Schirm oder die Form. Man sollte meinen, dass so viele Schüler mit diesen Versen gequält wurden, dass sie ins kollektive Gedächtnis eingebrannt sein müssten. Doch nicht nur die Lehrerin tat sich schwer. Nachdem sie selbst unschlüssig war, zog Johanna Waskewitz das Publikum zu Rate.
52 Prozent der Anwesenden waren für „der Turm“. Doch kaum weniger waren für „die Form“: 42 Prozent der Gäste im Studio sprachen sich für letztere Variante aus. Günther Jauch verschränkte empathisch die Hände hinter dem Kopf: „Schlimmer geht's nicht!“ kommentierte er die Situation.
„Es sind immer noch zehn Prozent mehr“, dachte Johanna Waskewitz laut. Jauch warnte: „Jetzt trauen Sie sich bei dem Ergebnis keinen Zusatzjoker mehr nehmen, oder?“ Das verunsicherte die Kandidatin: „Sollte ich etwa?“ Günther Jauch wollte nicht noch mehr eingreifen: „Pf! Ich bin raus“, wehrte er ab.
Johanna Waskewitz folgte der knappen Mehrheit der Schwarmintelligenz. Oder sollte man diesem Fall von Schwarmunwissenheit reden? Die Antwort „der Turm“ erwies sich als falsch. Korrekt ist: „die Form“. Johanna Waskewitz kommentierte: „Das ist schade.“ Die Deutschlehrerin purzelte von 1.000 Euro auf nur 500 Euro.
So schlugen sich die anderen Kandidaten
Besser lief es bei den anderen Kandidatinnenund Kandidaten der Show. Ben Farkas aus Solingen erspielte 16.000 Euro. Sabine Elshof aus Düsseldorf ging mit 8.000.
Vladimir Bogojevic, Basketballtrainer bei Alba Berlin, war mit 64.000 Euro der Abräumer des Abends. Philip Kern aus Bühl in Baden-Württemberg darf kommende Woche weiterspielen. Dann geht es um 2.000 Euro. (tsch)

