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WM-Start in Katar Großes Verkehrs-Chaos in Doha – Bier fließt in den Fanzonen in Strömen

Ein Fan zeigt stolz seine Bierbecher.

In den Fanzonen, wie hier im Al-Bidda-Park am 19. November 2022, fließt das Bier in Katar, wenn auch zu hohen Preisen. 

Die Weltmeisterschaft in Katar hat noch gar nicht richtig begonnen – und schon jetzt platzt die katarische Hauptstadt Doha phasenweise aus allen Nähten. Zudem sorgt weiter das Bierverbot in den Stadien für Wirbel.

Droht bei der WM die „Katarstrophe“? Erst der große Zoff um das Bierverbot, dann der erwartete Verkehrs-Kollaps in Doha. Zum Turnierauftakt dominieren die negativen Schlagzeilen.

FIFA-Sponsor Budweiser ist bei der Weltmeisterschaft in Katar enorm präsent. So hat der US-amerikanische Braukonzern beispielsweise das noble W-Hotel an der Westbay im piekfeinen Diplomaten-Viertel komplett gemietet und im Empfangsbereich überall sein Logo mittels Leuchtschrift anbringen lassen.

Katar: Brauerei Budweiser verärgert von FIFA-Entscheidung

Dem Emirat hat die Brauerei anscheinend zu viel Präsenz. Also hat das Gastgeberland kurzerhand entschlossen, den Bierkonsum im und am Stadion zu untersagen. Bedeutet: Weder im Umfeld der Arenen, noch innerhalb werden „normale“ Fans an alkoholische Getränke kommen. Ausgenommen sind wohlhabende Gäste in den Luxus-Logen.

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Der Gerstensaft aus den USA wird also nur noch in den offiziellen Fanzonen ausgeschenkt – und dort fließt er in Strömen, wie Bilder und Videos aus Doha belegen. Gut 13 Euro sind dort für einen 0,5-Liter-Becher fällig.

Die Verärgerung bei Budweiser ist trotzdem groß. Immerhin wurden durch diesen Bann Sponsoren-Verträge im Wert von 75 Millionen Euro gebrochen. Es droht eine hohe Vertragsstrafe. Hinter vorgehaltener Hand ist man sich in Doha aber einig: Die entsprechende Kompensationszahlung wird vermutlich vom Emir höchstpersönlich beglichen.

Fans von Kamerun feiern in der Metro.

Kameruns Fans in der neu erbauten Metro in Doha am 20. November 2022.

Das dürfte es der Regierung wert sein. Schließlich ist Alkohol im muslimischen Land „haram“, also eine Sünde. Oliver Bierhoff (54) hat in seiner Funktion als Direktor Nationalmannschaft und Akademie nur bedingt Verständnis für diese Entscheidung, insbesondere angesichts des Zeitpunkts: „Das ist ein Thema. Aber für alle ist es wichtig, dass man planen kann. Dass die Entscheidung so kurzfristig kommt, bringt Unruhe.“

Am Sonntag erlebte Doha dann erstmals den Ernstfall. Schon drei Stunden vor dem Eröffnungsspiel zwischen Katar und Ecuador ging auf den Straßen zum Al-Bayt-Stadion teilweise nichts mehr. Problem: Die Spielstätte liegt in Al-Khor im Norden des Landes und ist fast 60 Kilometer von Doha entfernt.

Es gibt – abgesehen von Bussen – keine öffentlichen Verkehrsanbindungen. Mit der Metro können die Fans lediglich bis nach Lusail fahren. Danach müssen aber immer noch 30 Kilometer bis zum Zielort überbrückt werden. Die Konsequenz: Stau! Taxifahrer benötigten stellenweise 40 Minuten für 400 Meter, ehe die Fahrgäste entnervt ausstiegen.

Katar platzt an den Knotenpunkten schon jetzt aus allen Nähten, dabei sind die meisten Fans noch gar nicht im Land. Das beliebte Fan-Ziel Souq Waqif, ein traditioneller arabischer Marktplatz, den der Emir einst bauen ließ, war unter der Woche bereits schwer zu erreichen.

Vor den Metro-Eingängen wurden extra Absperrungen errichtet, damit sich die Fahrgäste fein säuberlich in einer Schlange anstellen – um sie blockweise abzufertigen. Das erinnert dann an den Zugang zu Fahr-Attraktionen in Freizeitparks.

Doha: Fahrgäste stehen vor der Metro wie am Freizeitpark Schlange

Wenn ab Dienstag bis zu vier Spiele an einem Tag in Doha stattfinden, dürfte sich der Kollaps weiter zuspitzen. Dann müssen Hunderttausende Gäste für die vier WM-Partien an einem Tag durch eine Stadt gelenkt werden.

Deshalb hatte der DFB auch ein Quartier außerhalb der Hauptstadt gewählt. „Der Verkehr dürfte während der WM sehr kritisch sein, weil ständig Mannschaften durch die Stadt fahren und die Hauptstraße geschlossen wird wegen der Fanmeile“, hatte Bierhoff schon im Vorfeld gesagt.

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