Ex-FC-Chef formt VfL Schmadtke im „Doppelpass“: Traumstarter Wolfsburg ein Titelkandidat?

Wout Weghorst jubelt über sein Tor für den VfL Wolfsburg.

Wout Weghorst jubelt über das 2:0 des VfL Wolfsburg bei Aufsteiger Greuther Fürth am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga (11. September 2021).

Der VfL Wolfsburg ist mit vier Siegen perfekt in die Bundesliga-Saison 2021/22 gestartet. Welche Rolle Geschäftsführer Jörg Schmadtke, früher Sportchef beim 1. FC Köln, dabei spielt und wer ihn in Zukunft beerben soll, erklärte er im Sport1-„Doppelpass“.

Wolfsburg/München. Nach dem Wechselfehler in der ersten DFB-Pokalrunde bei Preußen Münster hing beim VfL Wolfsburg noch der Haussegen schief. Doch nach dem jüngsten 2:0 bei Greuther Fürth am Bundesliga-Samstag (11. September 2021) und der perfekten Ausbeute von vier Siegen nach den ersten vier Spieltagen grüßt das Team von Ex-FC-Manager Jörg Schmadtke (57) weiter von der Spitze der Tabelle.

Jörg Schmadtke: „Dann sind wir ja schon Meister...“

Ein Blick in die Statistik besagt: Seit Einführung der Dreipunkte-Regelung wurden Mannschaften mit einem solchen Start am Saisonende mindestens Zweiter. „Dann sind wir ja schon Meister“, lachte Schmadtke im Sport1-„Doppelpass“ am Sonntag. „Aber ich bin ja froh, dass überhaupt mal über uns berichtet wird. Wir werden den Erfolg nicht kleinreden. Wir hatten eine schwierige Vorbereitung. Den Pokal verdaddelt. Umso schöner ist die Situation jetzt.“

Jörg Schmadtke, Geschäftsführer in Wolfsburg, auf der Tribüne.

Geschäftsführer Jörg Schmadtke ist nach dem perfekten Saisonstart hoch zufrieden. Hier sitzt er beim Sieg des VfL Wolfsburg gegen RB Leipzig am 29. August 2021 auf der Tribüne der VW-Arena.

Neben Sportdirektor Marcel Schäfer (37), der in Wolfsburg Meister wurde, hat Schmadtke mit Mark van Bommel (44) einen Trainer geholt, der als Spieler schon reichlich Titelerfahrung hat. Jetzt bringt er den VfL auf eine neue Stufe. „Er versucht, seine Ideen einzubringen. Das Spiel mit dem Ball zu etablieren ohne unsere defensive Stabilität zu gefährden. Ballbesitzfußball, technische Finessen, Begeisterung der Zuschauer immer zusammen mit defensiver Stabilität.“

Marcel Schäfer jubelt mit Mark van Bommel über den Sieg des VfL Wolfsburg.

Erfolgsduo des VfL Wolfsburg: Schmadtkes Ziehsohn, Sportchef Marcel Schäfer (l.), gratuliert Trainer Mark van Bommel nach dem 2:0 bei Greuther Fürth am 11. September 2021 zum perfekten Saisonstart.

Auch Ex-Profi und Experte Stefan Effenberg (53) lobt die Arbeit der VW-Kicker: „Wolfsburg ist megastabil, macht das richtig gut. Sie spielen unglaublich kompakt Fußball. Nicht so spektakulär wie Bayern, Dortmund oder Leverkusen – aber kompakt und erfolgreich.“

Schmadtke gefällt van Bommels Werk

Schmadtke ist zufrieden, wie sich das VfL-Gebilde derzeit präsentiert. „Das ist eine Frage der Qualität. Wir haben extrem viel Tempo in der letzten Reihe. Wir haben aber noch Potenzial, was den letzten Pass angeht“, sagt der Wolfsburg-Macher. Ihm gefällt van Bommels Werk: „Du siehst eine Mannschaft, die einen Plan hat, eine Idee, wie sie den Gegner bespielt, ohne in Panik zu verfallen. Das kann man sich richtig gut anschauen.“

Und welche Rolle spielt Schmadtke in seinen Augen in dem Gefüge? „Ich stehe am Ende der Kette, wir haben einen umtriebigen Sportchef, eine Scouting-Abteilung, Datenanalysten. Es ist ein Gemeinschaftswerk.“ Beerben soll ihn irgendwann Sportchef Marcel Schäfer. „In meinen Augen ist er so weit. Aber viele fragen mich, ob ich nicht doch noch ein bisschen bleibe. Solange mir das Freude und Spaß macht und ich Marcel nicht störe und behindere, so könnte ich mir schon noch vorstellen, dort eine Weile zu bleiben.“

Vertreibt Jörg Schmadtke seine Trainer? Das ist seine Antwort

Dass Schmadtke den Ruf hat, sich mit seinen Trainern zu verkrachen – nach dem Streit mit Peter Stöger in Köln flüchteten in Wolfsburg Bruno Labbadia und Oliver Glasner vor Schmadtke – nahm er mit einem Lächeln: „Fakt ist, dass die Trainer mit mir auch immer Erfolg haben. Ungeachtet dessen, wie das ausgegangen ist.“

VfL Wolfsburg hat das Zeug zum Bayern-Jäger

Und der VfL nimmt im Gegensatz zum FC damals keinen Schaden. Jetzt könnte ihm mit Wolfsburg sogar der ganz große Wurf gelingen, vielleicht kann Schmadtkes Elf ja der große Bayern-Jäger werden. Zumindest ist dem Geschäftsführer nicht bange vor der Doppelbelastung mit der Champions League ab kommender Woche. „Wir haben seit drei Jahren keine Leistungsträger verloren. Die Truppe ist in sich geschlossen und gewachsen und hat sich weiterentwickelt. Ich glaube, dass wir ein paar Dinge gelernt haben. Der Kader ist auch in der Breite gut aufgestellt. Wir können das bewerkstelligen.“ Wolfsburg als Erster oder Zweiter – es wäre auch Jörg Schmadtkes Werk.

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