„Ich mache mir Sorgen“ Vor dem Länderspiel-Doppelpack ist Hansi Flick mit seinen Gedanken ganz woanders

Pressekonferenz nach dem Abschlusstraining zum Spiel Armenien - Deutschland mit Trainer Hansi Flick.

Bundestrainer Hansi Flick (hier bei einer Pressekonferenz am 13. November 2021) betrachtet die Entwicklungen in der Ukraine mit Sorgen.

Der Angriffskrieg Russland in der Ukraine bewegt auch Hansi Flick. Der Bundestrainer fühlt mit den Menschen und möchte mit der Nationalmannschaft auch ein Statement gegen den Krieg setzen.

In zwei Wochen versammelt Hansi Flick (57) die Nationalspieler in Neu-Isenburg vor den ersten beiden Länderspielen des Jahres. Gegen Israel und die Niederlande stehen Testspiele an. Eigentlich sollte bei der Zusammenkunft intensiv über das WM-Gastgeberland Katar und die Kritik an diesem gesprochen werden. Doch nun wird alles vom Krieg in der Ukraine überlagert.

„Ich mache mir natürlich große Sorgen, und sicherlich wird das auch ein großes Thema für uns“, sagt Flick im Gespräch mit EXPRESS.de. „Aus der Stiftung der Nationalmannschaft wurden bereits 100.000 Euro gespendet. Aber natürlich werden wir diskutieren, was wir als Mannschaft sonst noch machen können“.

Der Bundestrainer selbst will öffentlich nicht über sein Engagement sprechen. „So etwas mache ich unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, sagt er. Gleichwohl berichtet er von beeindruckenden Aktionen in seiner Heimatgemeinde Bammental. „Unglaublich viele Menschen engagieren sich, bieten Unterkünfte für Geflüchtete an, sammeln Sachspenden.“

Überhaupt sind es vor allem diese Szenen, die Hansi Flick nahe gehen. „Für viele ist das einfach nicht vorstellbar, dass so etwas noch einmal vorkommen konnte. Wenn ich die Bilder sehe, wie Menschen ihre Heimat verlassen müssen, Paare getrennt werden und sich ohne Hab und Gut auf den Weg machen, dann bewegt mich das sehr.“

Hansi Flick lernte Wladimir Klitschko bei DFB-Seminar kennen

Vor drei Monaten lernte Flick Wladimir Klitschko (45) bei einem Seminar im Rahmen der DFB-Leadership-Days in Kitzbühel näher kennen. Nicht nur deshalb bangt er mit dem Ex-Boxweltmeister und dessen Bruder Vitali. „Beide sind sehr beeindruckende Persönlichkeiten. Für sie ist die Lage ganz und gar nicht ungefährlich. Daher drücke ich alle Daumen, dass alles gut geht und dieser Wahnsinn bald endet“.

Auch wenn in Kriegs-Zeiten ein Fußballspiel banal wirkt, ist Flick schon überzeugt, dass die Begegnungen, die von bewegenden Momenten und klaren Signalen geprägt sind, auch ihre Wirkung erzeugen können. „Die große Solidarität mit der Ukraine, die da vorgelebt wird, ist schon beeindruckend. Auch wenn ich fürchte, dass die Botschaften nicht da ankommen, wo sie hingehören, sind es dennoch wichtige Zeichen.“

Hansi Flick begrüßt Ausschluss russischer Sportler

Genau aus diesem Grund befürwortet der Bundestrainer auch den Ausschluss der russischen Fußball-Mannschaften. „Die russischen Sportler können nichts dafür. Natürlich tut es mir Leid um die Sportler, denn sie sind daran nicht beteiligt. Es ist der Krieg von Wladimir Putin, das muss man so klar sagen. Aber man muss eben Zeichen setzen. Es gibt dazu keine Alternative“.

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