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Union-Profi Baumgartl nach Hodenkrebs-Diagnose: „Das habe ich mir immer wieder vorgestellt“  

Union-Profi Timo Baumgartl mit dem Ball am Fuß.

Timo Baumgartl beim Spiel des 1. FC Union Berlin gegen Eintracht Frankfurt am 1. Oktober 2022.

Timo Baumgartl ist nach überstandener Hodenkrebs-Erkrankung wieder zurück bei Union Berlin. Im „Aktuellen Sportstudio“ spricht der 26-Jährige über sein Comeback. Die Botschaft: Er will anderen Menschen Mut machen.

Timo Baumgartl (26) war einer von vier Bundesliga-Profis, bei denen eine Hodenkrebs-Erkrankung diagnostiziert wurde. Der mittlerweile wieder fitte Spieler von Union Berlin will diesen Vorfall auch dazu nutzen, um anderen im Falle einer Erkrankung Zuversicht zu geben.

„Ich möchte über meine Krankheit offen reden, ich möchte anderen Menschen damit Mut machen“, sagte der 26 Jahre alte Abwehrspieler im „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF. Beim 0:2 am Samstag (1. Oktober 2022) bei Eintracht Frankfurt stand er erneut in der Startformation der Eisernen.

Timo Baumgartl war im Mai mit Hodenkrebs diagnostiziert worden

Seit dem Frühjahr hatte es in der Bundesliga bei Baumgartl, Marco Richter (24) und Jean-Paul Boetius (28/beide Hertha BSC) sowie Sebastien Haller (28/Borussia Dortmund) Fälle von Hodentumor-Erkrankungen gegeben. Auch Baumgartl zeigte sich selbst sehr überrascht, „dass es junge, eigentlich fitte und vermeintlich gesunde Leistungssportler so häufig erwischt“. Eine Erklärung habe er dafür aber nicht.

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Anfang September war der Schwabe nach erfolgreicher Behandlung ins Training der Köpenicker zurückgekehrt. Gegen den 1. FC Köln (1:0) stand er wieder im Kader und feierte sein endgültiges Comeback vor zwei Wochen gegen den VfL Wolfsburg (2:0).

Es sei „ein überwältigendes Gefühl“ gewesen: „Das habe ich mir in der Rehabilitation immer wieder vorgestellt“, meinte der Union-Spieler.

Timo Baumgartl lässt sich von Psychologen coachen

Im Mai hatte sich Baumgartl wegen eines Tumors im Hoden einer Operation unterzogen und anschließend mehrere Therapie-Zyklen erfolgreich hinter sich gebracht. Er will „Reichweite und den Bekanntheitsgrad eines Fußball-Profis nutzen, damit noch mehr Menschen zur Vorsorgeuntersuchung gehen“.

Er sei viel gelassener geworden, bekannte Baumgartl: „Selbst über den Stau in Berlin rege ich mich nicht mehr auf.“ Der Innenverteidiger sprach auch über die Besonderheiten als Fußballer: „Wir Profis haben uns doch alle einen dicken Schutzpanzer zugelegt. Und deshalb fällt es uns besonders schwer, mit echten Emotionen umzugehen.“

Er verkündete im ZDF, dass er sich einmal in der Woche von einem Psychologen coachen lasse, was ihm ziemlich guttue. Am Donnerstag (6. Oktober 2022) geht es für ihn und seine Mannschaft in der Europa League gegen Malmö FF weiter. (sid)

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