„Ich ziehe den Hut“ St.-Pauli-Legende berichtet: Happy End nach rührender Begegnung mit krebskrankem Jungen

Gruß von Kiel-Co-Trainer Fabian Boll am 23. Juni 2021.

Eine Begegnung mit einem krebskranken Jungen im Jahr 2011 bewegte Fabian Boll nachhaltig. Unser Bild zeigt ihn am 23. Juni 2021 als Co-Trainer von Holstein Kiel.

Beim FC St. Pauli ist Fabian Boll eine Legende. Mehr als zehn Jahre spielte er beim Hamburger Kultverein. Und gewann dabei viele Fans – unter anderem den kleinen Bjarne, der als Kind gegen den Krebs kämpfte.

Manche Begegnungen bleiben noch lange in Erinnerung und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Von solch einer Begegnung berichtete St.-Pauli-Legende Fabian Boll (42) nun auf Facebook – einer Begegnung mit dem kleinen Bjarne, der als Kind an Krebs erkrankt war.

Alles begann nach einem Spiel bei Eintracht Braunschweig im Jahr 2011: Nach der Partie sei der ehemalige Trainer der Eintracht, Torsten Lieberknecht (48), auf den St.-Pauli-Kicker zugekommen und hätte nach dessen Trikot gefragt, erklärte Boll auf Facebook. Dieses sollte ein Souvenir für einen Jungen sein, der mit einer Krebserkrankung kämpfte. Eine Geschichte, die den Fußball-Profi nachhaltig berührte.

Fabian Boll: „Manchmal kann das Leben halt einfach nur ungerecht sein“

„Ich war noch weit weg davon, selbst Vater zu sein, und trotzdem hat mich die Story berührt. Manchmal kann das Leben halt einfach nur ungerecht und sch… sein“, schrieb Boll auf Facebook. Für den Ex-Kicker, der halbtags als Hauptkommissar bei der Hamburger Polizei arbeitet, war es eine Selbstverständlichkeit, dem Jungen sein Trikot zu überlassen. Und nicht nur das: Boll wollte dem Jungen eine echte Stütze sein – und nahm Kontakt zum damals Siebenjährigen auf.

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„Ich schrieb dem Jungen zu Weihnachten noch eine kleine Karte mit den besten Genesungswünschen, verbunden mit einer Einladung zu einem unserer Heimspiele, sobald es der Gesundheitszustand wieder zulassen sollte“, erklärte Boll. Und tatsächlich sollte es bald so weit sein.

Der Gesundheitszustand des Grundschülers verbesserte sich im Laufe der Saison – und Bjarne durfte schließlich mit Boll gemeinsam bei einem Zweiliga-Spiel ins Stadion einlaufen. Ein echtes Highlight für den Jungen, der in seinen jungen Jahren schon so viel mitmachen hatte müssen.

Doch es sollte noch besser kommen. In regelmäßigen E-Mails berichteten Bjarnes Eltern dem Fußball-Profi von den gesundheitlichen Fortschritten ihres Sohnes. Der Kontakt blieb bestehen, und dem Jungen ging es fortwährend besser. Man sah sich auf Auswärtsspielen „und wechselte ein paar liebe Worte“ – bis Boll seine Profikarriere im Jahr 2014 beendete.

„Irgendwann kam der Tag, an dem ich dann meinen letzten Auftritt am Millerntor haben sollte. Mein Abschiedskick stand an, und es gab da für mich selbstredend nur eine Wahl, wer mich dort als Einlaufkind begleiten sollte“, schrieb Boll.

Bjarne, mittlerweile gesund und glücklich, durfte erneut als Einlaufkind ins Stadion und den Bundesligisten begleiten. „Ich war begeistert, diesen mittlerweile gesunden, glücklichen und auch selbst wieder sportlich aktiven Jungen zu sehen“, verriet der Ex-Kicker.

Nach Jahren nahm Bjarne erneut Kontakt zum ehemaligen St.-Pauli-Star auf

Auch nach seiner Profi-Karriere traf Boll, der mittlerweile für die FCSP-Amateure als Trainer tätig war, Bjarne noch bei Auswärtsspielen. Mit der Zeit hätten sich die zwei dann aus den Augen verloren, erklärte Boll, der mittlerweile Vater einer Tochter war. „Bis ich vor ein paar Wochen eine Mail von dem Jungen erhielt und er mir berichtete, was er die letzten Jahre so getrieben hat.“ Für den ehemaligen St.-Pauli-Star ein großer Grund zur Freude.

Denn mit den Jahren hat sich bei Bjarne so einiges getan. Der kleine Junge von damals ist mittlerweile 18 Jahre alt – und, wie Boll es formuliert, „der neueste heiße Sch… im Music-Business“. Tatsächlich hängt Boll ein Musikvideo des Jungen an. „Konge“ ist Bjarnes Künstlername. Sein Song werde sogar im Radio gespielt, verkündete Boll stolz auf Facebook. Und fügte anerkennend hinzu: „Jetzt bin ich also der Fan!“

Den Post beendete Boll mit einer rührenden Nachricht an seinen einstigen Schützling: „Mein Freund Bjarne, ich bin wirklich stolz auf dich und deine Familie. Dass ihr das alles genau so durchgezogen habt, wie ihr es getan habt und vor allem, dass ihr nie den Lebensmut verloren habt. Ich ziehe den Hut…“ (ls)

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