BVB-Fiasko im DFB-Pokal St. Pauli steht kopf: Vollblut-Borusse schießt Dortmund ab

Etienne Amenyido trifft im DFB-Pokal für den FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund.

Etienne Amenyido (l.) erzielte für den FC St. Pauli im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund am Dienstag (18. Januar 2022) das frühe 1:0.

Riesen Pokal-Jubel beim FC St. Pauli, Katerstimmung bei Borussia Dortmund. Der Zweitliga-Tabellenführer hat den Titelverteidiger im Achtelfinale des DFB-Pokals aus dem Wettbewerb geschmissen.

Nächster herber Dämpfer für Borussia Dortmund und Trainer Marco Rose (45). Der BVB ließ sich am Dienstag (18. Januar 2022) im Achtelfinale des DFB-Pokals beim 1:2 von Zweitliga-Tabellenführer FC St. Pauli vorführen und hat nach dem Vorrunden-Aus in der Champions League bereits das zweite Saisonziel krachend verpasst.

Mit hängenden Köpfen und leeren Blicken schlich die Dortmunder Star-Truppe um 22.37 Uhr vom Rasen des Millerntor-Stadions, wo die Kiezkicker vor allem dank einer furiosen ersten Halbzeit die Überraschung und den damit verbundenen Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal perfekt gemacht hatten.

Ex-Borusse Etienne Amenyido erwischt BVB eiskalt

Der BVB, nach dem Zweitrunden-Aus des FC Bayern München als klarer Favorit auf die Titelverteidigung angereist, schlug sich vor 2000 Zuschauern frühzeitig selbst. Zum Pauli-Helden wurde dagegen ein ehemaliger Dortmunder: Mittelstürmer Etienne Amenyido (23). „Es ist eine gewisse Sympathie noch da für den Verein. Aber jetzt fühle ich für St. Pauli, ich gebe 100 Prozent hier. Ich habe jetzt zwar gegen meine alte Mannschaft getroffen, das bedeutet mir viel und war ein schöner Moment“, sagte er nach Spielschluss in der ARD.

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Amenyido, von 2011 bis 2017 in der BVB-Jugend ausgebildet und sogar zum Profi gereift, schlug bereits in der vierten Spielminute zu. Er profitierte vom nachlässigen Abwehrverhalten der Gäste und drückte eine Hereingabe von Marcel Hartel aus kurzer Distanz über die Linie. Der zurückgeeilte Marco Reus hatte nur halbherzigen Geleitschutz geboten.

Axel Witsel grätscht eine Hereingabe im DFB-Pokal ins eigene Tor.

Bitteres Eigentor: Axel Witsel überwindet BVB-Keeper Gregor Kobel im DFB-Pokalspiel beim FC St. Pauli am 18. Januar 2022.

Auch beim 2:0 fünf Minuten vor der Pause lauerte der Deutsch-Togolese nach scharfem Anspiel von Guido Burgstaller im Fünfmeterraum. Diesmal kam ihm allerdings Axel Witsel zuvor, der die Kugel beim Klärungsversuch unglücklich über die Linie grätschte. „Wenn er die Grätsche nicht macht, macht Amenyido das zweite Tor“, nahm ARD-Experte Bastian Schweinsteiger (37) den BVB-Routinier zur Pause allerdings in Schutz.

Borussia Dortmund nach VAR-Elfmeter zurück im Spiel

Deutlich mehr Kritik musste sich die Rose-Elf allerdings für ihre uninspirierte Offensiv-Vorstellung gefallen lassen, die bis zum Pausenpfiff lediglich eine große Reus-Chance nach starker Vorlage von Mats Hummels hervorbrachte. Torwart-Hüne Dennis Smarsch machte sich im direkten Duell in der 18. Minute ganz groß und parierte glänzend.

Im zweiten Durchgang half dem Bundesliga-Zweiten dann ein Handspiel zurück in die Spur. Jakov Medic hatte im eigenen Strafraum den ausgefahrenen Arm am Ball, Schiri Harm Osmers (36) zeigte nach VAR-Eingriff auf den Punkt, wo Erling Haaland nervenstark verwandelte (59.). Der Startschuss für eine Dortmunder Aufholjagd war das allerdings nicht.

Borussia Dortmund gegen St. Pauli im Pokal zu harmlos

Mit deutlich mehr Ballbesitz kontrollierten die Gäste zwar das Geschehen, in aller Regel aber weit vom gegnerischen Tor entfernt. St. Pauli verteidigte konzentriert, ließ wenig zu und musste in kaum einer Szene mal um die Führung zittern.

Der Jubel am Millerntor war dennoch gewaltig, als der erste Viertelfinal-Einzug seit 2006 endlich feststand. Damals ging es für den Zweitligisten sogar bis ins Halbfinale, wo gegen den FC Bayern Schluss war (0:3). In der Runde der letzten Acht winkt jetzt das Stadt-Duell gegen den Hamburger SV.

Nachdem Rekord-Pokalsieger FC Bayern in dieser Saison bereits früh die Segel gestrichen hatte und sich nun auch der Titelverteidiger verabschiedete, ist inzwischen keiner der Gewinner aus den vergangenen 25 Jahren mehr im Wettbewerb. Die kürzeste Durststrecke hat Borussia Mönchengladbach (Pokalsieger 1995). Die Fohlen müssen ihr Viertelfinal-Ticket am Mittwoch (19. Januar 2022, 18.30 Uhr) bei Hannover 96 aber erst noch lösen.

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