„Schmadtke raus!“ Vor Köln-Spiel: Wolfsburg reagiert auf Kritik an Ex-FC-Manager

Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport vom VfL Wolfsburg, im Stadion. Links läuft Wolfsburgs Kevin Mbabu.

Wolfsburgs Kevin Mbabu schlurft frustriert vom Feld, VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke schaut nach der Niederlage gegen Stuttgart am 11. Dezember 2021 frustriert.

Der VfL Wolfsburg stürzt mit fünf Pflichtspielpleiten in Serie immer tiefer in die Krise. Nun rückt Jörg Schmadtke ins Zentrum der Fan-Kritik und das vor dem Duell mit seinem Ex-Klub 1. FC Köln. 

Der 1. FC Köln reist am Dienstag zum VfL Wolfsburg, wo seit drei Jahren Jörg Schmadtke (57) als Geschäftsführer Sport die Geschicke führt. Und der könnte sich ein wenig an die Endphase seiner Zeit in Köln erinnert fühlen: Nach dem Hochgefühl mit dem Erreichen der Champions League im vergangenen Sommer folgt in dieser Saison der Absturz.

Auch der Trainerwechsel von Mark van Bommel zu Florian Kohfeldt (39) hat nur kurzfristig Besserung gebracht, inzwischen geht die Krise unvermindert weiter.

VfL Wolfsburg: Jörg Schmadtke muss Kritik einstecken

Während der verdienten 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart gab es erstmals „Schmadtke raus“-Rufe. Den empfindlichen Manager, der 2017 nach erreichter Europa-League-Qualifikation im Herbst beim 1. FC Köln hinschmiss, dürfte das tief getroffen haben.

Sportchef Marcel Schäfer sprang ihm auch direkt zur Seite: „Ich glaube, jeder weiß, wo wir 2018 standen und was in den letzten drei, vier Jahren passiert ist Dass wir im Moment mit der Situation nicht zufrieden sind, ist doch ganz klar. Dass wir hart dran arbeiten, um aus dieser Situation herauszukommen, kann ich versprechen und garantieren. Die Rufe sind eine Unverfrorenheit!“

Jörg Schmadtke: Gespräche über Verlängerung

Zumal sie in einer brisanten Phase kommen: Schmadtkes Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, der Wolfsburg-Macher hatte in der Vorwoche gesagt: „Ich bin mit unserem Aufsichtsratsvorsitzenden im Gespräch. Wenn er glaubt, dass die Konstellation so, wie wir sie derzeit haben, noch weitergeführt werden soll und ich weniger Störfaktor, sondern mehr Hilfe bin, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass ich noch mal ein Jahr verlängere.“

Doch die Kritik könnte Schmadtke auch ins Grübeln kommen lassen. Zumal es sportlich weiter bergab geht. „Wir haben versucht, Dinge vorwärtszubringen. Und das ist missraten, da kann man nicht drumherum reden“, sagte Schmadtke im ZDF. Auch nach der fünften Niederlage in Serie will er die Misere nicht van Bommel-Nachfolger Kohfeldt anhängen. „Florian ist nicht verantwortlich für das, was gerade passiert. Er muss derzeit Dinge ausbaden, die er nicht zu verantworten hat.“

Kohfeldt: „Jörg Schmadtke hat hier beispiellos gewirkt.“

Kohfeldt dagegen sprang gleich Schmadtke zur Seite: „Grundsätzlich müssen wir alle damit leben, dass, wenn wir keine Leistung bringen, auch Kritik kommt.“ Allerdings: „Die Rufe sind für mich null komma null nachvollziehbar!“ Schmadtke habe „seit seinem Wirken hier Beispielloses aufgebaut, er hat nach der Relegation übernommen und hat das Team dreimal ins internationale Geschäft geführt, bis in die Champions League. Ich kann nur sagen, dass Jörg auch in der internen Kommunikation sehr klar ist. Und nach meinem Dafürhalten ist er eine sehr wichtige und prägende Figur für den VfL.“

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Wie lange die prägende Figur noch da ist, dürfte auch davon abhängen, wie lange die Krise andauert. Der 1. FC Köln, den er vor drei Jahren mit einer Abfindung von 3,3 Millionen Euro verließ, könnte die am Dienstag (15. Dezember) jedenfalls verschärfen.

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