UEFA-Strafe nach Nizza-Krawallen FC-Entscheidung über CAS-Einspruch gefallen

Heftige Vorwürfe vom Ex-Profi Zwang SC Freiburg seine Spieler zum Pillen-Konsum?

Der Freiburger Spieler Garra Dembélé sitzt auf der Auswechselbank.

Garra Dembélé auf der Ersatzbank des SC Freiburg beim Spiel bei Eintracht Frankfurt am 30. September 2012.

Der frühere Bundesliga-Profi Garra Dembélé hat schockierende Vorgänge beim SC Freiburg beschrieben. In einer Dokumentation spricht er über angeblichen Medikamentenzwang bei den Breisgauern.

Freiburg. Heftige Vorwürfe sorgen für Wirbel beim SC Freiburg. Garra Dembélé (35), der von 2011 bis 2014 beim Sportclub spielte, klagt die Verantwortlichen beim Bundesligisten an. Er wirft ihnen vor, ihn zum Medikamentenkonsum gezwungen zu haben.

In einer Dokumentations-Serie der „L'Équipe“ beschreibt Dembélé, wie ihm in seiner Zeit bei Freiburg angeblich regelmäßig Medikamente verabreicht worden seien. „In Deutschland hatte ich eine kleine Dose, da stand meine Nummer drauf. Die Nummer elf, das war meine Nummer. Ich musste ungefähr zehn Pillen nach den Trainingseinheiten nehmen. Ich weiß nicht mal, was das war“.

Diese Pillen seien „riesig“ gewesen, sagt Dembélé. „Die sind einem im Hals stecken geblieben“. Er selbst habe keine Ahnung gehabt, was er dort nehme. „Ich weiß nicht, was das war. Und wenn du die nicht genommen hast, musstest du Strafe zahlen“.

Alles zum Thema SC Freiburg

Der SC Freiburg widersprach der Darstellung. „Nach Rücksprache mit dem damaligen medizinischen Personal können wir klarstellend mitteilen, dass prophylaktisch und während Phasen von Erkältungskrankheiten einzelner Spieler Vitamin C- und Zinktabletten angeboten wurden. Ausgeteilt wurden diese aus hygienischen Gründen in handelsüblichen Schiebeschächtelchen. Es gab Kandidaten, die die Einnahme regelmäßig vergessen haben. In diesen Fällen wurde die Mannschaftskasse bemüht“, sagte ein Vereinssprecher am Donnerstag (11. November 2021).

Garra Dembélé war einst teuerster Transfer des SC Freiburg

Dembélé wurde 2013 für ein halbes Jahr nach China ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr wurde er der Regionalliga-Mannschaft zugeteilt und ihm keine Zukunft in der ersten Mannschaft des SC Freiburg mehr in Aussicht gestellt. Daraufhin folgten Krankmeldungen, da sich Dembélé nervlich nicht in der Lage sah am Trainingsbetrieb teilzunehmen. Nach 20 Spielen (ein Tor, zwei Vorlagen) wurde der Vertrag mit dem bis dahin teuersten Spieler der Vereinsgeschichte (geschätzte Ablösesumme: 2,3 Millionen Euro) aufgelöst.

Medikamenten-Konsum habe er auch bei seinen vorherigen Stationen Lokomotive Plovdiv und Lewski Sofia kennengelernt, behauptet Dembélé. Dort habe er „nach den Europa-League-Spielen Infusionen bekommen“, deren Inhalt er nicht gekannt habe. „Keine Ahnung. Wirklich nicht die geringste Ahnung. Das Einzige, was ich garantieren kann: Als ich in Deutschland unterschrieben habe, hatte ich Dinge in meinem Körper, die in Deutschland nicht erlaubt waren. Als ich in Deutschland angekommen bin, war ich gedopt. Ich hatte Hormone in mir, keine Ahnung.“

Entsprechend schlecht spricht der Ex-Profi inzwischen über das Fußball-Geschäft. „Die Leute sehen den Fußball im Fernsehen, aber wenn man mittendrin steckt, ein bisschen Karriere gemacht hat und das Geschäft kennt, dann ist es ein sehr schwieriges Umfeld.“ Seine Karriere beendete der Angreifer 2017 beim FC Solothurn in der Schweiz. (msw)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.