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Gegen Millionen-Geldstrafe Jérôme Boateng geht nach Urteil wohl in Berufung

Jérôme Boateng erscheint vor dem Amtsgericht München

Jérôme Boateng musste sich in einem Gerichtsprozess wegen Vorwürfen der Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin verantworten. Die Verhandlung begann am am 9. September 2021.

Der ehemalige Bayern-Innenverteidiger Jérôme Boateng wurde vom Münchner Amtsgericht wegen Vorwürfen der Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin verurteilt. Jetzt geht er wohl in Berufung.

München. Der frühere Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng (33) ist wegen einer vorsätzlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Millionen Euro verurteilt worden. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht München in einem Strafverfahren gegen den Weltmeister von 2014 am Donnerstag (9. September 2021). Die Geldstrafe betrug 60 Tagessätze in Höhe von 30.000 Euro.

Der langjährige Star von Bayern München wurde verurteilt, seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter seiner Zwillingstöchter (10) während eines Karibikurlaubs vor drei Jahren vorsätzlich verletzt und beleidigt zu haben.

Doch nun soll Boateng gegen das Urteil in Berufung gehen, wie die „Bild“ am Donnerstag (16. September) berichtet. Wie das Amtsgericht München mitgeteilt habe, sei Boatengs neuer Anwalt in Berufung gegangen. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage sollen ebenfalls Rechtsmittel eingelegt haben.

Jérôme Boateng: Vorwurf der Körperverletzung

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Die Staatsanwaltschaft warf dem 33-Jährigen, der seit Kurzem bei Olympique Lyon unter Vertrag steht, vor, eine frühere Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Familienurlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik heftig attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben.

„Mit dem Daumen hat er mein Auge so gegriffen“, sagte Boatengs Ex-Freundin vor Gericht. „Er hat an meinen Haaren gerissen, mir dann in den Kopf gebissen“. Angespuckt habe er sie. Auf die Knie sei sie dann gefallen, bevor er ihr so stark „in die Niere geboxt“ habe, dass sie keine Luft mehr bekommen habe. Außerdem soll er nach Angaben von Staatsanwältin Stefanie Eckert „in voller Wucht“ eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben.

Boateng schildert den Vorfall vor Gericht anders: Seine ehemalige Lebensgefährtin sei aggressiv und beleidigend geworden, habe ihn in einem Streit an der Lippe verletzt und auf ihn eingeschlagen. Als er sie dann von sich habe wegschieben wollen, sei sie gestürzt. Er habe auch keine Laterne auf sie geworfen, sondern ein Kissen gegen einen Tisch - und dabei sei die Laterne zu Boden gefallen.

Jérôme Baoteng wird von Bodyguards ins Münchner Amtsgericht geführt

Jérôme Boateng wird von Bodyguards ins Amtsgericht München geführt. Am 9. September 2021 begann der Prozess gegen den ehemaligen Nationalspieler wegen Vorwürfen der Körperverletzung.

Der Urlaub sei bis dahin sehr schön und friedlich verlaufen. „War 'ne gute Stimmung“, sagte er – bis es abends beim Kartenspielen zu einem Streit gekommen sei, weil seine damalige Partnerin und deren Freundin ihn beschuldigten, er habe geschummelt. Kurz darauf sei die Stimmung eskaliert.

Ex-Freundin: Jérôme Boateng war „wie ein Tiger“

Um Treue sei es in dem Streit gegangen, um andere, frühere Partnerinnen und Partner. „Eifersuchtsfilm“, sagt die Lebensgefährtin irgendwann in ihrer Aussage. Ihre und auch die Aussage von Boateng strotzen vor Kraftausdrücken, die gefallen sein sollen an jenem 19. Juli im Urlaubsparadies. Zwischen Wutausbrüchen sei Boateng in seinem Bungalow hin und her gelaufen, sagt sie – „wie ein Tiger“.

Boateng sagt, sie hätten damals – wie oft zuvor – auch um die Frage gestritten, wie sie das Familienleben organisieren sollen. Boateng habe in dem Sommer vom FC Bayern nach Paris wechseln wollen. Am nächsten Tag aber hätten die beiden sich schon wieder vertragen. „Wir hatten uns ausgesprochen, vertragen, die Kinder waren glücklich, haben getanzt.“ Sie sei „bester Laune“ gewesen. 

Die Luxus-Pavillons, die Jérôme Boateng und seine Reisegruppe bewohnten, hatten ein ganz besonderes Extra, wie der Fußballer schildert: Es gab einen Butler. Der habe in jener Nacht auch die Scherben des Windlichts und der Gläser zusammengekehrt. „Ich habe dann gesagt – auf Englisch: Sorry for the mess“, sagt Boateng: Entschuldigen Sie das Chaos. (dpa)

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