Befürchtungen wahr geworden Bombe im Kölner Süden aufgegraben

Zwei Spieler streiten sich am Punkt Berlin-Pleite gegen Wolfsburg nach irrem Elfer-Zoff

Pal Dardai nach dem Spiel von Hertha BSC gegen den VfL Wolfsburg.

Hertha-Trainer Pal Dardai schiebt Frust an der Seitenlinie nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 21. August 2021.

Hertha BSC verliert auch gegen den VfL Wolfsburg. Wirbel gab es vor einem Elfmeter für die Berliner, als sich zwei Spieler stritten, wer denn nun schießen darf.

Berlin. HaHoHe: Jede Menge Geld, aber wenig sportlicher Erfolg. Hertha BSC hat den Saisonstart komplett in den Sand gesetzt. Eine Woche nach der 1:3-Niederlage beim 1. FC Köln setzte es gegen den VfL Wolfsburg eine 1:2-Niederlage. Lautstarke Pfiffe waren die Quittung. 

Lukas Nmecha versetzte den Gastgebern in der 88. Minute nach einem Einwurf (!) den K.o.-Treffer. Dicke Luft in der Hauptstadt, VfL-Coach Mark van Bommel hingegen legt nach der Pokal-Wechsel-Panne in Münster einen Ligastart mit zwei Siegen hin.

Hertha-Coach Pal Dardai (45) wirkte angefressen: „Wir sind vorbereitet, haben hundert Mal gesagt, dass wir nicht ausgekontert werden dürfen. Die Jungs müssen lernen. Es wird schwer, das runter zu schlucken. Wir müssen erst intern analysieren, bevor ich öffentlich Kritik übe“.

Wie kompliziert die Lage bei den Berlinern ist, demonstrierte eine verrückte Szene in der 58. Minute. Nachdem Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach dem Hinweis des Video-Assistenten auf Strafstoß für die Hertha entschieden hatte, schnappten sich sowohl der von Brooks gefoulte Dodi Lukebakio (23) als auch Davie Selke (26) einen Ball und stellten sich an den Elfmeterpunkt. Es wurde diskutiert, ein wenig geschubst. Dann kam Kapitän Dedryck Boyata (30) dazu und sprach ein Machtwort.

Torschütze Dodi Lukebakio (l) von Hertha und Santiago Ascacibar jubeln nach dem per Elfmeter erzielten Treffer zum 1.0.

Berlins Dodi Lukebakio atmet nach dem verwandelten Elfmeter gegen den VfL Wolfsburg durch.

Lukebakio durfte schließlich antreten. Zum Glück behielt er nach dem Elfer-Zoff die Nerven und verwandelte zur 1:0-Führung (60.). „Ich wollte schießen, habe mich gut gefühlt. Das habe ich ihm auch gesagt. Wir haben gefühlt fünf Minuten geredet. Am Ende war es wichtig, dass er ihn reingemacht hat“, sagte Selke bei Sky.

Dardai spielte den Zoff herunter: „Solange mehrere Spieler den Elfer schießen wollen, hat man keine Probleme. Die Spieler haben das gut geregelt untereinander.“

Hertha-Neuzugang Richter: „Jetzt ist alles Kacke“

Doch nur 14 Minuten später war der Frust wieder groß. Die Gäste spielten einen sauberen Konter, den Ridle Baku zum 1:1-Ausgleich vollendete. Die 18.214 Zuschauer im Olympiastadion hofften vergeblich auf einen weiteren Hertha-Treffer. Im Gegenteil: Die Gäste schlugen noch einmal zu. „Das ist sehr, sehr bitter, wir schenken Wolfsburg die Tore“, sagte Hertha-Stürmer Marco Richter: „Jetzt ist wieder alles im Eimer, alles ist Kacke. Wir müssen das ganze extrem schnell abhaken.“

Auch weiterhin nicht rund läuft es für Neuzugang Kevin-Prince Boateng. Der 34-Jährige musste bereits in der 43. Minute wegen Rückenproblemen vom Feld. Nach 59 dürftigen Minuten in Köln nun ein noch kürzerer Einsatz des Starspielers.

Hertha BSC: Matheus Cunha fehlte im Aufgebot

Wirbel gab es auch schon vor dem Anstoß. Matheus Cunha (22) fehlte im Hertha-Aufgebot. Der ist auf dem Sprung zu Atletico Madrid, die Berliner hoffen auf 30 Millionen Euro Ablöse. „Der Trainer hat so entschieden, mit voller Rückendeckung von allen. Er war mit seiner Leistung in Köln nicht zufrieden. Das ist für einen Spieler natürlich sehr hart, wenn er nicht im Kader ist“, gab Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic (49) zu. „Er ist auch jemand, der mit anderen Vereinen in Kontakt ist, das spielt auch eine Rolle. Diese ganze Kombination führt dazu, dass manche Spieler dann nicht so fokussiert sind. Das ist auch das, was mir nicht so am Transfermonat August gefällt, wenn die Liga startet, und die Spieler ganz andere Probleme oder Wünsche haben, die erfüllt werden sollen.“

Hertha-Trainer Pal Dardai (45) nannte die Verbannung auf die Tribüne dagegen eine „pädagogische Maßnahme“ für Cunhas lustlosen Auftritt bei der Auftakt-Niederlage in Köln: „Er war zuletzt zu viel im Spaziergang-Modus.“

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