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Traum-Auftakt für Baumgarts FC Fans, Tore, drei Punkte: Köln feiert Start-Fest gegen Hertha

Florian Kainz jubelt mit Anthony Modeste für den 1. FC Köln gegen Hertha BSC.

Florian Kainz erzielte am Sonntag (15. August 2021) einen Doppelpack gegen Hertha BSC. Anthony Modeste feiert mit ihm.

Erster Spieltag, erster Sieg: Der 1. FC Köln hat sich zum Start der Bundesliga-Saison mit 3:1 gegen Hertha BSC durchgesetzt.

Köln. Kann es einen besseren Saisonauftakt geben? Endlich wieder Fans in Müngersdorf, Tore satt und drei Punkte – Steffen Baumgart (49) hat mit dem 1. FC Köln einen Traumstart hingelegt! Dank der Treffer von Anthony Modeste und Florian Kainz wurde gleich das erste Heimspiel des neuen FC-Trainers zum kölschen Fußballfest – die Geißböcke schossen Hertha BSC am Sonntag (15. August) mit 3:1 aus dem Rhein-Energie-Stadion!

Erstmals seit fünf Jahren siegte der FC wieder zum Bundesliga-Auftakt, erstmals seit 2011 gewann ein Trainer (damals Volker Finke) seine Köln-Premiere im Oberhaus. Baumgart wurde sogar schon mit Sprechchören gefeiert, war selbst happy: „Ich habe ein geiles Spiel gesehen.“ DAZN-Kommentator Michael Born überschlug sich fast: „Der neue Heiland trägt Schiebermütze.“

Steffen Baumgart beim Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen Hertha BSC.

Steffen Baumgart holte gegen Hertha BSC am Sonntag (15. August) seinen ersten Liga-Sieg mit dem 1. FC Köln.

Fanden auch die 16.500 Zuschauer, die spätestens nach dem 3:1 von Doppelpacker Kainz außer Rand und Band waren und von Europa sangen! „Das war ein Geben und Nehmen heute, die Fans haben uns nach vorne gepeitscht“, sagt Baumgart. So grüßt Köln nach dem ersten Spieltag von Platz vier, kommenden Sonntag geht es zu den Bayern...

Der 1. FC Köln jubelt gegen Hertha BSC.

Der 1. FC Köln feierte den Sieg gegen Hertha BSC vor der Südkurve.

Während die Mannschaft ihre Jubel-Runde durch das Stadion drehte und vor der Südkurve die Welle machte, schickte Baumgart ein Küsschen Richtung VIP-Tribüne, wo seine Frau Katja das Spiel verfolgt hatte – neben Klub-Legende Wolfgang Overath. Auch Stadionsprecher Michael Trippel war euphorisch: „Was für ein wunderbarer Sonntag.“ So schön kann ein Fußballabend sein, so kann es weitergehen!

16.500 Fans und viele bekannte Gesichter auf den Tribünen

Schon vor Anpfiff war alles angerichtet: Bestes Wetter, der FC-Gottesdienst im Dom, die starke Impfaktion vorm Stadion – und vor allem Zuschauer auf den Tribünen. Darunter auch viele bekannte Gesichter wie Nationalmannschafts-Assistent Marcus Sorg, Retter Friedhelm Funkel und Ex-Stürmer Patrick Helmes.

Katja Baumgart beim Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen Hertha BSC

Katja Baumgart drückte ihrem Mann auf der Tribüne die Daumen.

Für den ersten Gänsehautmoment sorgten die 16.500 schon eine Viertelstunde vor Anpfiff, als sich die Startelf direkt vor der Südkurve warmmachte und das ganze Stadion „Erster Fußball-Club Köln“ skandierte. Nach 533 Tagen des Wartens fühlt und hört sich auch ein zum Drittel gefülltes Stadion nach 50.000 Fans an.

Wieder früher Rückstand für den 1. FC Köln

Doch nach dem Anpfiff war die Mega-Euphorie erst mal verflogen! Wie schon in Jena verpennte der FC den Start, lag nach fünf Minuten hinten: Hertha-Neuzugang Jovetic staubte zum 1:0 ab, zuvor hatte Keeper Horn einen Kopfball von Cunha nach einem Freistoß noch stark pariert.

Baumgart hatte seine Startelf im Vergleich zum Pokal-Spiel in Jena dreimal verändert: Dass Timo Horn (für Schwäbe) und Ellyes Skhiri (für Özcan) ins Team rücken würden, war klar gewesen. Überraschend kam dagegen das Debüt von Dejan Ljubicic, der statt Ehizibue dabei war. Dafür rückte Kapitän Jonas Hector aus dem Mittelfeld in die Viererkette.

Köln machte nach dem frühen Rückstand Druck, hatte den schnellen Ausgleich durch Modete (12.) und Uth (18.) zweimal auf dem Fuß. Es folgte ein weiterer Schreckmoment: Schiedsrichter Hartmann schaute sich ein Handspiel von Czichos in der Review Area an (23.), ließ aber weiterspielen – Glück für den FC.

1. FC Köln dreht Spiel gegen Hertha BSC

Und dann Ekstase! Thielmann flankte auf Modeste, der verschaffte sich mit einem Mini-Schubser gegen Trainer-Sohn Márton Dárdai Platz und köpfte zum Ausgleich ein (41.). Sein erster Bundesliga-Treffer seit 433 Tagen. Das ganze Stadion feierte den Franzosen, Tony setzte erst seine Jubel-Brille auf, zeigte dann Richtung für Himmel – für seinen verstorbenen Vater Guy. „Schön, dass er wieder Spaß hat“, freut sich Baumgart für seinen Stürmer. Modeste war so gut drauf, dass er seinem Coach später noch eine kleine Wasserdusche aus der Trinkflasche verpasste.

Anthony Modeste spritzt Steffen Baumgart nass.

Nette Erfrischung: Anthony Modeste machte Trainer Steffen Baumgart nach dem Tor zum 2:1 durch Florian Kainz nass.

Jetzt war der Bann gebrochen, der FC übernahm die Kontrolle, spielte wie entfesselt und belohnte sich mit einem Doppelpack des überragenden Florian Kainz: Der Österreicher traf nach einer abgefälschten Modeste-Flanke erst per Kopf, 209 Sekunden später grätschte er eine Hereingabe von Schmitz zum 3:1 in den Hertha-Kasten (52./55.). Müngersdorf kochte! Baumgart: „Wenn Kainzi ein Kopfballtor macht, hat schon viel gepasst.“ Er ist der erste Kölner seit 41 Jahren, dem ein Doppelpack am ersten Spieltag gelang. Damals war es Dieter Müller.

Hertha hatte nicht mehr viel entgegenzusetzen, auch weil der FC leidenschaftlich verteidigte. Grätschen wurden fast genauso euphorisch wie die Tore gefeiert. Nur noch einmal musste Köln wirklich bangen, als Ascacíbar nach einem Freistoß zum vermeintlichen 2:3-Anschluss traf, allerdings im Abseits stand (81.). 

Matchwinner Kainz: „Wichtig ist, dass wir als Mannschaft gut in die Saison reingekommen sind. Wir haben ein super Spiel abgeliefert und es hat richtig Spaß gemacht mit den ganzen Fans im Rücken. Wir können alle sehr stolz auf uns sein.“

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