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Wechseltheater geht weiter Termin für Wolfsburgs Berufung nach Pokal-Aus steht

Die Wolfsburger Sebastiaan Bornauw und Admir Mehmedi machen sich im DFB-Pokal bereit für ihre Einwechslung.

Die Einwechslung von Admir Mehmedi (3.v.r.) kostete den VfL Wolfsburg im Pokalspiel bei Preußen Münster am 8. August das Weiterkommen.

Der VfL Wolfsburg wehrt sich gegen das Aus im DFB-Pokal am Grünen Tisch. Nachdem zunächst Preußen Münster mit Erfolg Einspruch gegen die Spielwertung einlegte, gehen die Wölfe jetzt gegen das DFB-Urteil vor.

Wolfsburg. Mit dem vorerst verhängten Aus im DFB-Pokal ist das Wechsel-Theater beim VfL Wolfsburg noch nicht beendet. Am Donnerstag (26. August 2021) findet nun ab 13.30 Uhr die mündliche Verhandlung durch das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes in der DFB-Zentrale in Frankfurt statt. Geleitet wird die Verhandlung von Achim Späth, dem Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichts.

Das Sportgericht hatte dem Einspruch des SC Preußen Münster gegen die Wertung des DFB-Pokalspiels gegen den VfL Wolfsburg (1:3 nach Verlängerung) stattgegeben und eine Umwertung des Spiels mit 2:0 zugunsten der Münsteraner vorgenommen. Hintergrund ist ein Wechselfehler des VfL Wolfsburg, der sechs statt der erlaubten fünf Wechsel vollzogen hatte.

Preußen Münster legte Einspruch gegen Wolfsburger Pokalsieg ein

Regionalligist Münster, der einen Tag nach der Begegnung Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hatte, steht laut Sportgerichts-Urteil in der zweiten Runde (26./27. Oktober) des Wettbewerbs. Am Sonntag (29. August) wird diese Runde im Rahmen der ARD-Sportschau ab 18.30 Uhr ausgelost. 

Der neue VfL-Trainer van Bommel hatte in der Partie sechs statt der erlaubten fünf Spieler eingewechselt. Der Ex-Profi brachte in der 103. Minute beim Spielstand von 1:1 Admir Mehmedi für Maximilian Philipp, obwohl er bereits das Auswechselkontingent ausgeschöpft hatte. Dem Schiedsrichtergespann fiel der Fehler erst im weiteren Spielverlauf auf.

DFB begründet Pokal-Ausschluss des VfL Wolfsburg: „Bedauerlich“

„Es ist bitter und absolut bedauerlich“, sagte Stephan Oberholz, der stellvertretende Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. „Wir sahen uns nicht zu einer anderen Entscheidung im vertretbaren Maße befähigt.“

Das Gericht sei überzeugt, dass der VfL bei der Einwechslung eines sechsten Spielers „maßgeblich und leichtfertig“ gehandelt habe. „Für die Ein- und Auswechslungen ist jeder Verein verantwortlich. Ein Verein sollte die Regularien kennen“, betonte Oberholz.

Die Wolfsburger reagierten enttäuscht auf den Richterspruch. „Der Fall war kompliziert. Ein Wiederholungsspiel wäre gerecht gewesen“, sagte Tim Schumacher, VfL-Geschäftsführer Recht. Schon da kündigte er an: „Wir prüfen, ob wir in Berufung gehen werden.“

Anders als etwa bei der EM 2021 im Sommer ist im DFB-Pokal in der Saison 2021/2022 auch bei Verlängerung kein zusätzlicher sechster Wechsel erlaubt.

Die VfL-Verantwortlichen hatten sich während des Spiels nach eigenen Angaben mehrfach beim Vierten Offiziellen Tobias Fritsch (30) erkundigt, ehe sie in der 103. Minute den zusätzlichen Tausch durchführten. Schiedsrichter Christian Dingert (41) vermerkte den Wechselfehler anschließend auf dem Spielberichtsbogen.

Preußen Münster legte Einspruch nach Wolfsburger Wechselfehler ein

Nach rund 24 Stunden Bedenkzeit legte Münster am 9. August schließlich Einspruch ein. Beim VfL Wolfsburg hatte Sport-Boss Jörg Schmadtke (57) bereits den Fehler der sportlichen Verantwortlichen eingestanden und sich in Galgenhumor geübt.

Man habe intern darüber nachgedacht, „alle Beteiligten zu einem Volkshochschul-Grundkurs ‚Richtig Lesen‘ anzumelden“, sagte Schmadtke in einem Statement auf der Homepage der Wölfe. Nach reiflicher Überlegung habe man aber schließlich davon abgesehen, so der VfL-Geschäftsführer augenzwinkernd.

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