Kampfansage nach „Tiefschlag“Hertha-Krise vor FC-Duell: Schwarz lobt Köln und verrät Matchplan

Herthas Cheftrainer Sandro Schwarz breitet an der Seitenlinie die Arme aus.

Sandro Schwarz, hier am 5. November 2022 bei der Heimniederlage gegen den FC Bayern, steckt mit Hertha BSC im Tabellenkeller fest.

Heißer Jahres-Abschluss in der Hauptstadt. Im Duell zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln geht es für beide Klubs darum, sich in der Tabelle Luft zu verschaffen. Bei den Berlinern ist der Druck hoch.

von Béla Csányi (bc)

Die Stimmung ist besser, die Leistungen sind weniger haarsträubend als noch in den vergangenen Spielzeiten. Doch beim Blick auf die Tabelle kommt Hertha BSC auch unter Trainer Sandro Schwarz (44) nicht von der Stelle. Der Jahres-Abschluss gegen den 1. FC Köln wird für die Berliner damit zum ersten Keller-Endspiel der Saison.

Der „Alten Dame“ drohen über zwei Monate WM-Pause auf dem Relegationsrang – genau da, wo die vergangene Horror-Saison geendet hatte! Veredeln Bochum (in Augsburg) und Schalke (gegen den FC Bayern) ihre Siege aus der englischen Woche, ist sogar Platz 18 möglich. Rund um das Olympiastadion ist die zarte Euphorie nach Trainer- und Führungs-Wechsel längst wieder der fast schon gewohnten Tristesse gewichen. Bei einer Niederlage im Duell am Samstag (12. November 2022) würde sich die Lage sogar noch verschärfen.

Hertha BSC gegen den 1. FC Köln unter Druck

Weil auch der FC zuletzt in der Tabelle an Boden verlor, liefern sich Berlin und Köln am Wochenende das klassische Sechs-Punkte-Spiel: Gewinnt der Tabellen-16., rückt er auf drei Punkte heran. Holt das Team von Trainer Steffen Baumgart (50) drei wichtige Auswärts-Zähler, besteht wieder kräftig Luft zur Abstiegszone. Hertha wäre dann auf neun Punkte distanziert.

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Dass beim 1. FC Köln die Ergebnisse zuletzt nicht zu den Leistungen passten, blieb auch Sandro Schwarz nicht verborgen: „Köln hat gegen Leverkusen unglücklich verloren, war sehr dominant und spielt insgesamt sehr aktiv, das war auch in den vergangenen Spielen zu sehen“, sagte er am Donnerstag und lobte dabei Baumgarts „klare Handschrift“. 

Auch wenn mit dem angeschlagenen Benno Schmitz (27) einer der fleißigsten Flankengeber der Liga noch fraglich ist, stellen sich die Berliner vor allem auf das gegnerische Flügelspiel ein. Schwarz verriet: „Das wird ein sehr intensives Spiel, beide Seiten wollen zielstrebig nach vorne spielen, aktiv sein. Köln schlägt viele Flanken, wir werden die Seiten und unsere Box gut verteidigen müssen. Das wird wichtig sein.“

Hertha BSC: Mit Kampfansage gegen die Niederlagen-Serie

Der vor der Saison verpflichtete Coach arbeitet mit seiner Mannschaft noch an der bei Baumgart gelobten Handschrift, feierte bei nur zwei Siegen und insgesamt elf Punkten deutlich weniger Erfolgserlebnisse als erhofft.

Drei Niederlagen in Serie und zuletzt zwei verschenkte Punkte nach späten Gegentoren in Bremen (85.) und Stuttgart (90.+8) drücken zusätzlich auf die Stimmung. Das späte 1:2 am Dienstag beim VfB bedauerte Schwarz als bitteren „Tiefschlag“.  Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Seine letzte persönliche drei Spiele andauernde Niederlagenserie in der Bundesliga beendete er 2019 (damals noch bei Mainz 05) ausgerechnet gegen den 1. FC Köln (3:1). Allzu gute Erinnerungen dürfte er an die Zeit dennoch nicht haben: Die folgenden zwei Spiele gingen wieder verloren und die Nullfünfer trennten sich nach knapp zweieinhalb Jahren im Amt von ihrem Coach.

Eine Kampfansage an den FC hatte Schwarz am Donnerstag dennoch parat: „Wir wollen alles rausfeuern! In vielen Teilbereichen müssen wir uns verbessern. Aber wenn ich die Gruppe sehe, gibt mir das viel Energie“, lobte er auf der Pressekonferenz. Wer für das Jahres-Finale noch einmal die größeren Kraft-Reserven mobilisieren kann, zeigt sich dann am Wochenende im Olympiastadion.