Bisherige Erwartungen enttäuscht Windhorst äußert klaren Plan für Zukunft bei Hertha BSC

Lars Windhorst, Investor von Hertha BSC, steht in einem Büro

Hertha-Investor Lars Windhorst in einem Büroraum am 08. Februar 2021

Hertha BSC schafft es auch weiterhin nicht, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Trotzdem glaubt Investor Lars Windhorst noch fest an eine erfolgreiche Zusammenarbeit und ist bereit, dafür alles zu tun.

Berlin. Hertha BSC kämpft sich einmal mehr durch eine sportlich schwierige Phase. Der Bundesligist steht aktuell nur auf Platz 14. Im Vergleich zu den Vorjahren hat der Hauptstadt-Klub sich trotz seiner horrenden Ausgaben eher verschlechtert, ist bestenfalls stagniert. Kein Wunder also, dass die sowieso angespannte Situation sich langsam zuspitzt.

Zuletzt machte Trainer Pal Dardai (45) vermehrt mit merkwürdigen Aussagen auf sich aufmerksam, die tief blicken lassen: „Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer, er hilft aus, so lange wie es sein soll. Wenn ein ganz großer Trainer hier ist, geht Pal sofort zurück zur U16 und macht seine Sache wie früher.“ Millionen-Investor Lars Windhorst (44), der Hertha mit diversen Anteilskäufen zum „Big City Club“ pushen wollte, bereitet die unschöne Lage des Klubs Sorgenfalten. Im RBB-Interview sprach er sich für eine andere Form des Miteinanders bei Hertha aus.

Lars Windhorst bei Hertha BSC: „Werden alles tun“

„Ich habe erwartet, dass man mehr als Team konstruktiv und positiv an Projekten und Themen arbeitet, sich austauscht und wirklich mit Freude, Kreativität und Dynamik den Verein entwickelt und auf eine neue Ebene hebt. Dazu ist es bisher nicht so richtig gekommen“, erklärte Windhorst und betonte zugleich, dass er mit den Berlinern in Zukunft unbedingt Erfolg haben möchte: „Wir werden in den nächsten Jahren alles tun, dass wir erfolgreich werden. Alles – und damit meine ich wirklich alles.“

Windhorst, der die Vision vom „Big City Club“ höchstselbst ausgab, hat seit 2019 rund 375 Millionen Euro an die Berliner gezahlt und sollte damit ursprünglich 66,6 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erhalten. Wie der RBB nun recherchierte, hält Windhorsts Beteiligungsgesellschaft aber nur 64,7 Prozent der Anteile. Grund seien Wertverschiebungen, hieß es vom Sprecher des Investors.

„Es sind in dieser Investitionsphase, die natürlich auch durch die Pandemie belastet war, die ja schlussendlich die meisten Unternehmen getroffen hat, auch mal Vereinbarungen angepasst und geändert worden“, sagte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (71) dem Sender zu dem Vorgang um die aus dem Verein ausgelagerte Profiabteilung.

Der Hertha-Boss will derweil auch weiterhin eine klare Grenze zwischen dem Bundesliga-14. und dem Investor ziehen. „Der Verein führt und informiert. Selbstverständlich ist es das gute Recht von Lars Windhorst oder Tennor, ihre eigenen Erwartungen an das Investment zu formulieren. Aber die Ziele von Hertha BSC formuliert die Geschäftsführung der KG oder des Vereins“, erklärte Gegenbauer.

Saisonziele bei Hertha BSC in Gefahr?

Aktuell scheinen die Ziele des Klubs aber ohnehin in Gefahr zu sein. Vor der Saison erklärte Geschäftsführer Fredi Bobic (49) noch bei Sky Sport: „Ich erwarte eine stabile Saison. Wir wollen in der Tabelle eher nach oben als nach unten gucken.“ Das ist bislang nicht geglückt. Hertha besiegte nur die beiden Bundesliga-Aufsteiger und gewann im DFB-Pokal in Meppen. Ansonsten verloren die Berliner alle Spiele.

Am Samstag (16. Oktober) muss sich das Team von Dardai bei Bayern-Besieger Eintracht Frankfurt beweisen. Danach kommt Borussia Mönchengladbach nach Berlin. Es wird also nicht leichter für die Hertha. Ohne einen Sieg aus den beiden Partien könnte die zweite Amtszeit des Ungarn womöglich zu einem verfrühten Ende kommen. (dpa/job)

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