„Gier nach Titeln“ Hofmann ist Flicks Mann der Stunde: Emotionales Heimspiel im Borussia-Park

Jonas Hofmann trinkt etwas beim Gang auf den Trainingsplatz.

Kurze Erfrischung: Jonas Hofmann beim Gang auf den Trainingsplatz am 13. Juni 2022 in Budapest.

Jonas Hofmann erzielte zuletzt die Tore für die Nationalmannschaft. Nun freut er sich auf das Duell gegen Italien im Borussia-Park in Mönchengladbach.

Er ist der Mann der Stunde im Kreis der Nationalmannschaft. Drei der vergangenen vier Länderspiel-Tore gingen auf das Konto von Jonas Hofmann (29). Der Gladbacher hat insgesamt schon vier Treffer unter Hansi Flick (57) erzielt. Nur Timo Werner (26, sechs Tore) traf in der Ära des neuen Bundestrainers öfter.

Dabei war der Borussen-Profi mit 28 Jahren, zwei Monaten und 23 Tagen beim Debüt eigentlich ein Spätstarter im DFB-Team. Nur vier Spieler waren bisher bei ihren Länderspiel-Premieren älter als Hofmann: Lars Stindl (33), Nils Petersen (33), Sandro Wagner (34) und Roman Weidenfeller (41).

Jonas Hofmann freut sich über Heimspiel im Borussia-Park

Am Dienstag (14. Juni 2022, 20.45 Uhr, ZDF) steht für Hofmann zum Abschluss der Nations League noch ein ganz besonderes Duell an. Im heimischen Borussia-Park geht es erneut gegen Italien. Vor der Abreise in die Heimat drehte Hofmann noch gemeinsam mit Manuel Neuer (36) und Oliver Baumann (32) in Budapest eine Runde auf dem E-Scooter.

  • Gerüchte um DFB-Trikot Ist das schon das Deutschland-Shirt für die WM 2022?
  • Frauen-EM Final-Drama in Wembley: DFB-Team unterliegt England in der Verlängerung
  • „Die Mannschaft“ Entscheidung einstimmig: DFB-Team trennt sich von langjährigem Begleiter
  • Thriller-Sieg gegen Frankreich Finale! Deutsche Fußballerinnen tilgen historische EM-Schmach
  • Große Sorge um Goretzka DFB-Star verpasst Saisonstart - Auswirkung auf Transfer-Pläne?
  • Kehrtwende perfekt Unterschrift bei Erdogan-Klub: Özil-Wechsel nach Vertragsauflösung fix
  • EM-Auftakt im Liveticker Deutschland feiert Schützenfest gegen Dänemark – Tor und große Ehre für Popp
  • 7:1 gegen Brasilien Heute vor acht Jahren: DFB-Elf demütigt Gastgeber – Wer stand in Löw-Elf?
  • Südafrika, Brasilien, Italien Flicks Stars sind im Urlaub: Gündogan feiert Traumhochzeit 
  • Irres WM-Doping Diese Tor-Party gegen Italien hat Spaß gemacht

In Mönchengladbach dürfte es dann emotional werden. „Ich freue mich riesig darauf. Außer Matze und Chris (Matthias Ginter und Christoph Kramer, Anm. d. Red.) hatten noch nicht viele Spieler dieses Erlebnis, ein Länderspiel im Borussia-Park zu bestreiten und dort gleichzeitig auch auf Vereinsebene zu Hause zu sein. Das zeigt, dass das nichts Alltägliches ist. Ich hoffe, dass uns nicht nur viele Deutschland-, sondern auch Gladbach-Fans unterstützen, darunter natürlich auch viele meiner Freunde aus Gladbach und meine Eltern.“

Hofmann ist im DFB-Team eine Allzweckwaffe. In seinen bisherigen 13 Länderspielen lief er schon im linken offensiven Mittelfeld, als Rechtsverteidiger und wie zuletzt als Rechtsaußen auf. „Ich glaube schon, dass ich diese Fähigkeit, mir eine andere Rolle anzueignen, bereits in mir hatte. Ich kann mich an ein Bundesligaspiel mit Gladbach unter Marco Rose erinnern: Im Laufe der Partie kam ich auf vier verschiedenen Positionen im Mittelfeld zum Einsatz, weil es aufgrund der Wechsel, die wir vornehmen mussten, nicht anders ging“, sagt der 29-Jährige.

„Generell kenne ich es aus dem Verein, dass im Mittelfeld häufiger rotiert wird. Dort habe ich mal auf dem Flügel gespielt, mal zentral. Mal als Sechser, mal als Zehner. Sich dann aber eine Position in der Verteidigung anzueignen, war schon nochmal ein anderes Kaliber. Aber bislang habe ich das aus meiner Sicht ganz gut gemacht.“

Jonas Hofmann hat kein Problem mit häufigen Positionswechseln

Unter Flick schien sich der Fohlen-Kicker zuletzt als Ideallösung hinten rechts in den Fokus zu spielen, ehe wieder die Versetzung nach vorne folgte. „Wenn ich Außenverteidiger spiele, interpretiere ich die Rolle offensiv, mit Drang nach vorne. Ich versuche, der Mannschaft mit meinen Qualitäten in der Offensive im Aufbau- und Umschaltspiel zu helfen.“

Thomas Müller und Jonas Hofmann schauen einem Ball beim Training hinterher.

Haben einen guten Draht zueinander: Thomas Müller und Jonas Hofmann lachen beim Training am 13. Juni 2022 in Budapest.

Profitieren kann von Hofmanns Entwicklung sicherlich auch die Borussia. „Ich nehme die Erfahrungen, die ich bei der Nationalmannschaft sammle, auch mit zum Verein. Dort hilft es mir als Mittelfeldspieler, dass ich mich nun besser in unsere Verteidiger hineinversetzen kann und weiß, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten. Auch die Gier nach Titeln und der Wille, die ganz großen Ziele zu erreichen, sind Eindrücke, die ich von der Nationalmannschaft mitnehme.“

Jonas Hofmann wird noch mit Borussia über seinen Vertrag sprechen

Problematischer könnten hingegen die Vertragsverhandlungen für die Borussia werden. Nach den Länderspielen und dem dann folgenden Urlaub will Hofmann mit Gladbach über seinen 2023 auslaufenden Vertrag sprechen. Die guten Leistungen auf der großen Länderspiel-Bühne haben die Position des Spielers gestärkt und Aufmerksamkeit geweckt.

Von Flick gab es zu Beginn dieser Länderspiel-Serie ein Lob für die abgelaufene Gladbach-Saison. „Es ist sicherlich ein Vorteil, dass es für mich persönlich im Verein gut gelaufen ist“, sagt Hofmann. „Dadurch konnte ich mit einem gewissen Selbstbewusstsein und Selbstverständnis zur Nationalmannschaft reisen. Am Standing innerhalb der Mannschaft ändert das aber nicht wirklich etwas. Denn jeder, der hier bei der Nationalmannschaft ist, hat sich seinen Platz mit starken Leistungen verdient.“

Während der Sport-Junkie Hofmann (spielte früher auch Handball und liebt Golf und Darts) aktuell einen Lauf im DFB-Team hat, erlebte er vor einem Jahr bittere Momente. Wegen einer Knie-Verletzung kam er bei der EM nicht zum Einsatz. „Das war sehr, sehr bitter und definitiv hart für mich. Da ist auch die eine oder andere Träne geflossen. Mich hat das damals sofort an Marco Reus erinnert, der sich kurz vor der WM 2014 verletzt hat und dann beim Turnier nicht dabei sein konnte. Jeder, der so etwas schon einmal erlebt hat, kann nachempfinden, wie man sich in einer solchen Situation fühlt“, sagt er rückblickend.

„Für mich war es wie eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Schließlich konnte ich teilweise wieder trainieren, zu einem Einsatz hat es dann trotzdem nicht gereicht. Das musste ich mental erst mal wegstecken, aber ich bin zu ehrgeizig, um mich von so etwas lange runterziehen zu lassen.“ Hofmann gab die passende Antwort und entwickelt sich plötzlich zur festen Größe.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.