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Verzweiflung pur beim SchlusslichtFürth-Coach schießt öffentlich gegen seine Neuzugänge

Trainer Stefan Leitl kritisierte nach dem 1:6-Heim-Debakel von Greuther Fürth gegen RB Leipzig Teile seiner Mannschaft. Die Teile des Aufstiegs-Kaders nahm er dabei ausdrücklich von seiner Kritik aus.

Die unbefriedigende sportliche Situation bei Greuther Fürth schlägt offenbar höhere Wellen als erwartet. Nach der 1:6-Schlappe gegen RB Leipzig am Sonntagabend (13. März 2022) kritisiert Trainer Stefan Leitl (44) die Neuzugänge.

Weil Aufsteiger Greuther Fürth seit dem vierten Spieltag ununterbrochen das Tabellenschlusslicht der Fußball-Bundesliga ist und nun mit 1:6 gegen RB Leipzig unterging, platzte Leitl der Kragen.

Stefan Leitl kritisiert Neuzugänge

„Ich finde es einfach etwas Besonderes, wenn die SpVgg Greuther Fürth in der Bundesliga spielen darf, und das haben wir uns sehr hart erarbeitet. Und deswegen sollte sich der ein oder andere in meiner Mannschaft schon auch bewusst sein, dass er hier Bundesliga spielen darf“, sagte er.

Dass Leitl damit vor allem die Kader-Ergänzungen des Sommers und Winters meinte, machte er im Nachgang deutlich. Er meine „nicht die Spieler, die mit uns aufgestiegen sind“, betonte der Aufstiegs-Trainer des Kleeblatts. Zu den Spielern, die erst im vergangenen Sommer oder danach zu den Franken gestoßen waren, gehörten am Sonntag etwa die Abwehrspieler Nick Viergever (32), Jetro Willems (27) oder Luca Itter (23) sowie die Mittelfeldspieler Max Christiansen (25) und Tobias Raschl (22).

Kommt jetzt eine Phase der Resignation?

Bereits in der Hinrunde hatten die Fürther eine Serie mit drei hohen Niederlagen in Folge. Mit insgesamt 17 Gegentoren ging man gegen Mönchengladbach, Hoffenheim und Leverkusen unter. Spätestens zu dem Zeitpunkt waren sich viele Fans einig, dass Fürth absteigen würde.

Stefan Leitl bei einem TV-Interview vor einem Spiel von Greuther Fürth.

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Stefan Leitl, hier beim Spiel von Greuther Fürth gegen den 1. FC Köln am 26. Februar 2022, kritisierte nach dem Leipzig-Debakel die eigenen Spieler.

Stefan Leitl hat nun offenbar Angst vor einer Wiederholung der Ereignisse. „Wir kommen jetzt in eine Situation, die hatten wir in der Hinrunde schon mal.“ Wichtig sei für die noch ausstehenden Spiele, dass seine Mannschaft wieder mit der „maximalen Energie“ auf den Platz komme.

Fürther Geschlossenheit in Gefahr?

Damit scheint nun auch die vermeintlich größte Stärke der Fürther zu bröckeln: die Geschlossenheit. Bis dato war der Aufsteiger trotz der desolaten Situation stets als Einheit aufgetreten – trotz der mageren Punkte-Ausbeute.

Frust Andreas Griesbeck (Mitte) neben Marco Meyerhöfer.

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Zerfällt Greuther Fürth in seine Einzelteile. Hier Sebastian Griesbeck (Mitte) neben Marco Meyerhöfer nach dem Spiel VfL Bochum - SpVgg Greuther Fürth am 5. März 2022.

Auch zum Trainerwechsel kam es bislang nicht. Sportdirektor Rachid Azzouzi (51) hat seine Treue zu Trainer Stefan Leitl nach der Heim-Pleite beim Fernsehsender BR noch einmal beteuert. „Der Trainer hat Vertrag, und ich plane mit dem Stefan die neue Saison. Das ist der Stand jetzt, und ich gehe davon aus und bin relativ sicher, dass wir nächstes Jahr nochmal zusammenarbeiten werden“.

Somit bleibt abzuwarten, ob die Aussagen von Trainer Leitl lediglich ein den Emotionen geschuldeter Ausbruch waren oder ob den Coach selbst die Unzufriedenheit überkommt.

Klassenerhalt kaum zu schaffen: „Anlügen brauchen wir uns nicht“

Dabei waren die Kleeblätter nach einer katastrophalen Hinrunde mit lediglich fünf Punkten eigentlich ordentlich in die Rückrunde gestartet. Immerhin acht Punkte aus den ersten fünf Spielen der zweiten Serie hatten die Fürther eingesammelt. Doch nach zuletzt nur noch einem Unentschieden aus den jüngsten vier Partien scheinen die Außenseiter endgültig abgeschrieben. Die Fürther haben aktuell einen Rückstand von neun Punkten zum Relegationsplatz.

Mit Blick auf die Tabelle sagte Außenverteidiger Marco Meyerhöfer (26) „Anlügen brauchen wir uns nicht, wir kennen die Tabelle“, und ergänzte tapfer: „Die Punkte sind nicht leicht aufzuholen. Uns ist bewusst, dass es eine schwere Aufgabe ist.“

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