„Anspucken war noch harmlos“ Ex-FC-Profi Streit blickt auf Horror-Zeit auf Schalke zurück

Albert Streit lehnt sich im Spiel von Schalke 04 II an den Torpfosten.

Albert Streit im September 2009 beim Regionalliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum II und Schalke 04 II. Auf Schalke verdiente Streit fürstlich, spielte aber hauptsächlich in der zweiten Mannschaft.

Für Albert Streit war der Millionen-Vertrag bei Schalke 04 der beste und gleichzeitig letzte dicke Vertrag im Profi-Fußball. Jetzt blickt der frühere Kölner noch einmal auf die komplizierte Zeit in Gelsenkirchen zurück.

Gelsenkirchen. Beim 1. FC Köln schaffte Albert Streit (41) einst den Durchbruch in der Fußball-Bundesliga, bei Schalke 04 ging die vielversprechende Karriere des talentierten Flügelspielers dann krachend zu Ende.

Eine Aussage von Streit im Sommer 2009 sorgte für massive Anfeindungen durch Schalker Fans, die Streich immer wieder beleidigten, teils sogar anspuckten. Doch noch heute steht der Ex-Profi zu seinen damaligen Worten.

Albert Streit blickt auf harte Zeit bei Schalke 04 zurück

Er habe den besten Vertrag seines Lebens unterschrieben und bekomme noch „drei Jahre gutes Geld“, sagte Streit damals, als Schalke 04 ihn ein Jahr nach der Verpflichtung für 2,5 Millionen Euro schon wieder loswerden wollte.

Im Gespräch mit der „Sport Bild“ versicherte Streit, dass er die „ehrliche“ Aussage auch heute noch einmal tätigen würde – trotz der Folgen, die sie für ihn und seine Karriere hatten.

Schließlich konnte er nicht mehr ansatzweise an frühere Leistungen anknüpfen, spielte stattdessen zwei Jahre lang mit der zweiten Mannschaft der Knappen in der viertklassigen Regionalliga West. Es folgten Stationen bei Alemannia Aachen in der zweiten und dritten Liga sowie bei Fortuna und Viktoria Köln in der Regionalliga.

Besonders die Zeit auf Schalke wurde für Streit zum Spießrutenlauf. „Das Bespucken war ja noch harmlos, ich wurde ganz schlimm beschimpft, jemand soll sogar in meine Richtung uriniert haben. Da wurden so viele Grenzen überschritten“, erinnerte sich Streit an die Spiele in der Mondpalast-Arena in Herne zurück, wo die Schalker damals ihre Heimspiele bestritten.

Albert Streit eckte auch beim 1. FC Köln an

Anders als in der vergangenen Bundesliga-Spielzeit, als die teils körperlichen Attacken von Schalke-Fans auf die eigenen Spieler aufs Schärfste verurteilt worden waren, unternahmen die damaligen Verantwortlichen laut Streit in seinem Fall nicht allzu viel, um ihn zu schützen. „Ich war enttäuscht von den Klub-Verantwortlichen, weil sie sich nicht klar von Fan-Attacken gegen mich distanziert haben“, so Streit.

Doch auch beim 1. FC Köln, wo der frühere Junioren-Nationalspieler 81 Spiele in zweieinhalb Jahren absolvierte, eckte er teils an. Unvergessen die Episode nach der 0:6-Klatsche bei Werder Bremen am vorletzten Spieltag der Abstiegssaison 2005/2006.

Dabei stimmte die Mannschaft nach einem Vorstoß der Vereinsführung zu, den mitgereisten Fans einen Teil der Kosten zu erstatten – lediglich Streit weigerte sich, aus Angst, die Maßnahme könne künftig zur Regel werden. „Ich blieb standhaft und war der Idiot – auch in der Öffentlichkeit“, erinnerte sich Streit, für den die Pleite an der Weser gleichzeitig die Abschiedsvorstellung im FC-Trikot war. (bc)

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