Eintracht Frankfurt verliert in der Liga das Minimalziel Europacup aus den Augen. Vor dem Pokal-Halbfinale in Stuttgart wird nun sogar über den Trainer diskutiert.
Eintracht Frankfurt in der KriseOliver Glasner wackelt – fliegt der Erfolgstrainer?

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Frankfurts Trainer Oliver Glasner steht in der Kritik. Das Foto entstand am 8. April 2023.
Das vierte enttäuschende Heim-Remis in Serie, neun Spiele nacheinander ohne Sieg – und das Minimalziel Europacup über die Bundesliga langsam außer Reichweite: Bei Eintracht Frankfurt herrscht vor der kniffligen Pokal-Mission in Stuttgart höchste Alarmstufe.
Nur 347 Tage nach der magischen Krönung von Sevilla muss Oliver Glasner plötzlich gar erste Fragen nach seinem Job beantworten.
Eintracht Frankfurt: Profis stehen hinter Glasner
„Wenn jemand der Meinung ist, dass es jemand besser kann als Oliver Glasner, dann wird man es mir sagen. Dann packe ich meine Sachen, und der nächste wird es versuchen“, sagte der Trainer betont gelassen. Er sehe solche Diskussionen „immer sehr entspannt“, führte der Österreicher mit süffisantem Lächeln aus. Auf seinen bisherigen Stationen habe es schließlich keiner seiner Nachfolger „besser gemacht als ich, deshalb bin ich relativ zuversichtlich“.
Die Spieler stehen offenbar weiter hinter ihm. Die tiefe Krise habe „nichts mit dem Trainer zu tun“, sagte Torhüter Kevin Trapp energisch. Doch nach dem gruseligen 1:1 (1:0) gegen den FC Augsburg droht die Stimmung beim Europa-League-Champion langsam zu kippen. In die Schockstarre nach Abpfiff mischten sich erstmals vereinzelte zarte Pfiffe von den Rängen, dazu wird der Ton bei den Verantwortlichen rauer.
„Wenn man die Leistung sieht, muss man sagen, dass wir es nicht begriffen haben“, ätzte Markus Krösche bei Sky: „Wir müssen das Spiel mit aller Macht gewinnen, und das haben wir nicht getan.“ Es sei in den letzten Wochen „so viel geredet“ worden, führte der sich vor der Partie zur Eintracht bekennende Sportvorstand aus, „es geht jetzt einfach darum zu tun. Keine Alibis und Ausreden zu suchen, sich an die eigene Nase zu packen.“
Scheiterte die Eintracht in den Wochen zuvor noch an mangelhafter Chancenverwertung oder groben Schnitzern, agierte sie gegen biedere Augsburger nach der glücklichen Führung durch das Eigentor von Elvis Rexhbecaj (25.) seltsam blutleer. Ohne Top-Angreifer Randal Kolo Muani gelang in der Offensive quasi nichts – und der droht auch im DFB-Pokal-Halbfinale in Stuttgart zu fehlen. „Ich habe Sorge, dass es bis Mittwoch nicht reicht“, so Glasner.
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Dabei dürfte der Pokal nach dem Absturz auf Rang neun die letzte Ausfahrt Richtung Europa sein – doch dafür muss fast alles besser werden. „Es liegen viele Steine in unserem Weg derzeit, die die Jungs stolpern lassen. Wir arbeiten im Moment mehr Fußball, als dass wir spielen. Das Selbstvertrauen ist nicht da“, haderte der Coach, dessen Team durch Ermedin Demirovic (58.) den Ausgleich kassierte: „Dafür übernehme ich natürlich die Verantwortung.“
Doch, führte er aus, „wir wissen, wie schnell der Tristesse auch wieder Euphorie folgt“. Mit dem Ticket für Berlin gelänge das ganz sicher im Eiltempo. (sid)
