Traurige Diagnose Die dramatische Geschichte von Ex-HSV-Star Jan Furtok

Jan Furtok (HSV) am Ball.

Jan Furtok als Stürmer des Hamburger SV am 4. April 1992.

Jan Furtok war einer der gefährlichsten Bundesliga-Stürmer Anfang der 90er Jahre. Inzwischen lebt er zurückgezogen in Kattowitz in Polen und ist unheilbar an Alzheimer erkrankt. 

Kattowitz. Jan Furtok (59) galt jahrzehntelang als bester polnischer Stürmer, der je in der Fußball-Bundesliga gespielt hatte. Zunächst ging er für den Hamburger SV auf Torejagd, später für Eintracht Frankfurt.

Der Angreifer, der von 1988 bis 1993 für den HSV auflief und dann noch einmal zwei Jahre bei der Eintracht (1993 bis 1995) spielte, hat seine Spuren im deutschen Fußball hinterlassen.

Nun aber ist die Sturm-Legende schwer erkrankt. Im Alter von nur 59 Jahren leidet Furtok unter Alzheimer, wie sportowefakty in Polen berichtet. So schwer, dass er manchmal sein eigenes Spiegelbild nicht erkennt.

Jan Furtok war polnischer Rekord-Stürmer der Bundesliga

Seine Frau Anna tut alles, damit er sich erinnert. Sie hat ein Bilderzimmer zu Hause eingerichtet. Da hängen Fotos von Jan Furtok mit dem Papst. Ein Artikel aus dem Kicker, als er Fußballer des Monats Mai 1991 wurde, dem Jahr, wo er mit 21 Toren Zweiter der Torschützenliste wurde. Rekord für einen polnischen Spieler bis 2012, als ihm Robert Lewandowski (33) diese Bestmarke abnahm.

Ob Furtok, der einen polnischen und einen deutschen Pass besitzt, das noch weiß? Oft geht er durch das Zimmer, nennt diesen Namen, der ihm fremd geworden ist. Er sieht den jungen Mann mit dem charakteristischen Schnurrbart, doch er erkennt ihn nicht.

Jan Furtok (Frankfurt, li.) gegen Jürgen Kohler (Juventus Turin).

Jan Furtok im Trikot von Eintracht Frankfurt am 28. Februar 1995 im Europapokal-Viertelfinale gegen Jürgen Kohler (Juventus Turin).

Jan Furtok: Alzheimer 2015 diagnostiziert

Seine Frau berichtet, wie es langsam anfing. Er sich ein Bier aus dem Kühlschrank holte, es vergaß, sich ein zweites holte. Wie er die Tür des Autos offen stehen ließ, seinen Laptop verlor. Inzwischen kann er sich selbst nicht mehr auf einem Mannschaftsfoto der Frankfurter Eintracht finden.

Auch Anthony Yeboah, den einzigen Schwarzen in der Mannschaft, erkennt Jan Furtok nicht mehr. Die Krankheit wurde 2015 diagnostiziert, begann aber wahrscheinlich deutlich vorher. Aber sie schreitet voran, ist irreversibel.

50 Millionen Menschen leiden weltweit an Alzheimer, oft beginnt die Krankheit schon vor dem 65. Lebensjahr. Jan Furtok ist einer von ihnen. Die Erinnerung an seine große Karriere mit 59 Tore in 188 Bundesliga-Spielen, mit 31 Einsätzen im UEFA-Pokal und 37 Partien für die Nationalelf Polens, sie müssen seine Familie und seine Fans behalten. Jan Furtok kann es nicht mehr.

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