Kommt eine neue Notbremse? Merkel, Scholz und Länderchefs wollen sich wohl schon morgen beraten

Die heftigsten Sperren in der Bundesliga „Und jetzt noch mal für Doofe: Sie sind eine blöde Sau!“  

Timo Konietzka und Erwin Spinnler stehen im Stadion an der Grünwalder Straße.

Der Sechziger Timo Konietzka (l.) und der Gladbacher Erwin Spinnler erwarten am 29. April 1967 den Ball.

Zuletzt erhielt Aues Clemens Fandrich eine Sperre, die sich gewaschen hat. Doch auch andere wurden für Monate vom DFB gesperrt. Hier die Top 5 der längsten Sperren der Bundesliga-Geschichte.

Köln. Gerade macht der Fall Clemens Fandrich Schlagzeilen: Der 30-jährige Zweitliga-Fußballer von Erzgebirge Aue wurde vom DFB-Sportgericht am 4. November 2021 zu einer Sperre von sieben Monaten verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, beim Spiel gegen Ingolstadt den Schiedsrichter-Assistenten angespuckt zu haben. Nun geht der Verein in Berufung.

Sollte trotz Revision an dem Strafmaß festgehalten werden, wäre das siebenmonatige Spielverbot eine der härtesten Strafen, die je in der Bundesliga ausgesprochen worden ist. Grund genug, um sich die Rekord-Sperren im deutschen Oberhaus anzuschauen:

5. Axel Kruse (VfB Stuttgart)

In der Saison 1993/94 wurde Axel Kruse (54) vom VfB Stuttgart für zweieinhalb Monate gesperrt. Es war der Beginn eines schwarzen Jahres für den in der DDR geborenen Stürmer, der 1989 in die BRD geflüchtet war.

Axel Kruse springt hoch, seine Zunge hängt aus seinem Mund.

Stuttgart Axel Kruse beim DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 25.08.1993.

Der Grund für die üppige Sperre: Im Pokalspiel gegen Kaiserslautern rannte Kruse nach einem nicht gegebenem Handspiel-Elfmeter auf Schiri Hans-Joachim Osmers zu, beleidigte ihn und stieß ihn zu Boden.

4. Erwin Kremers (Schalke 04)

 Die Schalker Vereinslegende Erwin Kremers (72), der Zwillingsbruder von Helmut, legte es regelrecht auf eine Sperre an: Im letzten Spiel der Saison 1973/74 beleidigte Erwin Kremers Schiri Max Klauser als „blöde Sau“. Nachdem der Schiedsrichter die Beleidigung nicht hörte, fragte er noch einmal bei Kremers nach. Kremers daraufhin: „Und jetzt noch mal für Doofe: Sie sind eine blöde Sau!“ Die Rote Karte hatte sich Fußballer Erwin Kremers redlich verdient.

3. Norbert Meier (MSV Duisburg)

 Zwar war Norbert Meier (63) zum Zeitpunkt seines Vergehens kein Spieler mehr, dafür aber Trainer: Während der Partie gegen den 1. FC Köln im Jahr 2005 geriet Duisburg-Coach Meier mit Albert Streit (41) aneinander. Beide bauten sich voreinander auf, dann versetzte Meier seinem Gegenüber eine Kopfnuss und ließ sich theatralisch auf den Boden fallen.

Norbert Meier und Albert Streit stehen eng voreinander.

Beim Spiel zwischen Duisburg und Köln am 6. Dezember 2005 geraten Norbert Meier und Albert Streit aneinander.

Doch die TV-Bilder überführten Norbert Meier, und der Vorfall hatte selbstredend ein Nachspiel: Meier bekam eine dreimonatige Sperre aufgebrummt und wurde bei den Zebras entlassen.

2. Timo Konietzka (1860 München)

 Friedhelm ,,Timo‘‘ Konietzka wurde in der Saison 1966/67, wenige Jahre nach Gründung der Bundesliga, zu einer Sperre von sechs Monaten verdonnert. Doch was hatte der Spieler der TSV 1860 München angestellt? Nachdem der Schiedsrichter ein Handspiel eines Dortmund-Spielers auf dem Platz übersah, flippte Konietzka aus, schubste den Unparteiischen und schlug ihm sogar die Pfeife aus dem Mund. Timo Konietzka starb 2012 in der Schweiz.

1. Levan Kobiashvili (Hertha BSC)

 Der Georgier Levan Kobiashvili (44) grüßt von Platz 1! Er spielte in der Bundesliga für den SC Freiburg, Schalke 04 und Hertha BSC. Und im Trikot des letztgenannten Vereins kam es dann zu Eklat: Beim Relegationsspiel zwischen Hertha und Fortuna Düsseldorf versetzte Kobiashvili Schiedsrichter Wolfgang Stark im Spielertunnel einen Faustschlag gegen den Hinterkopf.

Andre Mijatovic führt Levan Kobiashvili Richtung Kabine.

Herthas Levan Kobiashvili (r.) wird von seinem Kollegen Andre Mijatovic (l.) am 15. Mai 2012 in die Kabine begleitet.

Stark erstattete Anzeige, Kobiashvili gab die Tat zu und wurde verurteilt. Sieben Monate musste er zuschauen. Dem Fußballsport ist Kobiashvili übrigens auch nach seiner Karriere treu geblieben: Seit 2015 ist der 100-fache Nationalspieler Georgiens Präsident des nationalen Fußballverbands.

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