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Deutliche Nummer!Bayern zieht ins CL-Viertelfinale ein und trifft auf Angstgegner

Lennart Karl (l.) und Tom Bischof jubeln gemeinsam nach einem Treffer.

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Lennart Karl (l.) und Tom Bischof beim Spiel des FC Bayern gegen Atalanta Bergamo. 

Aktualisiert

Nach einem deutlichen 4:1-Sieg im Champions-League-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo feierte der FC Bayern den Einzug ins Viertelfinale und trifft nun auf Real Madrid. 

Angeführt vom doppelt treffenden Kapitän Harry Kane hat der FC Bayern ein zweites Torfest gegen Atalanta Bergamo gefeiert und darf nun dem Giganten-Duell mit Real Madrid entgegenfiebern. Nach der 6:1-Gala in Italien dominierte der deutsche Fußball-Rekordmeister auch das Rückspiel gegen den Dortmund-Bezwinger beim 4:1 (1:0) und machte den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale ganz seriös perfekt.

Mann des Abends war der im Hinspiel noch angeschlagen zuschauende Torjäger Kane. Erst verwandelte der Engländer im zweiten Versuch einen Handelfmeter (25. Minute). Dann verzückte Kane die 75.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Allianz Arena mit einer tollen Einzelaktion, die er mit einem Traumtor krönte (54.).

Champions League: Kane, Karl und Diaz treffen für die Bayern

Der bemühte, aber lange glücklose Youngster Lennart Karl erhöhte unmittelbar danach (56.). Der 18-Jährige darf offenbar an diesem Donnerstag mit seiner ersten Nationalmannschafts-Nominierung rechnen. Nach einem wunderbaren Pass von Karl traf auch noch Luis Díaz (70.). In der 85. Minute traf der gebürtige Berliner Lazar Samardzic per Kopf für die Gäste zum Endstand.

„Wir wollen wieder ein Statement setzen“, hatte Sportvorstand Max Eberl vor dem Anpfiff beim Streamingdienst DAZN angekündigt. Ganz so spektakulär wie eine Woche zuvor in Italien fiel der Bayern-Auftritt zwar nicht aus. Aber selbst der Champions-League-Rekordsieger Real Madrid dürfte gewarnt sein vor den gierigen Münchner Triple-Jägern von Trainer Vincent Kompany. Die Bayern-Fans skandierten in den Schlussminuten: „Europapokalsieger FCB“.

Allerdings kann man die Königlichen durchaus als Angstgegner der Bayern in den vergangenen Jahren bezeichnen. Von den letzten neun Aufeinandertreffen konnte die Truppe aus Madrid sieben gewinnen, zwei Duelle gingen unentschieden aus. Seit 2012 gewannen die Münchner kein Spiel mehr gegen Real.

Das letzte Mal konnte der FC Bayern 2007 gegen die Madridistas in die nächste Runde einziehen. Damals setzte sich der Bundesligist im Halbfinal-Rückspiel im Elfmeterschießen gegen die Starauswahl aus Spanien durch.

Die wichtigste Personalfrage hatte sich Stunden vor dem Anpfiff geklärt. Jonas Urbig bekam nach seiner im Hinspiel zugezogenen Gehirnerschütterung das grüne Licht der Ärzte für einen Einsatz. „Das freut mich für Jonas“, sagte Kompany. Er musste damit im Tor nicht die Notfall-Lösung mit dem erst 16 Jahre alten Debütanten Leonard Prescott aktivieren.

Urbig war selten gefordert, aber im entscheidenden Moment da. Der Stellvertreter des nach einem zweiten Muskelfaserriss in der Wade noch pausierenden Manuel Neuer verhinderte mit einem starken Reflex das mögliche 1:1 für Atalanta durch Mario Palasic (44.). Beim Gegentor war Urbig machtlos.

Kane schritt Mitte der ersten Hälfte an den Elfmeterpunkt, nachdem der Videobeweis bestätigt hatte, dass Atalanta-Verteidiger Giorgio Scalvini einen Volleyschuss des Engländers mit dem Arm abgewehrt hatte. Den ersten Versuch von Kane hielt Marco Sportiello. Doch der Torwart hatte dabei zu früh mit beiden Füßen die Torlinie verlassen. Bei der Wiederholung versenkte Kane dann hart und platziert unten rechts.

Neben den gesperrten Joshua Kimmich und Michael Olise sowie den erneut verletzten Jamal Musiala und Alphonso Davies nahm Kompany nach dem hohen Hinspielerfolg die Möglichkeit wahr, auch die von einer Gelb-Sperre bedrohten Abwehrspieler Dayot Upamecano und Konrad Laimer auf die Bank zu beordern. Das Duo wird in drei Wochen gegen Real Madrid gebraucht.

Im Achtelfinal-Rückspiel durften sich auch Spieler aus der zweiten Reihe wie Raphaël Guerreiro oder Tom Bischof empfehlen. Die Münchner gingen seriös zur Sache und zeigten sich spätestens nach der Pause auch wieder gierig auf Tore. Atalanta war erneut nur ein Spielball für die Münchner Offensivasse. (dpa/fr)

Jonas Urbig schaut in die Kamera.

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