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Vertragslänge bewusst gewählt DFB verkündet Unterschrift von Neu-Bundestrainer Flick

Frankfurt – Hansi Flick (56) wird neuer Bundestrainer und löst seinen früheren Chef Joachim Löw (61) nach der Europameisterschaft ab. Seit Wochen gilt als beschlossen, was auch EXPRESS mehrfach berichtet hatte. Am Dienstag (25. Mai) verkündete der Verband um 11 Uhr die Unterschrift des neuen Bundestrainers für die Zeit nach der EM.

  • Hansi Flick unterschreibt als Bundestrainer beim DFB
  • Flick folgt nach der EM auf Joachim Löw
  • Dreijahresvertrag für Flick beim DFB

Flick und der DFB einigen sich ganz bewusst auf eine Zusammenarbeit über die nächsten drei Jahre. Dadurch ist Flick sowohl für die WM 2022 in Katar als auch für die Heim-EM 2024 in Deutschland an den Verband gebunden.

Hansi Flick offiziell Nachfolger von Joachim Löw beim DFB

Seit Joachim Löw am 9. März seinen Rücktritt nach der Europameisterschaft angekündigt hatte, galt Flick als einer der Top-Kandidaten auf den Posten als Bundestrainer. Durch seine Titelserie mit dem FC Bayern hatte er seine Qualitäten als Cheftrainer eindrucksvoll bewiesen.

Die Jahre als Co-Trainer von Löw und später als Sportdirektor beim DFB hinterließen außerdem einen tadellosen Eindruck in der Verbandsspitze. „Es ging jetzt doch alles auch für mich überraschend schnell mit der Unterschrift, aber ich bin sehr glücklich, ab dem Herbst als Bundestrainer tätig sein zu dürfen“, sagte Flick bei seiner Vorstellung am Dienstag.

Das erste Länderspiel unter dem Löw-Nachfolger wird das WM-Qualifikationsspiel in Liechtenstein am 2. September sein. In der ersten Länderspielpause der kommenden Spielzeit geht es außerdem noch gegen Armenien (5. September) und nach Island (8. September).

Flick freut sich auf Heim-Europameisterschaft 2024 mit Deutschland

„Meine Vorfreude ist riesig, denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland. So haben wir allen Grund, die kommenden Turniere, zum Beispiel die Heim-EM 2024, mit Optimismus anzugehen. Zudem weiß ich aus bester Erfahrung, dass ich mit Oliver Bierhoff einen starken, vertrauensvollen Partner an meiner Seite habe und welche Fachleute im Team hinter dem Team arbeiten, sodass die Mannschaft, wir Trainer und der Staff ohne lange Anlaufzeit durchstarten können“, so Flick weiter.

Flick_Bayern_Schale

Hansi Flick, hier bei der Übergabe der Schale am 22. Mai, verabschiedete sich mit seiner zweiten Meisterschaft beim FC Bayern.

Oliver Bierhoff lobte:  "Ich bin sehr stolz, dass es uns gelungen ist, Hansi Flick für den Posten des Bundestrainers zu verpflichten. Er stand von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste. Die menschlichen und fachlichen Qualitäten von Hansi Flick kenne und schätze ich seit unseren vielen gemeinsamen erfolgreichen Jahren bei der Nationalmannschaft.“

Bayern-Zoff machte Hansi Flick für DFB erst erreichbar

Nach Löws Rücktritts-Ankündigung hatte es noch ein Hindernis gegeben: Flick schien beim FC Bayern fest im Sattel, war auch nach dem Triple in der Corona-Saison wieder voll auf Erfolgskurs in Bundesliga und Champions League. Allerdings wurden die internen Spannungen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) von Tag zu Tag intensiver.

Das Duo hatte sich derart verkracht, dass Flick am 17. April, wenige Tage nach dem Aus der Bayern in der Champions League gegen Paris Saint-Germain, seinen Abschied als Bayer-Trainer nach der Saison verkündete – noch ohne offizielle Abstimmung mit den Klubbossen.

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Hansi Flick (2.v.l.) unterschreibt am Dienstag (25. Mai) beim DFB. Oliver Bierhoff (2.v.r.), Rainer Koch (r.), Peter Peters (M.) und Stephan Osnabrügge (l.) waren als Vertreter des Verbandes dabei.

Der DFB, der zuvor angekündigt hatte, keine Gespräche mit aktuell beschäftigten Trainern zu suchen, bekam von Flick immer stärkere Signale der Gesprächsbereitschaft. So wurde schnell klar, dass er sich gegen andere gehandelte Kandidaten wie Ralf Rangnick (62) oder U21-Coach Stefan Kuntz (58) durchsetzen und die Nationalmannschaft übernehmen würde.

Hansi Flick soll Nationalmannschat wieder zu Titelfavoriten formen

Der Auftrag des DFB an Flick ist klar: Er soll das Nationalteam schon kurzfristig wieder zu einem Titelfavoriten formen. Bei der EM geht die Mannschaft nach peinlichen Niederlagen in Spanien (0:6) und gegen Nordmazedonien (1:2) in den vergangenen Monaten mit ungewissen Erwartungen ins Turnier.

So schaffte es das einstige Aushängeschild schon seit der WM 2018 nicht mehr, die chaotischen Zustände in der DFB-Führung durch herausragende sportliche Resultate zumindest zu kaschieren. Nach dem Sturz von Präsident Fritz Keller (64) will sich der größte Sportverband der Welt künftig sowohl sportlich wie auch institutionell von einer besseren Seite zeigen.

Wer künftig an der Spitze stehen soll, ist noch völlig offen. Mit einer Nationalmannschaft, die dank sportlicher Höchstleistung die eine oder andere Verfehlung hinter den Kulissen kaschieren würde, wäre dem DFB fürs Erste aber schon einmal sehr geholfen. (bc)

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