„Trainer der goldenen Generation“ Bundespräsident Steinmeier adelt Joachim Löw 

Große Ehre für Joachim Löw: Der Weltmeister-Trainer von 2014 wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue eingeladen – und dabei blieb es nicht.

Berlin. Keine alltägliches Treffen für Joachim Löw (61): Der ehemalige deutsche Nationaltrainer wurde von Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier (65) am Mittwochmittag (3. November 2021) im Schloss Bellevue zu einem gemeinsamen Mittagessen empfangen.

Nervös wirkte Löw in der Gegenwart Steinmeiers. Sein Lächeln und seine auf dem Rücken verschränkten Arme strahlten Unsicherheit aus. Löw wirkte wie ein verunsicherter Schuljunge, der Angst vor einem Tadel hat. Dabei hätte er sich seine Aufregung schenken können.

Joachim Löw hat „Historisches für den deutschen Fußball“ geleistet

Bundespräsidenten Steinmeier sprach in höchsten Tönen von Löw, betonte, dass er „Historisches für den deutschen Fußball“ geleistet habe und dass er ebenfalls für den „Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das Ansehen unseres Landes in der Welt“ gesorgt habe.

Joachim Löw hält den Weltmeisterpokal in den Händen. Um ihn tummeln sich seine Spieler. Unter anderem Roman Weidenfeller, Mesut Özil, Lukas Podolski, Per Mertesacker, Erik Durm und Benedikt Höwedes.

Joachim Löw feiert den WM-Triumph in Rio de Janeiro am 13. Juli 2014 mit seinen Spielern.

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Besonders die Menschenkenntnis und Menschenführungskompetenz rechnete Steinmeier dem Vorgänger von Hansi Flick hoch an: „Ihre Kunst, mit Menschen umzugehen, Ihre Fähigkeit, jeden Einzelnen im Ensemble noch besser zu machen, all das macht Sie als Trainer der goldenen Generation aus.“ Doch damit nicht genug des Lobes.

„Der Jogi“ aus dem Schwarzwald

„Joachim Löw, das war und das ist für viele ‚der Jogi‘, ein Heimatverbundener, fest verwurzelt im Schwarzwald, in Schönau und Freiburg im Breisgau“, sagte der 65-jährige Steinmeier anerkennend, „zugleich aber ein Weltreisender, nie spießig und rückwärtsgewandt, sondern immer offen für Neues“.

„Wir danken heute einem Trainer, der mit seiner Mannschaft auch das Bild unseres Landes in der Welt geprägt hat“, sagte der SPD-Politiker, der damit sowohl auf den Triumph bei der WM 2014 als auch auf die WM 2006 im eigenen Land verwies.

Bei der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006, die das Motto ,,Die Welt zu Gast bei Freunden‘‘ trug, war Löw Co-Trainer unter Jürgen Klinsmann. Die Stimmung bei der Heim-WM habe sich in das Gedächtnis der ganzen Nation eingebrannt, resümierte Steinmeier die Weltmeisterschaft.

Verabschiedung beim Länderspiel in Wolfsburg

„Deshalb freue ich mich, dass ich Ihnen heute zum Abschied Dank sagen kann, im kleinen Kreis, aber im Namen von ganz Fußball-Deutschland“, ergänzte der Bundespräsident, der in Löw einen „Erneuerer und Visionär“ sieht. Für seine Zukunft wünschte Steinmeier Löw abschließend viel Glück und insbesondere Zeit, „um durchzuatmen und neue Kraft zu schöpfen“.

Dennoch sei er sich sicher, Löw habe bereits neue Ideen und Pläne, die er bald umsetzen werde. Zunächst erfolgt allerdings Löws offizielle Verabschiedung als Bundestrainer. Diese findet im Rahmen des Länderspiels zwischen Deutschland und Liechtenstein am 11. November 2021 in Wolfsburg statt. Insgesamt war Joachim Löw 17 Jahre beim DFB angestellt, 15 davon als Cheftrainer der Nationalmannschaft.

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