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Weil sie als Fußball-Profi zu viel verdient Nationalspielerin macht zwei Jobs, wird aber nur für einen bezahlt

Hoffenheims Torschützin Chantal Hagel (3.v.r.) jubelt mit Mannschaftskolleginnen über das Tor zum 3:1 gegen Arsenal.

Chantal Hagel (Dritte von rechts) bejubelt am 15. Dezember 2021 einen Treffer für 1899 Hoffenheim.

Chantal Hagel ist Fußballprofi bei 1899 Hoffenheim. Doch im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen reicht das Gehalt nicht aus. Deshalb hat die Nationalspielerin noch einen zweiten Job. Doch hier geht sie leer aus, weil sie eben Profi ist.

Chantal Hagel (24) spielt in der Frauen-Bundesliga für 1899 Hoffenheim. Dafür erhält die Nationalspielerin, die seit Februar 2022 dreimal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, 2500 Euro monatlich. 

Die spärliche Bezahlung ist schon ein eigenes Thema – und eigentlich auch ein Skandal im Gegensatz zu der geleisteten Arbeit. Doch der eigentliche Aufreger folgt erst noch.

Denn Hagel ist zwar Fußball-Profi, übt aber parallel zum Leistungssport noch einen zweiten Job aus. Die Mittelfeldspielerin aus Calw (Baden-Württemberg) will Lehrerin werden, befindet sich gerade im Referendariat. 

Das Problem: Sie wird nur für einen der beiden Berufe bezahlt. Das Bundesland Baden-Württemberg hat Hagel das Gehalt als Lehrerin gestrichen, weil die DFB-Kickerin in ihrer Nebentätigkeit als Fußballerin zu viel verdient. Das berichtet die „Bild am Sonntag“.

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Als Refendarin stünden ihr eigentlich monatlich 1500 Euro zu, doch die werden ihr nicht ausgezahlt. Grund dafür ist ein Gesetz. Und das, obwohl sie zusätzlich zum Fußball pro Woche 13 Stunden in der Klasse unterrichtet und ihren Unterricht auch noch vor- und nachbereiten muss.

Paragraf 83 ist schuld an der Misere

Paragraf 83 im baden-württembergischen Landesbesoldungsgesetz zur Anrechnung von anderen Einkünften auf Anwärterbezüge regelt dies zu Ungunsten der Fußballerin. Dort heißt es: „Erhält ein Anwärter ein Entgelt für eine andere Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes, wird das Entgelt auf die Anwärterbezüge angerechnet, soweit es diese übersteigt. Dies gilt auch, wenn der Anwärter einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf ein Entgelt für eine in den Ausbildungsrichtlinien vorgeschriebene Tätigkeit hat.“

Und was sagt die Fußballerin selbst zu der großen Ungerechtigkeit? Hagel gibt sich kämpferisch: „Natürlich würde es mich freuen, wenn ich auch für meine Leistungen abseits des Fußballplatzes entsprechend be- und entlohnt würde, aber deshalb weniger Motivation für meine Tätigkeit aufzubringen, kommt für mich nicht infrage.“

Olaf Scholz will Equal Pay im Fußball

Das Beispiel Hagel zeigt die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten aus dem Männer- und Frauenfußball deutlich auf. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte während der EM der Frauen in England zuletzt die Diskussionen um gleiche Bezahlung von Nationalspielerinnen und Nationalspielern angeregt. In Deutschland spricht sich zudem in einer aktuellen Umfrage die Mehrheit für Equal Pay im Fußball aus.

Der Fall zeigt auch: Bis zur Gleichberechtigung im Fußball ist es noch ein langer Weg. Die Politik ist gefordert, pragmatische Lösungen zu finden, die es jungen Frauen ermöglichen, Fußball und einen anderen Job besser unter einen Hut zu kriegen.

Noch besser wäre es, wenn weibliche Fußballprofis sich – wie ihre männlichen Kollegen auch – komplett auf den Sport konzentrieren könnten. Doch bis es so weit ist, kann es noch eine ganze Zeit dauern. (can)

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