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Besorgter Blick auf EntwicklungEx-FC-Coach Gisdol warnt vor „Gefahr“ für die Bundesliga

Markus Gisdol steht nachdenklich am Spielfeldrand.

Markus Gisdol,hier am 4. November 2021 beim Spiel seines Ex-Klubs Lokomotive Moskau, beobachtet die Bundesliga weiter aufmerksam.

Stehen die Bundesliga-Klubs dem eigenen Nachwuchs selbst im Weg? Für Trainer Markus Gisdol bergen häufige Trainerwechsel im Fußball eine große Gefahr für die Entwicklung von Talenten.

Auch nach seinem Aus als Trainer beim 1. FC Köln blickt Trainer Markus Gisdol (53) als Beobachter ganz genau auf die Bundesliga. Nach dem Ende seiner Zeit bei Lokomotive Moskau hofft der Coach aktuell auf eine neue Chance im Fußball-Oberhaus.

Die starke FC-Entwicklung unter Steffen Baumgart (50), die verzwickte Lage seines früheren Co-Trainers Julian Nagelsmann (35) und die Turbulenzen bei Ex-Arbeitgeber HSV sind Gisdol daher nicht entgangen. Doch eine Entwicklung stimmt ihn ganz besonders nachdenklich.

Markus Gisdol lobt Entwicklung beim 1. FC Köln

Im Sky-Interview sprach Gisdol am Donnerstag (29. September 2022) zunächst allerdings über die positiven Eindrücke aus der Liga. Dass der FC unter Baumgart regelmäßig attraktiven Fußball biete und dank der Teilnahme in der Conference League auf einer Euphorie-Welle reitet, versetze ihn in seine besten Zeiten am Geißbockheim zurück.

Alles zum Thema Markus Gisdol

„Wenn ich die Mannschaft aktuell spielen sehe, erinnert mich das an die Phase, als wir aus zehn Spielen acht Siege geholt haben – dann kam Corona und hat uns den Stecker gezogen“, blickte Gisdol auf seine erfolgreichen ersten FC-Monate.

Die teils berauschenden Eindrücke nach dem Derbysieg gegen Bayer Leverkusen als Brustlöser im Dezember 2019 konnte Köln unter seiner Führung nach Pandemie-Ausbruch aber nie mehr bestätigen. Ein gutes Jahr und viele quälende Auftritte später war tief im Tabellenkeller Schluss.

Julian Nagelsmann unter Druck besonders stark?

Eine Talfahrt in deutlich kleinerem Ausmaß macht derzeit Bayern-Trainer Julian Nagelsmann durch, der Gisdol bei der TSG Hoffenheim einst für kurze Zeit assistiert hatte. Trotz des massiven Gegenwinds glaubt sein früherer Vorgesetzter aber noch immer an eine langfristige Nagelsmann-Zukunft an der Säbener Straße.

„Er hat immer erfolgreich gearbeitet und jede Situation gemeistert – in der Jugend, in Hoffenheim, in Leipzig oder jetzt bei den Bayern. Niemand sollte den Fehler machen, ihn zu unterschätzen“, erklärte Gisdol: „Gerade, wenn er besondere Herausforderungen zu meistern hat, zeigt sich, wie viel Ehrgeiz und Kompetenz er in sich hat.“

Bundesliga: Markus Gisdol warnt vor Entwicklungs-Stau

Dass für lange Trainer-Stationen immer auch die Vereinsverantwortlichen mitspielen müssen, macht selbst die Nagelsmann-Zukunft zur Zitterpartie. Für Gisdol ist vor allem die fehlende Geduld im aktuellen Fußball-Geschäft problematisch. Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Seine Befürchtung: „Ich sehe dabei ein konkretes Problem – eine Gefahr. Ich habe die Sorge, dass wir die Entwicklung und Förderung von Talenten durch die immer kürzer werdende Verweildauer der Trainer hintenüber fallen lassen.“ Wer als Trainer nur an seine kurzfristige Zukunft denken könne, habe womöglich deutlich weniger Mut, auf junge Akteure zu setzen.

„Warum soll ich Zeit investieren, um einen Spieler auszubilden, der mir vielleicht in einem halben Jahr erst weiterhilft? Dann bin ich ja vielleicht gar nicht mehr da“, führte Gisdol mögliche Zweifel der Trainer-Gilde aus, die letztlich dem Vertrauen in Talente und auf lange Sicht auch den Vereinen selbst schaden würde. (bc)