„Eine Schande“ BVB kassiert harte Fan-Kritik für Umgang mit Bellingham – Marco Rose wehrt sich

Der Mainzer Niklas Tauer (verdeckt) und Dortmunds Jude Bellingham kämpfen um den Ball.

Jude Bellingham verletzte sich im Zweikampf mit Niklas Tauer am Kopf. Trotzdem ließ Borussia Dortmund ihn im Bundesliga-Nachholspiel am Mittwoch (16. März 2022) weiterspielen. Dafür setzte es nun viel Kritik bei Twitter.

Im Bundesliga-Nachholspiel bei Mainz 05 holte sich Borussia Dortmund die drei Punkte, sorgte aber auch bei den eigenen Fans für Frust. Der Grund: Der Umgang mit dem am Kopf verletzten Jude Bellingham.

Er ist auch mit seinen 18 Jahren schon eine der Schlüsselfiguren bei Borussia Dortmund, geht mit Leistung und Kommandos vorneweg: Nicht umsonst gehört Mittelfeldspieler Jude Bellingham längst zu den großen Fan-Lieblingen bei Schwarz-Gelb.

Beim 1:0-Sieg im Bundesliga-Nachholspiel bei Mainz 05 am Mittwochabend (16. März 2022) sorgte der Dortmunder Umgang mit einem der wichtigsten Akteure dann aber für großes Kopfschütteln. Viele Fans waren sich einig: Das war unverantwortlich!

Jude Bellingham spielt bei Borussia Dortmund trotz Kopftreffer durch

Der Hintergrund: In der 74. Minute rasselte Bellingham im Luftkampf mit Gegenspieler Niklas Tauer (21) aneinander. Beide waren vom Zusammenprall am Kopf gezeichnet, der Dortmunder blieb zunächst reglos liegen, taumelte dann unter medizinischer Begleitung angeschlagen über den Rasen und war schon halb auf dem Weg in die Katakomben.

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„Ich habe absolut keine Ahnung von Medizin, aber das sieht nach Auswechslung aus“, sagte DAZN-Kommentator Uli Hebel. Co-Kommentator Maximilian Nicu (39) ergänzte: „Alleine schon aus Sicherheitsgründen.“ Unglaublich: Während Mainz sein betroffenes Eigengewächs sofort vom Platz nahm, spielte Bellingham einfach weiter.

Der Fußballer überstimmte die BVB-Ärzte, die ihn, bereits im Spielertunnel, von seiner Auswechslung überzeugen wollten. Reinier (20) stand bereits als Ersatzmann bereit, erhielt letzte taktische Anweisungen. Doch dann kam Bellingham zurück, stand bis zum Schlusspfiff auf dem Platz.

Kritik an Borussia Dortmund für Umgang mit Jude Bellingham

Schon länger wird im Fußball über den zu nachlässigen Umgang mit Kopfverletzungen diskutiert. Im Vergleich zu anderen Sportarten und Ligen, etwa der NFL im American Football, wo unabhängige Ärzte die Profis nach Kopfverletzungen genau untersuchen, hat die Bundesliga hier noch sichtlich Nachholbedarf. Entsprechend viel Kritik prasselte bei Twitter auch von (den eigenen) Fans auf Borussia Dortmund ein.

Jude Bellingham wird von Ärzten von Borussia Dortmund nach einer Kopfverletzung vom Platz gebracht.

Jude Bellingham wurde zunächst von den besorgten BVB-Ärzten vom Feld begleitet, kam wenig später aber wieder auf den Rasen zurück.

„Können wir BITTE endlich unabhängige Ärzte haben, die darüber entscheiden, ob ein Spieler nach Kopfverletzung wieder auflaufen darf? Auch eine Schande, dass man seitens des BVB nicht selbst auf die Idee kommt, Bellingham umgehend auszuwechseln“, schrieb eine entgeisterte Anhängerin. Ein anderer Borusse forderte: „Wer auch immer Bellingham erlaubt, zurück auf den Platz zu kommen, muss noch vor dem Abpfiff rausfliegen.“

Weitere kritische Kommentare zur Bellingham-Szene:

  • „Du kannst Bellingham doch nicht ernsthaft wieder aufs Feld lassen.“
  • „Er war sichtlich benommen und hatte ‚weiche Knie‘ als er vom Spielfeld geführt wurde. Man hätte ihn dann draußen lassen sollen.“
  • „Bellingham bricht quasi zusammen, kann kaum laufen und ne Minute später ist er wieder da… ich weiß nicht, ob man bei diesen Kopfverletzungen nicht mehr Vorsicht walten lassen sollte.“
  • „Mega unverantwortlich, Bellingham weiterspielen zu lassen.“
  • „Dass man Bellingham nach dem Zusammenprall weiterspielen lässt, zeigt das ganze desolate System der BVB-Medizinmänner. Einfach nicht tragbar.“

BVB-Coach Rose wehrt sich gegen Fan-Kritik zu Umgang mit Bellingham

BVB-Coach Marco Rose (45) nahm nach Abpfiff Stellung zum Dortmunder Vorgehen: „Er war in der Kabine mit dem Doktor, auf einmal stand er wieder neben mir. Ich habe den Doc extra nochmal gefragt, ob alles gecheckt wurde. Wir haben gesagt, dass wir ein, zwei Minuten beobachten, wie er sich verhält.“ So versicherte Rose: „Natürlich sind wir verantwortungsbewusst.“ Eine Einschätzung, die viele Fans beim Anblick der Bilder nicht teilen konnten.

Auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem 1. FC Köln (Sonntag, 19:30 Uhr) verteidigte sich Rose am Freitag noch einmal und versicherte: „Bei Jude testen wir heute noch mal, was seinen Kopf betrifft. Da gibt es wichtige Tests, die man da noch machen muss. Da wollen wir natürlich verantwortungsvoll handeln.“ Insgesamt habe „Jude der Kopf ein bisschen gebrummt“, merkte Rose an und fügte hinzu: „Es ist immer schön, wenn Leute vom Fernseher aus mit Chips in der Hand versuchen, Dinge zu bewerten, die in dieser Situation nicht einfach zu bewerten sind.“ (bc)

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