Mega-Frust beim BVB Aytekin erklärt Dahoud-Rot – Hummels: „Hat da große Scheiße gebaut“

Deniz Aytekin diskutiert beim Bundesliga-Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund mit Mahmoud Dahoud.

Schiedsrichter Deniz Aytekin schickte Dortmunds Mo Dahoud (M.) am Samstagabend (25. September 2021) in Gladbach mit Gelb-Rot vom Feld.

Die Bayern-Jagd des BVB ist vorerst gestoppt. Im Top-Spiel der Bundesliga musste Borussia Dortmund am Samstagabend eine 0:1-Niederlage hinnehmen. Besonders im Fokus dabei: zwei Ex-Gladbacher.

Mönchengladbach. Frust-Abend für den BVB! Statt auf einen Zähler an Spitzenreiter FC Bayern heranzurücken, ist Schwarz-Gelb am Samstag (25. September 2021) bei der Rekordmeister-Jagd ausgebremst worden. Im Top-Spiel bei der Gladbacher Borussia gab's eine herbe 0:1-Schlappe – Rot-Frust inklusive!

BVB-Mittelfeldmann Mo Dahoud (25) hatte schon nach 40 Minuten den Gelb-Roten Karton gesehen, weswegen die Dortmunder 50 Minuten lang in Unterzahl agieren mussten.

Schon nach zehn Minuten war Dahoud für ein dämliches Foul an der eigenen Strafraumgrenze verwarnt worden. Kurz vor dem Seitenwechsel kam er dann gegen Gladbach-Youngster Joe Scally (18) zu spät – und winkte auch noch in Richtung von Schiri Deniz Aytekin (43) ab. Der fand das gar nicht lustig – und zückte Gelb-Rot! Eine durchaus harte, aber vertretbare Entscheidung.

Mo Dahoud geht vom Platz

Bitterer Abgang: BVB-Profi Mo Dahoud sah im Spiel bei seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach am Samstagabend (25. September 2021) nach 40 Minuten die gelb-Rote Karte.

Aytekin erklärte später bei Sky: „Ich hatte dem Spieler Guerreiro anfangs gesagt, dass ich nicht möchte, dass ein Spieler abwinkt. Weil das auch etwas mit Respekt zu tun hat. Bei Dahoud war mir bewusst, dass der Spieler verwarnt war. Wenn ich wenige Minuten vorher bei Guerreiro gesagt habe, dass ich dieses Verhalten nicht möchte und Dahoud sich über ein klares Foulspiel so aufregt, dann ist das nicht zu tolerieren. In der Summe war es mir einfach zu viel. Und ich wollte dieses Verhalten nicht mehr.“

BVB-Kapitän Mats Hummels (32) wetterte im TV-Interview über den Platzverweis. „Ich mache es ungern, aber ich muss die Gelb-Rote anführen. Wir machen uns das Leben selber schwer. Ich denke, dass Mo weiß, dass er da große Scheiße gebaut hat. Gelb-Rot wegen Meckerns bei Rückstand in Gladbach. Da gibt es keine Entschuldigung für.“

Dann allerdings sah Hummels die Szene zum ersten Mal im Re-Live. Schaute einige Augenblicke ungläubig – und ruderte dann etwas zurück. Der Nationalspieler erklärte: „Ihn dafür runterzuschicken, war meines Erachtens zu hart. Aber du darfst dem Schiedsrichter auch nicht die Chance geben, dich runterzuschicken. Es ist für mich kein Platzverweis, aber er gibt ihm im Rahmen der Regeln die Chance, ihn runterzuschicken.“ Sein Fazit? „Einsichtig sein und nie wieder machen.“

BVB unterliegt bei Borussia Mönchengladbach

Was für eine bittere Rückkehr des zweifachen Nationalspielers zu seinem Ex-Klub: Von 2013 bis 2017 hatte Mo Dahoud selbst das Gladbach-Trikot getragen (86 Spiele – acht Tore, 16 Assists). Und ein echter Bärendienst des BVB-Stars für sein Team, das zu diesem Zeitpunkt nach einem Wurschtel-Gegentor durch Denis Zakaria (24) bereits mit 0:1 zurückgelegen hatte (37.).

Denis Zakaria jubelt über sein Tor gegen den BVB

Borussia Mönchengladbachs Denis Zakaria (vorn) entschied das Top-Spiel der Bundesliga gegen den BVB mit seinem goldenen Treffer zum 1:0.

BVB-Coach Marco Rose (45) erlebte seinerseits nicht nur die schmerzhafte Niederlage, sondern den erwartet unangenehmen Empfang an alter Wirkungsstätte. Der Ex-Gladbach-Trainer musste sich von vielen der 25.000 Fans im Borussia-Park Pfiffe und Schmäh-Gesänge anhören, zudem rollten die Fans in der Nordkurve ein Rose-Banner aus („Marco Rose: geheuchelte Identifikation und falsche Versprechen“). Viele Anhänger haben dem Coach seinen Wechsel nach Dortmund im Sommer immer noch nicht verziehen.

Gladbach und BVB liefern sich hitziges Top-Spiel

Jonas Hofmann und Jude Bellingham stehen Kopf an Kopf

Hitziges Top-Spiel in der Bundesliga: Hier geigen sich Jonas Hofmann (M.) von Borussia Mönchengladbach und BVB-Star Jude Bellingham (r.) am Samstagabend (25. September 2021) die Meinung.

Auf dem Rasen fehlte von „Top-Spiel-Flair“ derweil über weite Strecken jede Spur. Gladbach agierte ungemein bissig und kampfstark, nervte den BVB mit seiner giftigen Spielweise über die gesamten 90 Minuten. Bei den Gästen wiederum fehlten die beiden Offensiv-Stars Erling Haaland (21, muskuläre Probleme) und Marco Reus (32, Kapselreizung im Knie) an allen Ecken und Enden.

Echte Top-Chancen? Eher Mangelware. Dafür gab's viele Zweikämpfe, verunglückte Bälle ins Nirgendwo und diverse Nickligkeiten. Erst in der zweiten Halbzeit wurde die Partie spektakulärer. Was allerdings eher an den Gastgebern lag, die sich – auch aufgrund der numerischen Überlegenheit – ein Übergewicht erspielten. Doch BVB-Keeper Gregor Kobel (23) war stets hellwach, hielt seine Truppe bis zum Schluss im Spiel. Fast hätte dann Joker Thorgan Hazard (28) den Dortmundern noch das Remis gerettet, doch sein Kopfball in der Nachspielzeit segelte nur aufs Tornetz (90.+1).

So endete das umkämpfte Top-Spiel mit einer Pleite für den BVB, der auf Rang vier der Tabelle nun schon vier Zähler hinter den Bayern liegt. Am kommenden Dienstag (21 Uhr, Amazon Prime) geht es für die Schwarz-Gelben nun in der Champions League gegen Sporting Lissabon weiter.

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