Bittere Diagnose Bayer-Stürmer setzte WM-Platz mit Iran-Kritik aufs Spiel – jetzt droht Katar-Aus

Sardar Azmoun fährt sich im Spiel von Bayer Leverkusen beim FC Bayern am 30. September 2022 durch die Haare

Sardar Azmoun am 30. September 2022 im Spiel von Bayer Leverkusen beim FC Bayern.

Bittere Nachrichten für Iran-Star Sardar Azmoun: Der Stürmer von Bayer Leverkusen, der zuletzt das Regime in seiner Heimat mutig kritisiert hatte, droht die WM 2022 wegen einer Verletzung zu verpassen.

Für ein Statement zur brisanten Lage in seiner Heimat riskierte Bundesliga-Stürmer Sardar Azmoun (27) sogar seinen Platz im iranischen Kader für die WM 2022, wenige Tage später könnte jetzt eine Verletzung den Endrunden-Traum des tapferen Angreifers von Bayer Leverkusen zerstören.

Azmoun verletzte sich am Dienstag (6. Oktober 2022) in der Champions League am Rande der 0:2-Niederlage beim FC Porto. Das Bittere daran: es geschah während des Aufwärmens. Am Donnerstag teilte Bayer die Diagnose mit: Er zog sich dabei einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zu, die Ausfallzeit betrage zwischen sechs und acht Wochen.

WM 2022: Sardar Azmoun droht Endrunde zu verpassen

Damit ist klar: Bis zur Weltmeisterschaft wird es für Azmoun ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn schon das zweite Turnierspiel am 21. November bedeutet den WM-Auftakt für den Iran, der dann gegen England antritt. Am 25. und 29. November stehen die beiden weiteren Duelle gegen Wales und die USA auf dem Programm. 

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Selbst mit sechs Wochen Ausfallzeit würde Azmoun es gerade so bis zum ersten Auftritt des „Team Melli“ schaffen, der Worst Case mit acht Wochen würde das sichere Aus für die WM 2022 bedeuten. Bei der WM 2018 in Russland hatte er noch alle drei Gruppenspiele über die vollen 90 Minuten bestritten.

Der vor knapp einem Jahr von Zenit St. Petersburg in die Bundesliga gewechselte Offensiv-Akteur ist in seiner Heimat ein Star, bestritt bereits 65 Länderspiele und erzielte dabei 41 Tore. In Leverkusen blieb der Durchbruch bislang allerdings noch aus. In der laufenden Saison kommt der hoch veranlagte Azmoun auf elf Einsätze, mehrheitlich als Joker, in denen ihm noch kein Treffer gelang.

Sardar Azmoun kritisierte Regime im Iran aufs Schärfste

Ende September hatte Azmoun am Rande der beiden Test-Länderspiele des Iran seine Stimme zu den Protesten für die Rechte von Frauen in der islamischen Republik erhoben. Auslöser war der tragische Fall der 22-jährigen Mahsa Amini, die in Gewahrsam der Sittenpolizei zu Tode gekommen war. 

Seitdem protestierten im Iran täglich vor allem Frauen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung, das Regime geht brutal gegen die Aufstände vor. „Schämt euch alle, wie leichtfertig Menschen ermordet werden. Lang leben die iranischen Frauen“, schrieb Azmoun in einem anschließend wieder gelöschten Posting zwei Tage nach Irans 1:0-Länderspielerfolg in Österreich gegen Uruguay.

„Wegen der Regeln der Nationalmannschaft durften wir nichts sagen, aber ich kann kein Schweigen mehr ertragen“, so Azmoun weiter: „Die ultimative Bestrafung wäre, dass sie mich aus dem Team werfen, was aber ein kleines Opfer im Vergleich zu jeder einzelnen Haarsträhne einer iranischen Frau wäre.“ (bc)

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